Niedereimer: Bombenterror vor 65 Jahren forderte 21 Menschenleben


Arnsberg/Niedereimer. Mit dem 9. MĂ€rz 1945 bringt man in Niedereimer schreckliche Ereignisse in Verbindung. An jenem Tag fanden auf einen Schlag 21 Menschen im Ort Niedereimer den Tod. Doch wissen heute nur noch wenige alteingesessene und geschichtsinteressierte Niniviten, was es damit auf sich hat.

Am Nachmittag des 9. MĂ€rz 1945 wird durch die Alliierte Luftwaffe ein Angriff auf Niedereimer geflogen. In den ehemaligen GebĂ€uden der Ziegelei, an der heutigen Dieselstraße, stehen Fahrzeuge im sogenannten „Heereskraftfahrpark“ unter. Hier sammelte die Deutsche Wehrmacht kurz vor Kriegsende noch Automobile zum Transport von Soldaten. Mit dort untergebracht waren auch die zusammengezogenen Landser. Sie sollten von hier aus zu ihren neuen Einsatzorten transportiert werden.

Um ca. 17.00 Uhr nahm das Schicksal seinen Lauf. Die BombenschĂ€chte der Flugzeuge öffneten sich und kurz darauf fielen etwa 80 Sprengbomben auf dieses GelĂ€nde nieder. Gegen 17.10 Uhr erfolgten die flĂ€chendeckenden EinschlĂ€ge, die den Tod brachten. Das in der NĂ€he stehende Haus von Anton Kaiser, an der heutigen Niedereimerstraße, erhielt zwei Volltreffer. Alleine in diesem Haus fanden 18 Menschen den Tod. Die meisten der Opfer waren entweder noch Kinder oder Jugendliche bzw. junge Soldaten.

Das Angriffsziel - die ehemalige Ziegelei an der heutigen Dieselstraße. Der Pfeil zeigt auf das wiederaufgebautes Haus Kaiser in den 1950er Jahren. Foto: Arbeitskreis Dorfgeschichte Niedereimer

Noch Tags zuvor hatte man das Haus, weil es als besonders sicher galt und von den Familien der umliegenden HĂ€user gern als Schutzraum aufgesucht wurde, noch besonders abgestĂŒtzt. Doch auch diese AbstĂŒtzung konnte den todbringenden Bomben nicht standhalten. Die Menschen wurden unter den Stein- und Geröllmassen begraben. Nur ein junges MĂ€dchen konnte aus den TrĂŒmmern des Hauses schwer verletzt gerettet werden. Des Weiteren starben zwei Menschen auf dem GelĂ€nde der ehemaligen Ziegelei. Ein weiteres Haus – das der Familie Bienstein an der heutigen Sauerlandstraße – wurde durch die Bomben selbst zwar nicht getroffen, stĂŒrzte aber dennoch durch die Wucht der Bomben ein.

Aus diesem Haus erlag einen Tag spÀter ein Àlterer Mann im Arnsberger Krankenhaus seinen Verletzungen. Die anderen Bewohner und Schutzsuchenden konnten sich retten. Nach der Bergung der Leichen aus den HÀusern wurden diese in der damaligen Volksschule aufgebahrt. Vier Tage spÀter fand die Beisetzung der Verstorbenen auf dem Friedhof in Niedereimer statt. WÀhrend der Beerdigung gab es wiederum Fliegeralarm.

Seit diesem Tag wird jĂ€hrlich eine Heilige Messe fĂŒr diese Bombenopfer abgehalten. Zudem erinnert seit 2005 eine Schautafel am Haus Kaiser an das grausame, aber fĂŒr Niedereimer gewichtige Ereignis.

Bei dem Gedenken an diesen Tag sollen aber selbstverstĂ€ndlich die ĂŒbrigen Kriegs- und Ziviltoten nicht vergessen werden. Auch fĂŒr ihre Familien bedeutete es den schmerzlichen Verlust eines geliebten Menschen. Die Grausamkeit und Sinnlosigkeit des Krieges hat uns gezeigt, dass wir dankbar sein mĂŒssen fĂŒr den nun 65 Jahre wĂ€hrenden Frieden im wiedervereinten Deutschland.

Quelle: Detlev Becker, Ortsheimatpfleger fĂŒr Niedereimer

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Veröffentlicht von: Redaktion am 10. Mrz 2010 und wurde einsortiert unter:
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