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Olsberg. Ein Friedhof: Für viele Menschen ist das ein Ort der Trauer, aber auch der Erinnerung – an Familienmitglieder, Verwandte und Freunde. Die Formen des Gedenkens sind aber ebenso im Wandel wie die Bestattungskultur.

Die Stadt Olsberg will sich darauf einstellen: Bestattungsformen sollen noch stärker auf die Bedürfnisse der Bürgerinnen und Bürger zugeschnitten werden. Auch die Kosten, die für Unterhaltung und Pflege der Friedhofsflächen anfallen, werden gerechter und vor allem kostendeckend auf die Nutzungsberechtigten verteilt. Eine neue Friedhofssetzung sowie eine neue Gebührensatzung sind deshalb jetzt Thema in der Sitzung des Betriebsausschusses.

Hintergrund: Viele jüngere Menschen verlassen ihr Wohnumfeld und stehen für Hilfe bei der Grabpflege nicht mehr zur Verfügung. Deshalb rücken Bestattungsformen mit nur geringem oder ganz ohne Pflegeaufwand immer stärker in den Blickpunkt. Daher schlägt die Stadt Olsberg vor, dass auf dem Friedhof der Kernstadt künftig auch Urnen- und Sargbestattungen in Rasenflächen möglich sein sollen. Als Alternative zur vollanonymen Bestattung kann auf die Grabstelle eine Namensplatte in einer maximalen Größe von 50 x 50 Zentimetern aufgelegt werden.

Die künftigen Urnen-Rasenreihengräber sollen in zentraler Lage des Friedhofes entstehen. Vorteil: Die Fläche dieses Grabfeldes kann dann problemlos mit einem Rasenmäher gepflegt werden – Menschen, die hier bestattet werden möchten, oder auch Angehörige müssen sich dann keine Sorgen darum machen, wer ein solches Grab einmal pflegen wird. Das gilt auch für die pflegefreien Rasen-Reihengräber für Sargbestattungen. In beiden Bereichen soll es an einer zentralen Stelle eine Fläche geben, an der Blumenschmuck abgelegt oder Kerzen aufgestellt werden können.

Allerdings: Während die Bürgerinnen und Bürger auf Bestattungsformen mit immer weniger Pflegeaufwand setzen, werden im Umkehrschluss zweistellige Wahlgrabstätten oder auch die Verlängerung solcher Gräber immer weniger gewünscht. Problem: „Gerade mit solchen Grabbelegungen konnte früher der Kostenapparat, der mit dem Friedhofsbetrieb verbunden ist, getragen werden“, so Hubertus Schulte, Leiter des Fachbereichs Bauen und Stadtentwicklung. Zudem geht die Zahl der Beisetzungen stetig zurück – die Kosten für die Friedhofsunterhaltung müssen deshalb auf immer weniger Fälle umgelegt werden.

Deshalb schlägt die Stadtverwaltung für das kommende Jahr eine Anpassung der Bestattungsgebühren vor. Eine zweistellige Grabstätte für traditionelle Erdbestattungen könnte dann 2.470 Euro kosten – bislang lag die Gebühr bei 2.117 Euro. Für ein herkömmliches Reihengrab für eine Urnenbeisetzung schlägt die Stadtverwaltung eine Gebühr von 560 Euro vor (+207 Euro). Ein traditionelles Reihengrab für eine Erdbestattung soll im kommenden Jahr 1.120 Euro kosten (+358 Euro). Für die neue Bestattungsform des pflegefreien Rasenreihengrabs mit Platte schlägt die Stadtverwaltung eine Gebühr von 2.920 Euro vor; ein – ebenfalls pflegefreies – Rasenurnengrab soll 1.410 Euro kosten. Gebührenanpassungen plant die Verwaltung auch für die Friedhofskapelle – eine Nutzung bis zu 48 Stunden würde dann zum Beispiel 204 Euro kosten – 47 Euro mehr als im Vorjahr. Die vorgeschlagenen Gebührensätze würden zum Teil spürbar über denen des Vorjahres liegen, so Bürgermeister Wolfgang Fischer: „Wir rechnen dabei mit realistischen Zahlen – ansonsten würden wir ein immer größeres Problem in die Zukunft verschieben.“ Dies sei weder rechtlich zulässig noch gerecht. Und auch nach der Anpassung würde die Stadt Olsberg mit ihren Bestattungsgebühren nach wie vor im „unteren Mittelfeld“ der HSK-Kommunen liegen.

Thema ist das Friedhofswesen in der Sitzung des Betriebsausschusses. Sie findet am Donnerstag, 28. November, um 17 Uhr im Rathaus statt. Die Zusammenkunft ist öffentlich.

Quelle: Stadt Olsberg