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Olaberg. Wie sehr das Thema Windkraft die Bürgerinnen und Bürger bewegt, wurde in der Sitzung des Ausschusses Planen und Bauen deutlich: Mehr als 100 Zuschauer waren in den Sitzungssaal des Olsberger Rathauses gekommen, um anhand von so genannten „Visualisierungen“ einen Eindruck zu erhalten, wie die möglichen Windparks in ihrem jeweiligen landschaftlichen Umfeld in der Stadt Olsberg sowie den umliegenden Orten wirken würden.

Dabei gehe es vor allem um Transparenz und einen offenen Umgang mit dem Thema, machte Hubertus Schulte, Leiter des Fachbereichs Bauen und Stadtentwicklung, gleich zu Sitzungsbeginn deutlich. Denn ob sich an den fünf möglichen Windkraft-Standorten, die aktuell diskutiert werden, überhaupt Windräder drehen werden, sei zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht zu sagen. Diese Frage könne erst das formelle planungsrechtliche Verfahren beantworten, das zurzeit noch nicht einmal eröffnet worden ist. Während dieses Verfahrens können alle Bürgerinnen und Bürger, aber auch Fachbehörden Stellung zu den geplanten Windparks nehmen, betonte Hubertus Schulte: „Und dabei kann es durchaus sein, dass neben Bürgern auch Fachbehörden Bedenken anmelden oder es artenschutzrechtliche Hindernisse gibt.“

Allerdings: Sich überhaupt nicht mit dem Thema Windkraft zu beschäftigen, sei eben-falls keine Alternative. Denn per Gesetz genieße der Ausbau der Windenergie einen Vorrang-Status – Ziel müsse deshalb eine sinnvolle Steuerung sein, erklärte Hubertus Schulte: „Die Rechtslage ist, wie sie ist. Wenn wir als Stadt keine Vorrangzonen ausweisen, kommen die Windräder überall dort hin, wo wir sie nicht durch harte Kritierien verhindern können.

Stadt Olsberg setzt auf sachorientierten Dialog zur Nutzung der Windkraft im Stadtgebiet: Die Fotomontage zeigt - nach aktuellem Planungsstand -, wie der mögliche Windpark „Heidkopf“ von den Bruchhauser Steinen aus aussehen könnte. Bildnachweis: Stadt Olsberg

Stadt Olsberg setzt auf sachorientierten Dialog zur Nutzung der Windkraft im Stadtgebiet: Die Fotomontage zeigt – nach aktuellem Planungsstand -, wie der mögliche Windpark „Heidkopf“ von den Bruchhauser Steinen aus aussehen könnte. Bildnachweis: Stadt Olsberg

Die Stadt Olsberg setzt deshalb auf einen offenen Dialog. Dennoch: Nicht alle der mehr als 100 Zuschauer waren mit den Ergebnissen einverstanden, die die „Visualisierungen“ der 41 möglichen Windkraft-Standorte vermittelten. Kritikpunkt: Zu zufällig und nicht ausreichend seien die gewählten Perspektiven. Zwar habe man sich um größtmögliche Objektivität bemüht, betonte Hubertus Schulte – dennoch nehme die Stadt Olsberg die Anregungen der Bürgerschaft ernst. Falls gewünscht, so schlug der Fachbereichsleiter vor, könnten sich die Bewohner der Ortschaften zusammensetzen und weitere Standorte benennen. Mittels Computersimulation könne die Stadtverwaltung dann von diesen Positionen aus weitere Ansichten der Windparks erstellen. Die Stadt Olsberg stehe für einen transparenten Umgang, unterstrich Hubertus Schulte: „Lassen Sie uns miteinander reden – egal, ob dafür oder dagegen“, lud er die Beteiligten ein: „Suchen Sie den Kontakt mit uns.“ Ziel müsse es sein, das Thema offen und sachlich zu diskutieren: „Es geht um Weichenstellungen für Jahrzehnte – gerade deshalb ist ein sachbezogener Dialog wichtig, um Lösungen zu finden.“

Karl-Josef Steinrücken (CDU) schlug vor, die Beschlussempfehlung des Ausschusses an den Rat um eine Passage zu ergänzen, in der eine weitere verstärkte Bürger-beteiligung angestrebt wird: „Es ist doch nur logisch, die Bürger so stark wie möglich einzubinden.“ Gleichzeitig betonte er, dass es keine Vorentscheidungen über mögliche Windkraft-Standorte gebe: „Das formelle Verfahren hat noch nicht einmal begonnen.“

Einstimmig nahmen die Ausschussmitglieder diesen – erweiterten- Beschluss an. Damit empfiehlt der Ausschuss den Ratsmitgliedern, bis zum Herbst das Verfahren vorzubereiten, um einen so genannten „sachlichen Teilflächennutzungsplan Windenergie“ aufzustellen – inklusive einer Bürgerbeteiligung. Zudem beschlossen die Bürgervertreter, die „Visualisierungen“ öffentlich zu machen. Sie werden in Kürze auf der Homepage der Stadt Olsberg unter www.olsberg.de im Internet zu sehen sein.

Quelle: Stadt Olsberg