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Meschede. In der Wahrnehmung vieler Zeitgenossen befindet sich die Menschheit gegenwärtig in einer Situation mit apokalyptischen Zügen. Der promovierte Theologe Gregor Taxacher hat dafür ein ausgeprägtes Gespür und fragt in einer Reihe bemerkenswerter Bücher, woher das kommt und was das zu bedeuten hat.

Er tut das nicht im Rahmen einer bloß akademischen Theologie, sondern war und ist nach zehn Jahren in der Erwachsenenbildung als freier Journalist, Autor, Lehrbeauftragter für Theologie an der Universität Dortmund und beim WDR tätig.

In seinem jüngsten Werk mit dem Untertitel „Wie wir wurden, was wir sind“ geht Taxacher den Weg weit hinter die offenkundigen Konflikte unserer Gegenwart zurück. Bei diesen ansetzend spürt er in der Menschheitsgeschichte etwas wie frühe „Bruchlinien“ – so der Buchtitel – auf und zeigt, wie diese heute global zutage treten und sich auch lokal auswirken. Bedeutet diese Analyse aber, dass die Bruchlinien unvermeidbar in Sackgassen führen, oder eröffnet diese Sichtweise auch hoffnungsvolle Chancen des Umdenkens und eines neuen Handelns?

Gregor Taxacher plädiert für die hoffnungsvolle Sichtweise, deren Umsetzung allerdings allein bei uns liegt. Wie in einer Psychotherapie geht es darum, die eigene Geschichte rückwärts aufzudecken in der Hoffnung, frei zu werden und an die Quellen zu gelangen, die uns Kraft zu neuen Wegen geben können. Er sagt: „Tatsächlich befasse ich mich seit Jahren mit apokalyptischem Denken und was es uns heute zu sagen hat. Macht das am Ende depressiv? Keineswegs, meine ich. Es macht aufmerksam. Und es scheidet christliche Hoffnung von reinem Optimismus.

Das Abteigespräch findet am Montag [29. Februar 2016] um 19:30 Uhr in der Aula des Benediktinergymnasiums auf dem Klosterberg in Meschede statt. Der Abteiladen bereitet zum Thema wieder einen Verkaufstisch vor, auf dem auch die Publikationen des Referenten angeboten werden.

Quelle: Abtei Königsmünster