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Olsberg. „Ihre Meinung ist gefragt“: Diese Aufforderung am Ende des Vortrags von Carsten Lang, Mitarbeiter im Planungsbüro WoltersPartner, nahmen die Bürgerinnen und Bürger aus Olsberg und Bigge wörtlich:

Intensiv diskutierten sie die Vorschläge zur Umgestaltung des Olsberger Ortskerns, wogen das Für und Wider ab, machten Vor-schläge. Mehr als 100 Bürgerinnen und Bürger waren in den Sitzungssaal des Olsber-ger Rathauses gekommen, um sich über die Entwürfe zur Zukunft des Ortskerns zu informieren und eigene Ideen einzubringen. „Von dieser Resonanz bin ich mehr als begeistert“, freute sich Olsbergs Bürgermeister Wolfgang Fischer: „Von Politikverdrossenheit ist hier nichts zu spüren.

Hintergrund: Bereits im Sommer 2011 hatte der Stadtrat ein so genanntes „Integriertes Handlungskonzept“ für die Umgestaltung der Ortsdurchfahrt beschlossen – also einen Prozess, in dem nicht nur die verschiedenen Aspekte des Ortskerns untersucht werden, sondern der auch private und öffentliche Akteure an einen Tisch bringt. Das Ziel: Mehr Aufenthaltsqualität im Ortskern, mehr „Platz“ für Fußgänger, Radfahrer, aber auch für Gewerbe und Handel. Mit der Eröffnung der Umgehungsstraße sei der Verkehr „weniger geworden“, so Carsten Lang – es sei eine Riesen-Chance für den Ortskern, sozusagen „frei gewordene“ Verkehrsflächen neu zu nutzen.

Zum Beispiel durch zwei Kreisverkehre an den Knotenpunkten Bahnhofstraße/ Hüttenstraße sowie Bahnhofstraße/Ruhrstraße/Carlsauestraße. Besonders der Marktplatz könne dann wieder als zentrales Areal wahrgenommen werden, so Carsten Lang: „Das ist er bisher nicht.“ Dafür, so der bisherige Entwurf, könnte dann auch die „Rutsche“ abgebunden und bereits weiter südlich auf die Carlsauestraße geführt werden. Weitere Ideen: Im Bereich des Kurparks das „Erlebnis Wasser“ stärken sowie Parkraum und die Begrünung stärker strukturieren. Klar sei aber, so Carsten Lang, dass für eine Weiterentwicklung des Ortskerns alle Akteure „an einem Strang ziehen“ müssen: „Es kann nur funktionieren, wenn auch die Grundstücksbesitzer mitmachen.

Intensiver Bürger-Dialog über die Zukunft des Olsberger Ortskerns: Planungsforum im Olsberger Rathaus. Bildnachweis: Stadt Olsberg

An drei Tafeln, die die Schwerpunkte „Stadtgestaltung und Ruhender Verkehr“, „Tourismus und Grün“ sowie „Verkehrsführung“ abbildeten, waren die Bürgerinnen und Bürger schließlich eingeladen, ins Gespräch zu kommen und per Karte ihre Meinung sowie Ideen abzugeben. Nach intensiven Diskussionen fassten die Fachleute das Stimmungsbild zusammen. Andreas Rüther, Geschäftsführer der „Touristik und Stadtmarketing GmbH“, zeigte sich beim Schwerpunkt „Tourismus und Grün“ überrascht, wie gut die Idee ankommt, Elemente der Kneippschen Lehren ins Ortsbild aufzunehmen: „Das Thema ist nicht verstaubt – seine Gesundheit zu erhalten ist ,in‘.

Beim Schwerpunkt „Verkehrsführung“ registrierte Marco Sudbrak, stv. Leiter des Fachbereichs „Öffentliche Ordnung/Soziales“, kontroverse Diskussionen über eine mögliche Abbindung der „Rutsche“: „Das wird eher negativ gesehen“. Ebenso gab es Kritik an einem geplanten Buskap im Bereich der Ruhrstraße: „Hier sind viele Bürger der Meinung, dass eine Busbucht den Verkehrsfluss weniger stört.

Eine noch stärkere Beruhigung der Ruhrstraße wünschen sich die Bürgerinnen und Bürger beim Schwerpunkt „Stadtgestaltung“, so Hubertus Schulte, Leiter des Fachbe-reichs „Bauen und Stadtentwicklung“: „Hier sind manche Ideen radikaler, als wir selbst herangegangen sind.“ Letztlich, so Hubertus Schulte, könne das auch ein Arbeits-auftrag für die Planer sein: „Das, was wir jetzt angehen, wird die Stadt über Jahrzehnte prägen“ – der Wunsch nach einem noch stärkeren Rückbau der Straßenflächen gehöre offenbar dazu.

Die Ergebnisse des Planungsforums sollen nun gesichtet und den politischen Gremien zur Entscheidung vorgelegt werden, erläuterte Bürgermeister Wolfgang Fischer das weitere Vorgehen: „Die Planer haben heute zusätzliche Aufgaben mit auf den Weg bekommen.“ Das „letzte Wort“ haben dann die Bürgervertreter: „Der Rat trifft letztlich die Entscheidung, was umgesetzt wird.“

Allerdings: Auch weiter haben die Bürgerinnen und Bürger nun noch die Gelegenheit, sich über den Plan-Entwurf zu informieren, ihre Meinung zu sagen oder Vorschläge zu machen. Der Kontakt ist per E-Mail an post@olsberg.de oder per Post an Stadt Olsberg, FB Bauen und Stadtentwicklung, Bigger Platz 6, 59939 Olsberg möglich. Noch bis Ende Oktober können zudem die drei Thementafeln im Foyer zum Sitzungssaal im 2. Obergeschoss des Olsberger Rathauses eingesehen werden. Hier haben interessierte Bürgerinnen und Bürger auch die Möglichkeit, Kritik, Meinungen und Vorschläge per Kärtchen an der Stellwand zu hinterlassen.

Quelle: Stadt Olsberg