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Rüthen / Kreis Soest (kso.2017.10.25.471.pb). Nach den Sondierungen am Freitag [20. Oktober 2017] gibt es neue Erkenntnisse zum Schadensumfang beim Heizöl-Austritt in Menzel. Zur Erkundung der Bodenbeschaffenheit wurden mehrere Sondierungen im Bereich des Pfarrhausgrundstückes abgeteuft. Alle außerhalb des Pfarrhauses abgeteuften Ramm-Kern-Sondierungen zeigten, dass man nach etwa 1,5 Meter auf Felsen trifft. Das entnommene Bodenmaterial der Deckschicht aus den Rammkernen war im Hinblick auf Geruch sowie augenscheinlich unauffällig.

Dennoch wurden die Proben einem Umweltlabor übergeben, um den Kohlenwasserstoffgehalt zu bestimmen, welcher Rückschlüsse auf eine mögliche Kontamination des Bodens gibt. Die Deckschichten waren nicht mit Wasser gesättigt, somit kann ausgeschlossen werden, dass in diesem Horizont Grundwasser ansteht und das Heizöl so in Randbereiche weiterverteilt wurde. Warum allerdings im rund 50 Meter entfernten Nachbarhaus kontaminiertes Wasser mit einer deutlich sichtbaren Öl-Phase austritt, konnte noch nicht abschließend geklärt werden.

Das Foto zeigt eine Ramm-Kern-Sonde, wie sie auch bei den Sondierungen in Rüthen-Menzel eingesetzt wurde. Symbolfoto: © Marius Scheliga / Kreis Soest

Das Foto zeigt eine Ramm-Kern-Sonde, wie sie auch bei den Sondierungen in Rüthen-Menzel eingesetzt wurde. Symbolfoto: © Marius Scheliga / Kreis Soest

Vermutet wird, dass ein historischer Wasserlauf bzw. eine Wasserrinne auf dem massiven felsigen Untergrund abläuft und in dem auf blanken Felsen gegründeten Keller des Nachbarhauses wieder zum Vorschein kommt. Der „Wasserlauf“ verläuft dann weiter diffus in westliche Richtung, wo er dann im Bereich einer Verrohrung in der Straße „Blumental“ wieder zum Vorschein tritt und dem Bach „Gülle“ zuläuft. Hier wurde bereits am vergangenen Donnerstag [19. Oktober 2017] im Zuge einer Sofortmaßnahme eine Ölsperre eingebracht, um eine weitere Ausbreitung des Öls zu verhindern.

Um den Ursprung des „Wasserlaufs“ zu finden, soll als nächste Maßnahme die Bodenplatte des Pfarrhauses entfernt werden. Da ein Teil der Bodenplatte, welche aus Beton ist, mit Heizöl kontaminiert ist, müsste diese ohnehin im Rahmen der Sanierung entfernt werden. Die genaue Menge an ausgetreten Öl liegt nach ersten Einschätzung eines Sachverständigen für Tankanlagen bei rund 350 Liter. Die endgültige Sanierung des Schadens wird mehrere Wochen betragen.

Quelle: Pressestelle Kreis Soest
Foto: © Marius Scheliga / Kreis Soest