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Olsberg. Kritik am Vorgehen, aber auch bei der Auswahl der Flächen: Klare Worte fanden der Olsberger Stadtrat und Bürgermeister Wolfgang Fischer jetzt zum Entwurf für einen „Sachlichen Teilplan Energie“, den die Bezirksregierung vorgelegt hatte. Einstimmig verabschiedeten die Bürgervertreter zudem eine Stellungnahme, in der zahlreiche Änderungen an dem Planwerk gefordert werden.

Bürgermeister Wolfgang Fischer bezeichnete die Planungen gar als „Flächendiktat“ – die starre Vorgabe der Landesregierung, im Regierungsbezirk insgesamt 18.000 Hektar Fläche für die Windkraft zur Verfügung zu stellen, lasse fachliche Argumente und den politischen Dialog in den Hintergrund treten. „Die Pläne nehmen die Bevölkerung nicht mit“, so das Stadtoberhaupt, „es wird über die Köpfe der Menschen hinweg geplant.“ Ohne Akzeptanz habe die Energiewende aber keine Chance – und deshalb sei ein größtmöglicher Konsens aller Beteiligten wichtig.
Zudem müssten die besonderen Landschaftsmerkmale des Sauerlands bei Konzepten zu einer Windkraft-Nutzung berücksichtigt werden, forderte Wolfgang Fischer. Keineswegs verweigere sich die Stadt Olsberg den erneuerbaren Energien – mit den eigenen Überlegungen zur Windkraft zeigten Politik und Verwaltung, dass man sich der Verantwortung stelle.

Stadt Olsberg setzt auf sachorientierten Dialog zur Nutzung der Windkraft im Stadtgebiet: Die Fotomontage zeigt - nach aktuellem Planungsstand -, wie der mögliche Windpark „Heidkopf“ von den Bruchhauser Steinen aus aussehen könnte. Foto: © 2013 - Stadt Olsberg

Stadt Olsberg setzt auf sachorientierten Dialog zur Nutzung der Windkraft im Stadtgebiet: Die Fotomontage zeigt – nach aktuellem Planungsstand -, wie der mögliche Windpark „Heidkopf“ von den Bruchhauser Steinen aus aussehen könnte. Foto: © 2013 – Stadt Olsberg

Auf die städtischen Untersuchungen verwies auch Hubertus Schulte, Leiter des Fachbereichs Bauen und Stadtentwicklung: Erst müsse ein landschaftliches Leitbild entwickelt werden, dann könnten die räumlichen Festlegungen folgen. Die Planungen der Bezirksregierung ließen diese Abfolge vermissen: „Es ist kein Konzept zu erkennen.“ Seine Prognose: „Das Ziel von 18.000 Hektar im Regierungsbezirk wird nicht erreichbar sein.“ Konkret fordert die Stadt Olsberg in ihrer Stellungnahme, vor einem „Sachlichen Teilplan Energie“ zunächst die kommunalen Planungen abzuwarten. Sobald diese rechtskräftig sind, können sie in den Regionalplanentwurf übernommen werden.

Auch bei der Flächenauswahl selbst gibt es einige Unterschiede zwischen den Untersuchungen der Stadt Olsberg und dem Entwurf der Bezirksregierung. So sind mögliche Suchräume bei Antfeld und im Bereich Heidkopf/Süd in den Planungen aus Arnsberg nicht enthalten. Umgekehrt schlägt die Bezirksregierung Flächen am Sperrenberg und „Am Löh“ an der Grenze zu Heringhausen vor.

Eine bislang untersuchte Fläche am Scheltenberg möchte der Stadtrat nicht weiter verfolgen. Im Umfeld des Areals, so die Argumentation, befinden sich zahlreiche konkurrierende Nutzungen. Auch aus touristischer Sicht sei eine Nutzung für die Windenergie kritisch.

„Unterm Strich“ hält die Stadt Olsberg nur rund 388 der von der Bezirksregierung vorgeschlagenen 703 Hektar Fläche für akzeptabel – und auch das nur unter Vorbehalt: Insgesamt müssten die Untersuchungen der einzelnen Bereiche noch weiter vorangetrieben werden. Auch ihre eigenen Planungen für einen Sachlichen Teilflächennutzungsplan Energie will die Stadt Olsberg weiter voranbringen: Laut bisheriger Potenzialflächenanalyse seien insgesamt 651 Hektar Fläche – ebenfalls unter Vorbehalt – für die Windenergie geeignet. Dabei werde es im Lauf des Verfahrens nicht bleiben, betont Hubertus Schulte: „Das wird weniger werden.

Quelle: Stadt Olsberg