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Olsberg. Die Existenznot der mittelständischen Holzverarbeitungsbetriebe in NRW ist so groß, dass sich jetzt rund 40 sauerländische Sägebetriebe zur Initiative Holz und Arbeit NRW zusammengeschossen haben.

Bislang hatte sich nur das Schmallenberger Netzwerk Team-Timber in dieser Sache öffentlich engagiert. Ziel der neuen Gruppierung ist es, eine angemessene Berücksichtigung der mittelständischen Holzwirtschaft durch Politik und Gesetzgeber sicherzustellen. Außerdem wird die NRW-Landesregierung sehr konkret zu Handlungen aufgefordert. Die Säger verabschiedeten einen Sechs-Punkte-Forderungskatalog, der an oberster Stelle fordert, kein NRW-Holz mehr an den österreichischen Großsäger Klausner zu liefern. Die Initiative setzt außerdem auf einen Intensiven Dialog mit den privaten Waldbesitzern, deren Holz üblicherweise vom landeseigenen Betrieb Wald und Holz vermarktet wird, damit Holzlieferungen an Klausner auch aus dieser Quelle vermieden werden.

Klausner hatte mit dem Land NRW nach dem Jahrhundertsturm Kyrill Holzliefermengen vereinbart, die nach Ansicht der mittelständischen Holzverarbeitungsbetriebe das Land ausbluten lassen und die Existenz der rund 200 000 Beschäftigten in der NRW-Holzindustrie massiv gefährden. „Man muss gerade als Holzverarbeiter nachhaltig denken: Heimisches Holz sollte hier in der Heimat verarbeitet werden, das spart Transportkosten und CO2-Ausstoß“, so Hans Georg Pieper, einer der Sprecher der neuen Initiative Holz und Arbeit NRW. „Außerdem darf nur so viel geschlagen werden, wie auch nachwächst.“ Genau das sei das Kernproblem der Klausner-Verträge. Diese würden das Land zwingen, mehr Holz zu liefern und dies zu Lasten der Natur und zu Lasten der mittelständischen Holzverarbeitungsbetriebe. Die neu gewonnene Unterstützung der 40 Kollegen bewertete Pieper als „wohltuend“ und äußerte die Erwartung, dass man gemeinsam nun noch mehr bewegen könne als bislang. Experten äußern inzwischen auch kartellrechtliche Bedenken, weil die Klausner-Verträge zu einer einseitigen Benachteiligung der mittelständischen Marktteilnehmer führen könnten.

In dem Sechs-Punkte-Plan fordern die Säger das Land auf, Holz aus dem nahen Ausland einzuführen, um die Klausner-Verträge zu erfüllen. A-Kunden-Verträge wie mit Klausner dürfe es nie wieder geben, lautet eine weitere Forderung. Die neue Initiative hat es sich außerdem zur Aufgabe gemacht, den Dialog mit den privaten Waldbesitzern zu suchen. Nach Ansicht der Initiative sollten die Privatwaldbesitzer gegenüber den Förstern aktiv den Verkauf an die regionalen Betriebe fordern, damit ihr Holz nicht an Klausner verkauft wird.

Die Waldbauern unterstützen damit den Erhalt der Sägewerksbetriebe und nicht nur die Bewahrung von Arbeitsplätzen und Wertschöpfung in der Region, sondern verhindern auch, dass zu ihrem eigenen Schaden Klausner und wenige Großbetriebe nach dem Wegfall der mittelständischen Betriebe die Holzpreise diktieren.

 Quelle: Prünte & Kollegen