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Meschede / Olsberg / Bestwig. Zu einem gesunden Wasserkreislauf gehört eine funktionierende Abwasserbeseitigung und -reinigung. „Damit eine Kläranlage richtig arbeiten kann, muss Abwasser bestimmte Eigenschaften haben“, weiß Markus Rüthing von der Hochsauerlandwasser GmbH (HSW). Das heimische Kommunalunternehmen ist Betriebsführer der Abwasserwerke der Stadt Olsberg und der Gemeinde Bestwig. Und dass hier exzellente Arbeit für eine hohe Qualität in der Abwasserbeseitigung geleistet wird, hat die HSW jetzt sogar schriftlich.

Denn der Ruhrverband hat die Abwasserwerke der beiden Kommunen mit dem „Fremdwasserpreis Ruhr 2015“ ausgezeichnet. Damit würdigt der Verband die Erfolge in der so genannten „Fremdwasserreduzierung“.  Fremdwasser ist vorwiegend Grundwasser, das über undichte Stellen in den Kanal gelangt – und dort zu erheblichen Problemen führt. „Es belastet die Kläranlagen und führt zu zusätzlichen Kosten“, weiß HSW-Mitarbeiter Michael Kappen.

Engagiert für ein funktionierendes Kanalnetz (v.li.): Robert Dietrich, Technischer Ge-schäftsführer der HSW, mit Michael Kappen und Markus Rüthing. Foto: © Hochsauerlandwasser GmbH

Engagiert für ein funktionierendes Kanalnetz (v.li.): Robert Dietrich, Technischer Ge-schäftsführer der HSW, mit Michael Kappen und Markus Rüthing. Foto: © Hochsauerlandwasser GmbH

Denn Fremdwasser verdünnt das „echte“ Abwasser und vermindert die Leistung der Kläranlage, weil zum Beispiel Bakterienkulturen, die auf biologische Weise Verschmutzungen des Wassers beseitigen, nicht mehr richtig arbeiten. Und zusätzlich erhöht sich die Menge des Wassers, das auf der Kläranlage ankommt, deutlich – Markus Rüthing: „Deshalb werden zusätzliche Speicherbecken nötig.“ Das verursacht Kosten – die letztlich auf alle Gebührenzahler umgelegt werden müssen.

Konkret hat die HSW für das Abwasserwerk der Stadt Olsberg einen Abschnitt des Verbindungssammlers Elleringhausen erneuert. Er leitet Abwasser von Bruchhausen und Elleringhausen durch das Gierskopptal nach Olsberg. Dabei hat die HSW das moderne Berstlining-Verfahren genutzt: Mit Hilfe eines speziellen Berstkopfes wird ein bestehendes, defektes Kanalrohr zertrümmert und ins umliegende Erdreich verdrängt. Unmittelbar mit dem Berstprozess wird das Neurohr in gleicher oder sogar größerer Dimension eingezogen.

Der Vorteil: „Man spart Zeit und jede Menge Aufwand für Erdarbeiten“, erläutert HSW-Mitarbeiter Michael Kappen. Erfolg des Projektes: Das Fremdwasser konnte hier um rund 20 bis 25 Liter pro Sekunde reduziert werden – eine Menge, die rund 17.000 Badewannenfüllungen am Tag entspricht.

Beim Berstlining-Verfahren - hier in Olsberg - wird ein defektes Kanalrohr zertrümmert und ins umliegende Erdreich verdrängt. Unmittelbar mit dem Berstprozess wird das Neurohr in gleicher oder sogar größerer Dimension eingezogen. Foto: © Hochsauerlandwasser GmbH

Beim Berstlining-Verfahren – hier in Olsberg – wird ein defektes Kanalrohr zertrümmert und ins umliegende Erdreich verdrängt. Unmittelbar mit dem Berstprozess wird das Neurohr in gleicher oder sogar größerer Dimension eingezogen. Foto: © Hochsauerlandwasser GmbH

Für das Abwasserwerk der Gemeinde Bestwig hat die HSW den Verbindungssammler Heringhausen saniert, der vom Stauwehr unterhalb von Heringhausen am so genannten „Bähnchen“ entlang bis zum Bereich Ruhrstraße westlich des Bestwiger Bahnhofes führt. Hier wurde neben Abdichtungsmaßnahmen in Abschnitten ein so genannter „Liner“ eingebaut. Dabei wird ein neues Rohr aus Glasfaser-Kunststoff, das extrem langlebig ist, in ein vorhandenes Kanalrohr eingezogen. Auch hier gibt es deutliche Kostenvorteile gegenüber der früher üblichen „offenen Bauweise“. Rund 20 Liter weniger Fremdwasser pro Sekunde fließen jetzt in diesem Bereich, so Markus Rüthing.

Robert Dietrich, Technischer Geschäftsführer der Hochsauerlandwasser GmbH, freut sich über die Vergabe des Fremdwasserpreises. Dies sei auch eine Belohnung für die Anstrengungen des gesamten Abwasserteams der HSW für die fachgerechte und wirtschaftliche Abwasserbeseitigung in Bestwig und Olsberg.

Gleichwohl sei die Auszeichnung lediglich eine Momentaufnahme: „Fremdwasserbeseitigung ist eine Generationenaufgabe, für die es einen langen Atem braucht.“ Deshalb müsse auch zukünftig Schritt für Schritt an einem funktionierenden Kanalnetz weitergearbeitet werden.

Quelle: Hochsauerlandwasser GmbH