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Olsberg. Zu einer nicht angekündigten Rettungsübung trafen sich 105 Rettungskräfte von Feuerwehr, Deutschem Roten Kreuz und Malteser Hilfsdienst aus Olsberg unterstützt durch den Löschzug Brilon zur Überprüfung der Wirksamkeit der geschulten und vorgeplanten Rettungsmaßnahmen.

Am Samstag [06. Oktober 2012] gegen 9 Uhr, kurz nach Beendigung des morgendlichen Frühstücks, erschrillte im Haus Maria des Josefsheims in Bigge der Feueralarm. Jetzt galt es 27 Bewohner des Hauses Maria mit ihren unterschiedlichen Behinderungen aus dem brennenden und verrauchten Gebäude zu retten. Zu diesem Zeitpunkt ging niemand von einer Übung sondern von einem realen Einsatz aus.

Foto: Feuerwehr

Beim Eintreffen der ersten Rettungskräfte waren die Bewohner des Erdgeschosses bereits von den anwesenden Mitarbeitern /innen des Josefsheims in Sicherheit gebracht worden. Die Bewohner des 1. bis 3. Obergeschosses mussten aufgrund der verrauchten Flure durch die Feuerwehr mit umluftunabhängigem Atemschutz gerettet werden. Zur Unterstützung der Rettungskräfte wurden über eine Telefonkette weitere 20 Mitarbeiter /innen des Josefsheims aus ihrer Freizeit alarmiert und arbeiteten mit den Rettungskräften Hand in Hand.

Der Löschzug Bigge – Olsberg, die Löschgruppen Antfeld, Assinghausen, Ellering-hausen, Gevelinghausen und Wulmeringhausen hatten mit der Rettung der übrigen Bewohner alle Hände voll zu tun. Ein Teil der Bewohner von Haus Maria mussten aufgrund der Übungslage über die eingesetzte Drehleiter gerettet werden.

Zur Unterstützung rückte ebenfalls der Einsatzleitwagen des Löschzuges Brilon an. Diese Führungsunterstützung hat sich auf Seiten der Feuerwehr Olsberg schon öfters bewährt wenn auch nur bei Übungen.

Foto: Feuerwehr

Alle geretteten Menschen mit den unterschiedlichen Behinderung wurden vom Malteser Hilfsdienst erfasst und einer Sichtung unterzogen, um sie einer medizinischen Versorgung in Krankenhäuser zuzuführen bzw. die unverletzten Bewohner an die Betreuung des DRKs zu übergeben.

Der einberufene Krisenstab des Josefsheims unterstütze die Rettungskräfte und kümmerte sich um die Organisation weiterer Rollstühle, da diese i.d.R. im Haus Maria verblieben waren und somit kurzfristig Ersatz beschafft werden musste. Auch musste der Krisenstab die Unterbringung der Menschen mit Behinderung nach dem Einsatz- ende organisieren, da angenommen wurde, dass die Bewohner nach Einsatzende nicht in Ihre Wohnungen zurückkehren können.

Die Verantwortlichen der Übung äußerten im Abschlussgespräch bei einem warmen Mittagessen ihre Zufriedenheit. Winfried Henke, Brandschutzbeauftragter des Josefsheims, war froh, dass die Zusammenarbeit zwischen den Rettungs-organisationen und dem Josefsheim wie schon seit Jahren auch dieses mal sehr gut geklappt hat. Hier zahlen sich die regelmäßige Abstimmung und Treffen im Josefsheim aus.

Als Fazit bleibt festzuhalten, dass die Übung ein voller Erfolg war und die geschulten und vorgeplanten Rettungsmaßnahmen greifen. Zusätzlich wurden weitere Maßnahmen zwischen den Rettungskräften und dem Josefsheim vereinbart, die eine Verbesserung zum Abbau der Berührungsängste auf Seiten der Rettungskräfte und den Menschen mit Behinderung bewirken sollen.

Quelle: Uwe Schwarz / Marc Stappert