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Meschede. Diese Worte des Wahlspruchs von Abt Aloysius Althaus OSB prägten den 21. Juli 2013 auf dem Klosterberg in Meschede. Die Abtei Königsmünster feierte die Benediktion ihres vierten Abtes.

Am 8. Juni 2013 war der aus Bad Berleburg stammende Abt Aloysius von der Gemein-schaft gewählt worden. In den dazwischen liegenden sechs Wochen war ein Fest vorbereitet worden, zu dem die Gemeinschaft alle eingeladen hatte, die mit ihr verbunden sind. Mehr als 900 Personen folgten der Einladung.

Impressionen von der Abtsbenediktion. Foto: Benediktinerabtei Königsmünster

Impressionen von der Abtsbenediktion. Foto: Benediktinerabtei Königsmünster

Schon am Vorabend hatte sich die Gemeinschaft mit vielen Gästen feierlich in das Fest eingestimmt. „Kommt, ihr Söhne, höret mich!“ – der Ruf des Invitatoriums lässt an die ersten Worte der Regel des Heiligen Benedikt denken: „Höre, mein Sohn, auf die Lehren des Meisters, neige das Ohr deines Herzens.“ Diese Ordensregel ist die Grundlage des Lebens auch auf dem Klosterberg.

Die Abtsbenediktion begann mit dem großen Einzug von mehr als 70 Mönchen und Priestern über den Klosterplatz und durch das Hauptportal der Abteikirche. Dicht gedrängt saßen die Menschen im Kirchenschiff, im Chor und auch in der Apsis. Machtvoll klangen Gloria und Halleluja durch die Abteikirche und die geöffneten Türen.

Impressionen von der Abtsbenediktion. Foto: Benediktinerabtei Königsmünster

Impressionen von der Abtsbenediktion. Foto: Benediktinerabtei Königsmünster

„Bleibt in mir, dann bleibe ich in euch,“ mahnten die Worte aus dem Johannesevangelium (Joh 15,1-8). In seiner Predigt wies Erzbischof Hans-Josef Becker aus Paderborn auf die Bedeutung der Benediktsregel vor allem in frühen Mittelalter hin. „Soweit ich weiß, war dem hl. Benedikt die äußere Unordnung und noch mehr die Formlosigkeit der Seele zuwider. Er gehört zu den großen Ordnungsmännern der Geschichte,“ charakterisierte Becker seinen Blick auf Benedikt und seine Regel.

Impressionen von der Abtsbenediktion. Foto: Benediktinerabtei Königsmünster

Impressionen von der Abtsbenediktion. Foto: Benediktinerabtei Königsmünster

Im Wechsel von Gebet und Arbeit, ora et labora, betonte der Erzbischof die Stabilität, die stabilitas loci der Regel. “ Das innere Feststehen in der Ordnung des Seins ermöglicht die Kontemplatio, die Betrachtung. Und das Gefügtsein in die Ordnung bewirkt, dass die Aktio, die Handarbeit wie das geistige Schaffen, zur beseelten Tätigkeit wird. Außerdem verhindert die Stabilitas loci, dass der Mensch sich im Zweitrangigen verliert, dass er in Hast und Hetze untergeht.“ Und weiter: „Zum benediktinischen Leben gehört also die Priorität des Seins gegenüber der Leistung. Diese Feststellung lässt uns aufhorchen in einer Zeit, die unter Leistungsdruck seufzt (auch innerkirchlich) und in einer Gesellschaft, in der sich die Frage nach dem Sinn und somit nach dem Sein von neuem aufdrängt.

Impressionen von der Abtsbenediktion. Foto: Benediktinerabtei Königsmünster

Impressionen von der Abtsbenediktion. Foto: Benediktinerabtei Königsmünster

Der Kontrast des monastischen Lebens stellt in Frage,“ stellte Becker fest, als er die konkrete Arbeit und das Leben in der Abtei Königsmünster beschrieb. „Dafür sei der Mönchgemeinschaft von Herzen gedankt!“ Er wünschte Abt Aloysius und dem Konvent von Königsmünster „Gottes reichen Segen für die nächste Wegstrecke und jedem einzelnen Mönch Erfüllung in seiner Berufung.

Der gesamte Konvent bildete nach der Predigt einen großen Kreis um den Altar. In seine Mitte hinein wurde Abt Aloysius geführt. Prior Abraham bat den Erzbischof um die Benediktion. Nach der Befragung des Erwählten baten alle in der Allerheiligen-Litanei um den Beistand für Abt Aloysius; Erzbischof Becker sprach das Segensgebet.

Impressionen von der Abtsbenediktion. Foto: Benediktinerabtei Königsmünster

Impressionen von der Abtsbenediktion. Foto: Benediktinerabtei Königsmünster

Vom Erzbischof wurden dem neuen Abt die Ordensregel und sein Ring übergeben. „Das schönste Geschenk, welches ihr mir gegeben habt, ist, dass ich jetzt eure Eheringe an meiner Hand tragen darf,“ wird sich Abt Aloysius am Ende des Gottesdienstes bei seinen Eltern bedanken!

Erzbischof Becker setze dem neuen Abt die Mitra auf, und sein Vorgänger, Abt Dominicus Meier OSB übergab ihm den Abtsstab der Abtei Königsmünster. Unter dem Gesang der Gemeinde nahm Abt Aloysius neben dem Erzbischof seinen Platz ein.

Impressionen von der Abtsbenediktion. Foto: Benediktinerabtei Königsmünster

Impressionen von der Abtsbenediktion. Foto: Benediktinerabtei Königsmünster

Gregorianischer Choral und Taizé-Gesänge, Lieder aus dem neuen Gotteslob und ein Chor aus Lehrern des Gymnasium füllten den Gottesdienst mit musikalischer Vielfalt. An seinem Ende ergriff Abt Aloysius das Wort. „Kommt zu Christus als zu dem lebendigen Stein, der von den Menschen verworfen ist, aber bei Gott auserwählt und kostbar,“ griff er wie unmittelbar nach seine Wahl die Herrenhuter Tageslosung auf. „Er, Christus, ist Mittelpunkt und er soll es auch während meiner Amtszeit bleiben.“ „Und hier knüpfe ich gleich mit meinem Wahlspruch an: Wandelt in der Liebe!

Dieses Wort sei ihm Auftrag und Anspruch, betonte Althaus. Und schaute damit zurück auf seine Aufgaben der letzten Jahre. Besonders bedankte er sich bei den Ordensfrauen, die er in dieser Zeit begleitet hatte – und von denen über 100 in der Kirche anwesend waren.

Besonders bedankte sich Abt Aloysius bei seinen Eltern: „Geprägt von ihrer Liebe, ihrer Sorge um unsere Familie und nicht zuletzt durch ihre Unterstützung konnte ich bis in diese Stunde hinein meine Gottsuche schon in frühen Jugendjahren beginnen.“ „Dafür, Mama und Papa, kann ich nur Gott um seinen Segen für euch bitten.

Impressionen von der Abtsbenediktion. Foto: Benediktinerabtei Königsmünster

Impressionen von der Abtsbenediktion. Foto: Benediktinerabtei Königsmünster

Abt Aloysius verwies auf seine ökumenischen Wurzeln und seine Verheimatung auch in den evangelischen Kirchen seiner Heimat. Dem Erzbischof dankte er für die Wertschätzung, die er der Abtei entgegenbringt: „Ich verspreche Ihnen, dass unser Konvent auch in Zukunft das zur Ausbreitung des Reiches Gottes beiträgt, was in unserer Kraft steht.

Nur gemeinsam können wir Zukunft gestalten,“ betonte Abt Aloysius am Ende noch einmal. „Nehmen wir es mit in unseren Alltag: Wandelt in der Liebe!

Nachdem Gottesdienst folgten Hunderte der Einladung des Abtes zur Begegnung auf dem Schulhof. Wein, Apfelsaft aus der Klostermosterei und gutes Klosterbrot, überbacken mit verschiedenen Auflagen aus der Klosterküche stärkten den Leib, viele Gespräche, ausgetauschte Erinnerungen und Gedanken die Seele. Bis um 15.00 Uhr das Glocken-geläut zur Dankesvesper in die Abteikirche einlud.

Für die Mönchsgemeinschaft und viele Mitarbeitende stand das große Aufräumen an. Mit vereinten Kräften gelang das wie der Aufbau in kurzer Zeit – so dass sich die Mönche um 19.00 Uhr noch zu einem festlichen Abendessen versammeln konnten, um endlich auch ganz unter sich ihren neuen Abt zu feiern. Und auf das Gelingen des Festes anzustoßen.

Quelle: Benediktinerabtei Königsmünster