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Olsberg. Weniger leer stehende Häuser – das ist das Ziel der Handlungsansätze zum Umgang mit Leerständen, Baulücken und Freiflächen im Rahmen des LEADER-Projekts „Leerstandsmanagement“. Der Ausschuss Planen und Bauen der Stadt Ols-berg hat in seiner jüngsten Sitzung einstimmig eine Empfehlung an den Stadtrat aus-gesprochen, grünes Licht für eine Reihe von Vorschlägen zu geben.

Hintergrund: Sinkende Einwohnerzahlen müssen auch die sechs LEADER-Städte der Region Hochsauerland, zu denen die Stadt Olsberg zählt, hinnehmen. 91.743 Einwohner waren 2007 noch registriert. Mitte 2013 war die Zahl auf 85.389 Einwohner gesunken. Die Folge: leer stehende Häuser. Nicht nur in der Kernstadt, sondern auch in den Dörfern.

Konkret: Im Juni 2010 wurden im Stadtgebiet von Olsberg 86 leer stehende Wohnhäu-ser in den Leerstandskarten vermerkt. Die Sorge wächst, dass diese Leerstände das Umfeld erheblich weniger attraktiv erscheinen lassen und dadurch noch mehr Einwohner abwandern könnten.

Im Ausschuss war man sich über folgende Handlungsansätze einig, die in einer ge-meinsamen Vorlage aller sechs LEADER-Kommunen formuliert sind: Im Rathaus soll es eine zentrale Ansprechstelle zum Thema Leerstandsmanagement geben. Die Leerstandskarten sollen alle drei Jahre durch den Geo-Service des Hochsauerlandkreises fortgeschrieben werden – zumal für die Stadt Olsberg pro Fortschreibung lediglich Kosten in Höhe von etwa 200 Euro entstehen werden.

Ein städtisches Ziel soll es sein, nutzbare Baulücken im Innenbereich vorrangig bebauen zu lassen, bevor weitere Bauflächen in Außen- oder Randbereichen neu ausgewiesen und erschlossen werden. In der Stadt Olsberg kämen dafür – Stand Oktober letzten Jahres – 271 Grundstücke in Frage. Handlungsansatz bei diesem Thema ist es, dass die Verwaltung die Eigentümer solcher Grundstücke behutsam anspricht und über die Ziele in Sachen Baulücken informiert. Die Entscheidung über die Freigabe und Vermarktung solcher Baulücken zur Bebauung bleibt letztlich den Eigentümern überlassen.

Eine Leerstands- und Baulückenbörse soll im Rathaus aufgebaut werden: Bauinteressenten können sich dort zentral über das Angebot beraten lassen. Im Bereich Gewerbeimmobilien existiert eine solche Leerstandsbörse bereits auf der Homepage der Stadt Olsberg www.olsberg.de in der Rubrik Wirtschaft.

Beim Punkt Fachberatung zur Nutzbarkeit von Leerstandsgebäuden will man in Olsberg nicht so weit gehen wie im LEADER-Konzept: Eine kurze Beratung für Interessenten für leer stehende Gebäude sei sinnvoll, lautete der Konsens am Donnerstag. Gutachten zur Gebäudesubstanz wolle man jedoch nicht erstellen lassen.

Abgelehnt wurde die Idee, städtische Zuschüsse für den Kauf leer stehender Gebäu-de oder den Abbruch alter Gebäude zu zahlen. Ein kleiner Zuschuss werde wohl kaum jemanden zum Kauf oder Abbruch eines solchen Gebäudes bewegen können, war man sich im Ausschuss Planen und Bauen einig. Ausgeschlossen wurde auch, städtische Zuschüsse für den barrierefreien Umbau und die energetische Sanierung von Gebäuden in Innenbereichen zu bewilligen. Dafür gebe es genügend andere Förderprogramme.

Entscheiden wird der Stadtrat in seiner Sitzung am 15. Mai 2014.

Quelle: Stadt Olsberg