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Schmallenberg. Denkanstöße für Unternehmen geben und über aktuelle Wirtschaftsthemen informieren, unter dieser Philosophie steht das jährlich stattfindende Wirtschaftsgespräch der Wirtschaftsförderung Schmallenberg Unternehmen Zukunft e.V. (SUZ). Auch dieses Jahr hatte SUZ wieder ein hochaktuelles Thema für das 4. Schmallenberger Wirtschaftsgespräch ausgesucht, „Betriebliches Gesundheitsmanagement – Gesundheit der Mitarbeiter als Erfolgsfaktor für Unternehmen.“

In seinen einleitenden Worten erläuterte der 1. Vorsitzende von SUZ, Heinz-Josef Harnacke, dass laut Stressreport Deutschland die psychischen Erkrankungen die Ursache Nr. 1 bei den Frühverrentungen seien. Die Betroffenen seien erst durchschnittlich 48 Jahre alt. Das Betriebliche Gesundheitsmanagement ist ein wirksames Instrument, um die krankheits-bedingten Kosten zu senken und die Produktivität des Unternehmens zu steigern. Internationale Studien belegen, jeder in Gesundheit investierte Euro bringt eine Kapital-rendite zwischen fünf und 16 Euro – je nach Umfang der betrieblichen Präventions-maßnahmen.

Hochkarätige Referenten aus Wissenschaft, Medizin und Wirtschaft prägten den weiteren Verlauf des Abendprogramms im Landhotel Gasthof Schütte in Oberkirchen.

Im ersten Expertenvortrag zeigte Frau Dr. Uta Walter, Geschäftsführerin Betriebliches Gesundheitsmanagement am Zentrum für wissenschaftliche Weiterbildung der Universität Bielefeld, auf, dass es klar definierter Strukturen und Prozesse bedarf, um das Betriebliche Gesundheitsmanagement systematisch aufzubauen und in die betrieblichen Routinen zu integrieren. „Es reicht nicht aus, Arbeitnehmern Obstteller zu servieren oder Zuschüsse für Fitnesscenter oder Massagen zu gewähren.“, so Frau Dr. Walter. Ihr Fazit und Appell an die anwesenden Unternehmerinnen und Unternehmer lautete: „An die Stelle der bisher vorherrschenden Kultur der Sorglosigkeit sollte eine Kultur der Achtsamkeit für Gesundheit treten. Dies ist die Voraussetzung für mehr Leistungsfähigkeit, Engagement und verbesserte Betriebsergebnisse. Der Weg dahin ist der Aufbau eines leistungs-fähigen Betrieblichen Gesundheitsmanagements.

v.l.n.r.: Heinz-Josef Harnacke, Dipl.-Ing. Christian Walzel  Dr. Uta Walter, Dr. med. Jens Schneider, Dipl.-Geogr. Gernot Miller. Foto: Schmallenberg Unternehmen Zukunft e.V.

v.l.n.r.: Heinz-Josef Harnacke, Dipl.-Ing. Christian Walzel Dr. Uta Walter, Dr. med. Jens Schneider, Dipl.-Geogr. Gernot Miller. Foto: Schmallenberg Unternehmen Zukunft e.V.

Dr. med. Jens Schneider, Chefarzt an der Fachklinik Hochsauerland, ging unter dem Vortragstitel „Wenn Mitarbeiter sich verändern“ auf medizinische Gesichtspunkte, unter anderem auf das Burn-Out-Syndrom ein. Anhaltende Arbeitsüberforderung führt zwangsläufig zum Burnout. Dabei regte er die anwesenden 80 Unternehmerinnen und Unternehmer zum Nachdenken an, inwiefern sie selbst aktuell auf verändertes bzw. auffälliges Verhalten von Mitarbeitern reagieren. Er appellierte an die Fürsorgepflicht, denn „Wegschauen ist keine Lösung!“.

Abschließend referierte der Dipl.-Ing. Christian Walzel, Geschäftsführender Gesellschafter ARQUS Ingenieurbüro GmbH & Co. KG aus Westfeld, über die Rolle des Betriebsarztes und wie man als Unternehmer einen Arbeitsmediziner findet. Neben seinen Aufgaben im Arbeitsschutz und bei der Unfallvorsorge ist der Betriebsarzt auch vielfach der erste Ansprechpartner bei der betrieblichen Gesundheitsvorsorge.

Der Tenor der Referenten am Ende des Abends lautete: Viele Stressfaktoren in Unternehmen sind hausgemacht, z.B. schlechte Organisation im Betrieb, negatives Verhalten der Vorgesetzten, fehlende Wertschätzung gegenüber den Mitarbeitern oder mangelnde Kommunikation. Diese Stressfaktoren abzustellen sind relativ kostengünstig. Daher gilt es in unserer alternden Gesellschaft, achtsam mit den Menschen umzugehen, damit Mitarbeiter sich mit dem Unternehmen verbunden fühlen und somit länger gesund bleiben.

Quelle: Schmallenberg Unternehmen Zukunft e.V.