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Schmallenberg. Die erste urkundliche Erwähnung Latrops stammt aus dem Jahr 1257. Im 12/13. Jahrhundert entstanden im Latroptal mehrere Hofgruppen, u.a. Gellentrop, Wiesentrop und Latrop, die alle während der Soester Fede (1444) verwüstet wurden und schließlich verödeten. Die Bürger flüchteten in den Schutz der Stadt Schmallenberg. Nach langen Streitigkeiten zwischen dieser und dem Kloster Grafschaft erhielt das Kloster das Recht, Latrop wieder aufzubauen, und begann damit 1737.

Als erstes Gebäude ließ der Abt von Grafschaft in Latrop einen Eisenhammer, den sogenannten „Schwarzen Hammer“ anlegen, in dem sich heute unser Waldarbeitermuseum befindet. 1738 entstand als erstes Wohnhaus von Latrop das heute mit der Hausnummer 1 versehene Gebäude, das damals vom Verwalter des Klosters Grafschaft bewohnt wurde und heute im Besitz der Familie Vonnahme ist. Zum Haus Nr. 1 gehören auch heute noch die Alte Mühle und die ebenfalls 1738 erbaute Kapelle, die dem heiligen Hubertus gewidmet ist.

Der Eisenhammer wurde zunächst vom Kloster selbst, später von den Pächtern des Klostergutes (Haus Nr. 1), zu dem umfangreiche landwirtschaftliche Flächen und Wälder gehörten, betrieben. Noch im 19. Jahrhundert erfolgte die Umwandlung des Hammers in eine Kornmühle, die zunächst durch ein Wasserrad und anschließend durch eine Turbine angetrieben wurde. Der Mühlenbetrieb wurde um 1946 eingestellt.

Danach verfiel die ungenutzte Mühle immer mehr. Über ihre weitere Nutzung wurde sowohl innerhalb der Familie Vonnahme als auch unter den Dorfbewohnern heftig diskutiert. So neigte Walter Vonnahme, der Vater des heutigen Besitzers Karl Vonnahme, zu einem Abriß der Mühle, während Karl mehr an der Erhaltung interessiert war. Da auch die Dorfgemeinschaft überwiegend für die Erhaltung des alten Gebäudes war, wurde der Familie Vonnahme der Vorschlag gemacht, den baufälligen oberen Stock der Mühle abzureißen und durch die Bewohner Latrops neu aufbauen zu lassen. Die geschah 1990/91 in Fachwerkbauweise und mit einem Schieferdach. Das Untergeschoß aus Bruchstein blieb erhalten und wurde im Jahre 2001 von der Stadt Schmallenberg unter Denkmalschutz gestellt.

Gleichzeitig wurden der Mühlenteich und eine Rohrleitung in der Trasse des früheren offenen Mühlengrabens neu angelegt. Der Essener Architekt Kurt Wagner, der die beiden alten Mahlsteine von Walter Vonnahme erworben hatte, gab diese 2001 zurück. Einer davon dient jetzt als Tisch vor der alten Mühle, der andere als Untergrund für ein Entenhaus im Teich.

2002 konnte durch den Verkehrsverein Latrop mit einer finanziellen Unterstützung der Stadt Schmallenberg und des Hochsauerlandkreises ein neues Wasserrad installiert werden, welches von Schülern des Berufskollegs in Olsberg gefertigt und eingebaut wurde. Die mächtige Achse des Wasserrades aus Eichenholz hat die Maße von 49 x 49 cm.

Nach der Fertigstellung stand die alte Mühle längere Zeit unbenutzt. Über die Verwendung wurde eifrig diskutiert, für einige Zeit hing auch ein Schild „Heimatstube“ an der Tür des unbenutzten Gebäudes.

Ich habe mich in meinem Berufsleben als Förster immer schon sehr für Waldarbeiterwerkzeug und –gerät interessiert und viele solcher Objekte gesammelt. Seit längerer Zeit schwebte mir vor, diese Geräte einmal der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Hierbei hatte ich eigentlich an eine kleine Dauer Ausstellung gedacht, die in unserem Wohnhaus, der ehemaligen Staatlichen Revierförsterei Latrop, untergebracht werden sollte.

Nach meiner Pensionierung 1998 merkte ich bald, daß in unserem eigentlich großen Haus doch kein wirklich geeigneter Raum mehr übrig war. Irgendwann entstand die Idee, die alte Mühle hierfür zu nutzen. Eine Anfrage bei der Eigentümerfamilie Vonnahme stieß auf Zustimmung und reges Interesse, ebenso bei den Vorständen des Verkehrsvereins und der Dorfgemeinschaft.

Es stellte sich schnell heraus, daß die von mir gesammelten Gegenstände für die Ausgestaltung eines, auch nur kleinen Museums nicht ausreichte.

Nun ergriff der Vorsitzende des Verkehrsvereins, Herr Martin Hanses, mit nachstehendem Schreiben an die Latroper Bürger die Initiative:

Die Mühle in Latrop

Dies ist keine Einladung zum Arbeitseinsatz – der kommt später!

Liebe Latroper,

es hat einige Zeit gedauert, bis die Vorstellung zur Nutzung der Mühle Formen angenommen hat.

Hier entsteht ein kleines Museum, welches die Ursprünge und Entwicklung des Ortes Latrop darstellt. Günter Schmitz hat die Sache in die Hand genommen und konnte auch die Mithilfe von Klaus Holtmann, Hans-Robert Schrewe und Herrn Senger gewinnen.

Nun unsere Bitte:

Schaut doch mal bitte zu Hause nach, ob Ihr Folgendes findet und als Leihgabe für dieses kleine Museum abgeben könnt:

Alte Bilder, vom eigenen Haus und auch von Latrop, welche das frühe forstwirtschaftliche Leben darstellen( Holzfäller, Holzfällarbeiten- alles was mit Köhlerei zu tun hat). Benötigt werden auch Handwerkzeuge der Waldarbeiter in vielen Formen.

!!! Selbstverständlich alles nur als Leihgabe !!!

Die Zeit drängt – daher bitten wir Euch, kurzfristig nachzuschauen und Euch mit Günter Schmitz oder Klaus Holtmann in Verbindung zu setzen.

Quelle: Schmallenberger Sauerland