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Meschede. Ein fremdes Land, eine fremde Sprache, dazu völlig unbekannte Behörden, Anträge und ein ganz anderer Alltag: Menschen, die als Asylbewerber nach Deutschland kommen, stehen vor einem ganzen Berg an Herausforderungen. Um diesen „Berg“ zumindest ein Stück weit abzutragen, haben die Stadt Meschede und die Diakonie Ruhr-Hellweg e.V. in Arnsberg eine Zusammenarbeit vereinbart. Davon profitieren die Asylbewerber und die Stadt Meschede gleichermaßen.

Hintergrund: Die Zahl der Menschen, die als Flüchtlinge nach Deutschland kommen, wächst. Allein im Oktober 2013 zum Beispiel verzeichnete das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge 12.940 Erstanträge – der höchste Wert seit November 1995. Das hat auch Auswirkungen auf die Zuweisungszahlen in Meschede: So wurden in der Kreis- und Hochschulstadt im vergangenen Jahr 48 Asylbewerber zusätzlich aufgenommen.

Dabei hat das Team des Fachbereichs Soziales in der Stadtverwaltung Meschede zunehmend auch mit sprachlichen Barrieren zu kämpfen – zum Beispiel dann, wenn Personen aus Eritrea oder Mali nach Meschede kommen. Und mehr als das – Leben und Alltag in Deutschland sind komplett anders als das, was die Flüchtlinge aus ihren Herkunftsländern kennen. „Es sind deshalb ganz viele Bereiche des täglichen Lebens, bei denen Asylbewerber nach ihrer Einreise in Deutschland auf Betreuung und Unterstützung angewiesen sind“, weiß Ulrich Schürmann, Leiter des Fachbereichs Soziales der Stadt Meschede.

Allerdings können wegen der Vielzahl der Flüchtlinge und ebenso wegen der fehlenden Möglichkeiten zum sprachlichen Austausch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Stadtverwaltung die Betreuung nicht in der Form leisten, wie sie eigentlich nötig wäre. Seit Jahresbeginn arbeiten deshalb die Stadt Meschede und die Diakonie Ruhr-Hellweg e.V. in dieser Frage zusammen: Dabei stellt die Diakonie in einem bestimmten Zeitrahmen Betreuungsleistungen zur Verfügung. Das Spektrum ist bewusst breit gesteckt: Mithilfe bei Behörden- oder Schulangelegenheiten der Kinder, Sprachunterstützung und Dolmetschertätigkeiten gehören ebenso dazu wie Hilfestellungen bei Mietverhältnissen, Energieverträgen und vieles mehr. Nutzen können die Betreuung alle Asylbewerber, die in Meschede in den städtischen Einrichtungen untergebracht werden.

Außerdem finden in diesen Unterkünften sowie im Mescheder Rathaus regelmäßige Sprechstunden einer Mitarbeiterin und Dolmetscherin der Diakonie statt. Ulrich Schürmann: „Schon bei der Ankunft in Meschede kann so die Betreuung zum Beispiel auch in arabischer Sprache erfolgen.“ Das Ziel: Flüchtlinge sollen so bei ihrer Ankunft und auch im weiteren Verlauf nicht allein gelassen werden und Hilfe erhalten, um sich in ihrer fremden, neuen Umgebung zurechtzufinden. Dazu trägt auch bei, dass die Kreis- und Hochschulstadt Meschede Anfängersprachkurse unterstützt, die von der Diakonie in Zusammenarbeit mit der evangelischen Kirchengemeinde durchgeführt werden.

Partner in dieser Zusammenarbeit sind die Flüchtlingsberatung der Diakonie sowie der Fachbereich Soziales der Stadtverwaltung Meschede. Fachbereichsleiter Ulrich Schürmann: „Die Kooperation sorgt für eine verbesserte Aufnahme, Betreuung und soziale Eingliederung der zugewiesenen Asylbewerber.“ Doch dem Team des Fachbereichs Soziales komme die Zusammenarbeit ebenso zugute: „Die Kommunikation wird erleichtert, Missverständnisse werden vermieden und für unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ergeben sich zeitliche Vorteile“, erläutert Ulrich Schürmann.

Bürgermeister Uli Hess begrüßt die Kooperation: „Die Fachkenntnisse, die die Diakonie auch sprachlich aus ihrer Erfahrung in der Flüchtlingsarbeit mitbringt, tragen zu einer qualifizierten Betreuung der Asylbewerber bei.“ Dies mache es möglich, sich im Alltag der Stadt Meschede einfacher zurechtzufinden – Uli Hess: „Und davon profitieren alle Beteiligten.

Quelle: Stadt Meschede