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Nürburgring / Rüthen. Der MSC Bergstadt Rüthen Pilot beendete am vergangenen Wochenende sein erstes 24h Rennen am Nürburgring. Das Wochenende für das Hellboys Racing Team das neben den Stammfahrern der VLN Michael Mönch und Jan von Kiedrowski auf die Unterstützung des Südkoreaners Jang Han Choi vertraute war geprägt von Auf und Abs.

Nach dem das Team im vergangenen Jahr nach 16 Rennstunden wegen eines Unfalls nach einem Reifenplatzer vorzeitig ausschied wurde der BMW 325i vor dem Rennen quasi generalüberholt um jegliches technisches Risiko aus zu schließen. Im ersten Qualifing konnte Frisse noch die zweit schnellste Zeit in der Klasse 4 V erzielen. Als er zum Schluss des zweiten Qualifings noch einmal auf eine heiße Runde gehen wollte, verhinderte jedoch ein Reifendefekt eine Zeitverbesserung. Die Konkurrenz konnte sich noch einmal verbessern und somit ging es von Startposition 5 in das Rennen zwei Mal um die Uhr.

Das Rennauto bei der Zieldurchfahrt. Foto: © BRfoto Dirk Reiter

Das Rennauto bei der Zieldurchfahrt. Foto: © BRfoto Dirk Reiter

Das Team hatte beim Vorbeifahren des Autos ein verdächtiges Surren gehört. Somit wurde in der Nacht Donnerstag auf Freitag noch ein neues Getriebe besorgt, welches die Mechaniker am Freitag verbauten. „Man muss sich das mal vorstellen, in der Box gibt es keine Hebebühne Werkstatt. Die Jungs liegen unter dem aufgebockten Auto und tauschen das Getriebe innerhalb von drei Stunden, da kann man nur den Hut ziehen.“ erläuterte Frisse. Startfahrer von Kiedrowski konnte sich bereits in den ersten Runden auf die dritte Position vorarbeiten und diese bis zum Ende seines Stints verteidigen.

Als zweites war Frisse an der Reihe. „Wir fahren zwischen 7 und 8 Runden je nach Benzinverbrauch d.h. ca. 1,5h danach geht es ab an die Box. Riefenwechsel, Scheibe putzen, 60 Liter Sprit rein, ein kurzer check ob alle Flüssigkeitsstände passen und den Fahrer gewechselt nach ca. 2 Minuten Standzeit geht das Fahrzeug wider auf die Piste.“ erläutert Frisse. Während seiner ersten 1,5h hinterm Lenkrad konnte Frisse sich auf Position 2 in der Klasse verbessern. Nacheinander spulten alle Fahrer Ihre Runden ab und man lag um 23 Uhr auf einem guten dritten Platz in der Klasse. Dann kam plötzlich Hektik auf in der Box, von Kiedrowski gab über Funk Bescheid, dass es auf Teilen der 25km langen Strecke begonnen hatte zu regnen und er kaum noch etwas sehen könne da die Scheibe Ölverschmiert sei. Er steuerte die Box an und gab die Devise vor, Intermediate Reifen (geschnittene Slicks) drauf zu ziehen, da nur ca. 60% der Strecke nass sei. Somit musste Frisse nun nicht nur bei völliger Dunkelheit sondern auch noch im Regen mit bis zu 245 km/h durch die Eifel „fliegen“.

Das Team beim Boxenstopp in der Nacht. Foto: © MSC Bergstadt Rüthen

Das Team beim Boxenstopp in der Nacht. Foto: © MSC Bergstadt Rüthen

Da die zahlreichen Fans die das ganze Wochenende an der Nordschleife campen in der Nacht nicht frieren wollen, machen sie sich natürlich ein Feuer. Was bei trockenen Verhältnissen kein Problem ist wird im Regen schon kritischer, da die Feuer stark qualmen, ist es an manchen Streckenabschnitten so als ob man in eine Nebelwand hineinfährt. „Diese schwierigen Verhältnisse führen dazu, dass wir auch mit unserem kleinen Auto einige stärkere Konkurrenten á la Porsche und Co überhohlen können,“ erzählt Frisse mit einem Grinsen auf dem Gesicht. Jedoch genau dies wurde Ihm zum Verhängnis. Er setzte sich in einer links Kurve innen neben einen rund 120 PS stärkeren Konkurrenten um diesen zu überhohlen. Jedoch muss dieser so mit sich selbst beschäftigt gewesen seien, dass er Frisse übersah. Auch er lenkte ein und traf Frisse am rechten Hinterrad.

Dies ist eigentlich nicht möglich ärgerte er sich, wenn er mich am Hinterrad trifft bin ich schon so weit an Ihm vorbei, dass er mich gesehen haben muss. Das Rad stand komplett schief und somit musste ich zur Reparatur an die Box kommen. Die Boxenmannschaft hat einen super Job gemacht, jedoch haben wir mehr als eine Stunde verloren. Eine Podest Platzierung war somit in weite Ferne gerückt, jedoch waren immer noch 16 Stunden zu Fahren. Aufgegeben wird beim 24 h Rennen nicht, das erste Ziel ist es diesen Marathon zu beenden. Nach der Reparatur ging das Team mit 7 Runden Rückstand und als letzter in der Klasse wieder zurück auf die Strecke.

Das Team Hellboys in der Startvoraufstellung vor dem Start zum 24h Rennen. Foto: © MSC Bergstadt Rüthen

Das Team Hellboys in der Startvoraufstellung vor dem Start zum 24h Rennen. Foto: © MSC Bergstadt Rüthen

Durch konstant schnelle Runden konnte sich das Team noch auf den 6 Platz in der Klasse und den 63 Gesamtrang von mehr als 150 Startern verbessern. „In erster Linie bin ich einfach nur glücklich dieses unbeschreibliche Rennen beendet zu haben, klar hatten wir auf einen Podest Platz spekuliert, jedoch kann sich jeder der zu Ende gefahren hat als kleiner Sieger fühlen.“ freut sich Oliver Frisse. Nun gilt es den Focus auf die restlichen 8 Läufe der VLN Langstreckenmeisterschaft zu setzen um hier noch den einen oder anderen Pokal einzufahren.

Quelle: MSC Bergstadt Rüthen e.V.