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Olsberg. Über musikalischen Geschmack lässt sich bekanntlich streiten. Dennoch: Bei denjenigen, die das durchdringende Gedudel von durch die Straßen fahrenden Schrott-Lkw als angenehm empfinden, dürfte es sich – milde ausgedrückt – wohl um eine Minderheit handeln.

Bei der Stadt Olsberg häufen sich seit einiger Zeit Klagen über die Lärmbelästigung, die mit der stetig steigenden Zahl der Schrott-Lkw verbunden ist. Allerdings: Um Beschwerden über die „reisenden Schrotthändlern“ nachgehen zu können, ist die Stadt Olsberg auf die Unterstützung der Bürgerinnen und Bürger angewiesen.

Denn: Das Schrott-Gedudel ist zwar nervig, erst einmal aber nicht verboten. Das haben Gespräche ergeben, die die Stadt Olsberg nach den Bürger-Beschwerden mit den zuständigen Fachbehörden der Bezirksregierung Arnsberg geführt hat. Zwar sagt das Landesimmissionsschutzgesetz aus, dass „Tonwiedergabegeräte“ in der Öffentlichkeit nur in einer solchen Lautstärke benutzt werden dürfen, „dass unbeteiligte Personen nicht erheblich belästigt werden“. Konkret ist dieser Nachweis jedoch schwierig, da die „erhebliche Belästigung“ persönlich sehr unterschiedlich empfunden wird. Messungen, die die Stadt Olsberg stichprobenartig durchgeführt hat, haben belegt, dass geltende Schall-Grenzwerte durch die „Schrott-Lkw“ im Regelfall eingehalten werden.

Allerdings: Klaglos hingenommen werden muss die stetig steigende Zahl der „Schrott-Sammler“, die in der überwiegenden Zahl von weit her in die heimische Region kom-men, auch nicht. So brauchen die fahrenden Altmetall-Händler zum Beispiel eine so genannte „Reisegewerbekarte“, um ihrem Geschäft nachgehen zu dürfen. Und auch ihr Gefährt muss eine Zulassung besitzen und in verkehrstüchtigem Zustand sein. In Zweifelsfällen kann die Stadt Olsberg so überprüfen, ob die Schrotthändler überhaupt berechtigt sind, ihr Gewerbe – und das damit verbundene „Gedudel“ – zu betreiben.

Wichtig: Da die Händler sich nicht lange an einem Ort aufhalten, sind Nachweise durch Fotos oder andere Beweismittel nötig. Wenn zum Beispiel ein Bürger einen „Schrott-Lkw“ fotografiert, kann die Stadtverwaltung anhand der Namensbezeichnung oder des polizeilichen Kennzeichens am Fahrzeug überprüfen, ob der Händler zu recht in den Olsberger Straßen die Bürgerschaft mit seiner Musik „beglücken“ darf. Ohne Beweis-mittel ist das jedoch kaum möglich – deshalb setzt die Stadtverwaltung an dieser Stelle auf die Mitarbeit der Bürgerinnen und Bürger.

Gemeinsam können Bürger und Stadtverwaltung den reisenden Altmetallhändlern so zeigen, das Olsberg für sie kein ,gutes Pflaster‘ ist“, so Bürgermeister Wolfgang Fi-scher. Und wenn sich so etwas in der Branche „herumspricht“, dürfte auch das durch-dringende Gedudel in den Straßen bald weitaus seltener erklingen.

Quelle: Stadt Olsberg