Print Friendly, PDF & Email

Meschede. Von außen sieht man fast nichts. Nur das schwarze Netz unter einem der drei Brückenbögen der Mescheder Ruhrbrücke deutet auf Schäden hin. Der Beton hat gelitten unter der mangelnden Abdichtung. Streusalz und Wasser drangen ein. Betonproben ergaben bereits 2007: Der Stahl im Beton rostet. An einigen Stellen platzt Beton ab.

Im Rahmen der REGIONALE 2013 nimmt sich die Stadt Meschede nun auch dieser Baustelle an: Die 1950 gebaute Ruhrbrücke wird saniert. 610 000 Euro kostet die Maßnahme. Die eigentliche Sanierung muss die Stadt komplett selbst tragen – macht 250 000 Euro. Von der Restsumme kommen 70 Prozent aus REGIONALE-Mitteln, der Rest aus der städtischen Schatulle.

Rafael Czochara erläutert die Baumaßnahme an der Ruhrbrücke. Am Brückenbogen erkennt man das Netz, das abplatzenden Beton auffängt. Foto: Stadt Meschede

Rafael Czochara erläutert die Baumaßnahme an der Ruhrbrücke. Am Brückenbogen erkennt man das Netz, das abplatzenden Beton auffängt. Foto: Stadt Meschede

Zwei bis drei Zentimeter dick sei die äußere Schicht, die von Korrosion betroffen sei, erläutert Rafael Czochara vom Fachbereich Infrastruktur. Schon in den 80er Jahren prüfte man den Zustand der Brücke. Die Schäden, so sagt es der Fachmann, „habe sich in den letzten Jahren verstärkt“. Er betont: „Die Standfestigkeit der Ruhrbrücke war immer gesichert.“ Das schwarze Netz hängt seit 2009 unter einem der Brückenbögen, um abplatzenden Beton aufzufangen.

Zunächst wird der gesamte Belag der Brücke abgefräst. Die Brüstungsmauer wird komplett entfernt. Die Naturstein-Verblendung wird ebenfalls abmontiert. Auch diese Verkleidung mit Anröchter Kalksandstein weist Schäden auf: „Da sind Risse in der Verblendung. Würden wir ein paar Jahre länger warten, würden die Steine herunterfallen“, erklärt Rafael Czochara. Retten will man auf jeden Fall die Abdeckplatten der Brüstung. Soweit noch unbeschädigt sollen auch die Bruchsteine gereinigt und wieder verwendet werden, der Rest wird erneuert mit Anröchter Steinen.

So soll die Ruhrbrücke nach der Sanierung aussehen. Fotomontage: Stadt Meschede

So soll die Ruhrbrücke nach der Sanierung aussehen. Fotomontage: Stadt Meschede

Ist die Brücke dann komplett freigelegt, wird der Beton erneut untersucht. Böse Überraschungen wird es nicht geben: „Es ist mit Sicherheit nicht mit dem Abriss der Brücke zu rechnen.“ Knifflig wird die Baumaßnahme durch die vielen Versorgungsleitungen in den jetzigen Gehwegen: 20 Telefonkabel und rund ein Dutzend RWE-Leitungen sowie eine Gasleitung werden dort über die Ruhr geführt. Nicht sanierungsbedürftig sind die Brückenpfeiler: „Die sind intakt“, sagt Rafael Czochara, „sie werden höchstwahrscheinlich gereinigt und neu verfugt.

Die Ruhrbrücke wird ein anderes Gesicht bekommen. Die bisherige Brüstung ist nur 70 Zentimeter hoch, viel zu niedrig nach heutigen Vorschriften. 1,30 Meter muss sie künftig hoch sein. Damit das nicht zu wuchtig aussieht, wird sie aufgelockert durch Stahlgeländer wie an der geöffneten Henne.

Anders wird es künftig auch auf der 16 Meter breiten Brücke aussehen: Statt der bisher neun Meter breiten Fahrbahn wird die Straße künftig als Einbahnstraße einspurig über die Ruhr geführt. Auf der Straßenseite Richtung Hennezufluss entsteht ein 6,25 Meter breiter Geh- und Radweg, über den dann auch der Ruhrtalradweg geleitet wird. Auf der anderen Seite wird ein 4,50 Meter breiter Gehweg errichtet.

Foto: Stadt Meschede

Foto: Stadt Meschede

Während der gesamten Bauzeit können Fußgänger und Fahrradfahrer die Ruhrbrücke weiterhin nutzen. Rafael Czochara rechnet damit, dass die Maßnahme Ende des Jahres fertig ist und die Brücke dann wieder für den Verkehr freigegeben werden kann. „Dann darf natürlich nicht der Winter im Oktober beginnen“, betont er. Die Abdichtung aus Kunstharz und Bitumenbahnen, die auf den Beton aufgetragen wird, kann man nicht bei Temperaturen unter 8 Grad aufbringen.

Quelle: Stadt Meschede