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Olsberg. Wer mit Holz bauen möchte, dessen „1. Adresse“ dürfte schon bald mitten im Sauerland sein: In Olsberg entsteht das „Informations- und Demonstrationszentrum Holz“ (I.D. Holz). Bereits in wenigen Wochen können sich hier Fachbesucher und andere Interessierte über Holz als Baustoff sowie die gesamte Wertschöpfungskette, die dafür notwendig ist, informieren. Ein prominenter Besucher war jetzt schon da: Armin Laschet, Vorsitzender des CDU-Landesverbands NRW, informierte sich im Rahmen seiner „Wirtschaftstour“ über das Projekt.

Noch sind in den Büros und in der Ausstellungshalle des rund 2.100 Quadratmeter großen Gebäudes die Handwerker aktiv – und es ist kein Zufall, dass es nach dem riecht, was hier künftig nicht nur thematisch im Mittelpunkt steht: nach Holz eben. Hier entstehe „ein kleiner Weltwirtschaftsgipfel in Sachen Holz als Baustoff“, erläutert Olsbergs Bürgermeister Wolfgang Fischer, gleichzeitig 1. Vorsitzender des Träger-vereins I.D. Holz e.V., seinem Gast. Von der Produktion und Holzgewinnung über die Weiterverarbeitung bis zum Vertrieb – „wir haben die komplette Wertschöpfung hier in der Region.

Das I.D. Holz werde dabei gleich doppelt zu einem Zentrum für „Know how“ rund um den natürlichen Baustoff – zum einen durch die rund 1.150 Quadratmeter große Dauerausstellung, in der sich die verschiedensten Unternehmen der Holzwirtschaft präsentieren – zum anderen durch Dienstleistungen im Bereich der Aus- und Fortbildung sowie der Holzfachberatung für Planer und Bauherrn. Unter dem gemeinsamen Dach des Zentrum HOLZ werden neben dem I.D. Holz zudem der Landesbetrieb Wald und Holz NRW, der Innungsverband des Zimmerer- und Holzbaugewerbes Westfalen, die CO2-Bank sowie weitere Institutionen ihren Sitz haben. Insgesamt entstehen hier in der ersten Ausbaustufe 18 Arbeitsplätze.

Informationen rund um den Baustoff Holz (v.re.n.li.): Bürgermeister Wolfgang Fischer, CDU-Landeschef Armin Laschet, Landtagsabgeordneter Matthias Kerkhoff, Clustermanager Christoph Haaben, Martin Schwarz (Wald und Holz NRW), Carsten Stratmann, Josef Baust. Bildnachweis: Stadt Olsberg

Als „überaus innovativ“ bezeichnete denn auch der sichtlich beeindruckte CDU- Landesvorsitzende das I.D. Holz. Er hatte über den heimischen Landtagsabgeordneten Matthias Kerkhoff den Kontakt zu dem Informations- und Demonstrationszentrum gesucht. Das Konzept sei deutschlandweit einzigartig, betont Carsten Stratmann von der Stratmann-Baust GbR, die das Gebäude in Holzbauweise umgesetzt hat: „Hier werden alle Akteure unter einem Dach zusammengeführt – für die Stadt und die Region ist das ein Gewinn.“ Insgesamt 180.000 Menschen sind in NRW in der gesamten Wertschöpfungskette rund ums Holz beschäftigt – die meisten davon im Bereich Weiterverarbeitung.

Es ist eine Stärke der Region, das Holz und auch die Kenntnisse zu haben“, so Armin Laschet – es sei eine große Chance, das „Know how zu bündeln“. Holz sei ein „starkes Produkt aus der Region.“ Und davon, so berichtete Clustermanager Haaben, könne man mehr und mehr auch Interessierte außerhalb Deutschlands überzeugen. So sei das I.D. Holz mit seinen Partnerunternehmen im Februar auf der Messe „INDIAWOOD“ im indischen Bangalore präsent gewesen – Christoph Haaben: „Hochwertige Holzprodukte haben dort einen hohen Stellenwert“. Deshalb sei es wichtig, schon jetzt „den Fuß in die Tür“ zu bekommen: „In Zukunft werden unsere Unternehmen von den Zukunftsmärkten profitieren.

Dennoch: Gerade im heimischen Raum gelte es, für Holz als Baustoff „dicke Bretter“ zu bohren, erläuterte Matthias Eisfeld, Geschäftsführer des Innungsverbands des Zimmerer- und Holzbaugewerbes Westfalen. So sei es nicht zu verstehen, warum in den deutschen Bundesländern höchst unterschiedliche Richtlinien für das Bauen mit Holz gelten. Ein Beispiel: In Berlin könne man bis zu siebengeschossige Gebäude in Holzbauweise errichten – in NRW sei schon bei zwei Geschossen Schluss. Matthias Eisfeld: „Hier würden wir uns Änderungen erhoffen.

Das I.D. Holz werde zeigen, was mit Holz als Baustoff alles möglich sei, betonte Josef Baust, Mitgesellschafter der Stratmann-Baust GbR – und mehr als das: „Nicht nur in der Region – auch auf der anderen Seite des Erdballs haben wir als Mittelständler Chancen.

Quelle: Stadt Olsberg