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Meschede. Wildschäden und ihre Folgen standen im Mittelpunkt des Waldbegangs des Rates der Stadt Meschede mit Stadtförster Roland Wiese. Auf einer Fläche in Hirschberg, die zum Stadtwald Warstein gehört, sahen sich die Ratsmitglieder Schälschäden durch Sika- und Rotwild an. Gerade in Mischwäldern richten die Tiere erhebliche Schäden an. Durch die unmittelbare Nachbarschaft könnte das auch im Mescheder Stadtwald zu einem großen Problem werden.

Ist die Rinde einmal angefressen, wird der Baum an dieser Stelle faul“, erläuterte Roland Wiese. Die Folge: Bei starkem Wind oder bei Schneelast könnten die Bäume dort abbrechen, ähnlich einer Sollbruchstelle. Hinzu kommen erhebliche wirtschaftliche Schäden durch Wertverlust des Holzes.In Warstein habe man bereits Maßnahmen dagegen ergriffen: Um die Wilddichte zu verringen, würden mehr Tiere abgeschossen. Die Folge: Das Rotwild und die deutlich kleineren Sika-Hirsche weichen in die Nachbarwälder aus. „Bei uns steigt dadurch die Wilddichte und in der Folge das Ausmaß an Schälschäden. Dem müssen wir jetzt vorbeugen“, so der Stadtförster.

Ein erster Schritt ist die Kooperation mit den Städten Warstein und Brilon: Zum 01. April 2016 treten in den drei Kommunen gleichlautende Jagdpachtverträge in Kraft bzw. sind schon in Kraft. Diese sehen künftig, so Roland Wiese, „restriktivere Schadensersatzforderungen“ bei Wildschäden vor. Damit wolle man erreichen, dass die Jagdpächter den Bestand reduzieren. Denn: „Gesundes Wild in einem gesunden Wald – dann kommen alle miteinander aus“, formuliert es der Stadtförster, „niemand will die Tierarten ausrotten, aber wir wollen auch einen artenreichen Baumbestand erhalten.

Die Mitglieder des Stadtrates wurden von Stadtförster Roland Wiese über die Folgen der Wildschäden auf benachbarten Flächen für den Mescheder Stadtwald informiert. Foto: © Stadt Meschede

Die Mitglieder des Stadtrates wurden von Stadtförster Roland Wiese über die Folgen der Wildschäden auf benachbarten Flächen für den Mescheder Stadtwald informiert. Foto: © Stadt Meschede

In der Ratssitzung am Donnerstag [03. September 2015] wird dieses Thema aufgegriffen: Es geht um die Pachtverträge für die beiden Jagdreviere im Stadtwald. Die Ausschreibungen sind beendet, Gebote liegen vor. Die Ratsmitglieder, die jedes Jahr ein bis zwei Mal vor Ort über die Arbeit und Probleme im Stadtwald informiert werden, müssen nun entscheiden, wer den Zuschlag bekommt.

Quelle: Stadt Meschede