Print Friendly, PDF & Email

Meschede. Die Stadt Meschede könnte im Herbst 2013 einen erneuten Anlauf starten, die weiterführenden Schulen im Stadtgebiet zum Schuljahr 2014/15 zu einer Sekundarschule weiterzuentwickeln. Das jedenfalls schlägt die Stadtverwaltung den Mitgliedern des Ausschusses für Bildung und Sport vor.

Das Ziel: „Die Stadt Meschede will ein modernes Schulangebot mit optimaler Berufsvorbereitung sowie bestmöglicher persönlicher Förderung auf Dauer sicherstellen“, so Bürgermeister Uli Hess. Gerade die individuelle Förderung nach persönlichen Stärken und Talenten bilde einen Schwerpunkt im Programm einer Sekundarschule – „damit ist sie die ideale Ergänzung für das breite Schulangebot, das wir im Bereich der Sekundarstufe II hier in Meschede haben“, unterstreicht Uli Hess.

Bereits im vergangenen Jahr hatte die Stadt Meschede bereits einen Vorstoß zur Gründung einer Sekundarschule in der Kernstadt Meschede mit einem Teilstandort in Freienohl unternommen. Allerdings: Die Zustimmung der Eltern zu diesem Projekt reichte nicht für eine Umsetzung aus. In der Zwischenzeit, resümieren die Verantwortlichen der Stadtverwaltung, habe sich jedoch eine Menge getan: In einer Bürgerinitiative machen sich Eltern für die Sekundarschule stark, in anderen Kommunen gibt es erste positive Erfahrungen mit der neuen Schulform. Auch sind Grundsätze und Schwerpunkte der Sekundarschule vielen Eltern bekannter als noch im Vorjahr. „Die Bürgervertreter in unserem Stadtrat sehen in der Öffentlichkeit einen deutlichen Stimmungswandel in der Schulfrage“, so Bürgermeister Hess, „und dem möchten wir Rechnung tragen.“

Sollte nach dem Ausschuss für Bildung und Sport auch der Stadtrat in seiner Sitzung am 23. Mai „grünes Licht“ geben, könnten in einem ersten Schritt im Herbst die Eltern der Jungen und Mädchen, die dann die vierten Klassen der Grundschulen im Stadtgebiet besuchen, zu ihrer Haltung zur Gründung einer Sekundarschule befragt werden. Allerdings: Auch bei einem insgesamt positiven Votum der Eltern ist es offen, ob in Freienohl ein Teilstandort der Sekundarschule gebildet werden kann. Die Prognosezahlen der Stadt Meschede lassen das zumindest zweifelhaft erscheinen: „Für den Hauptstandort in der Kernstadt Meschede brauchen wir pro Jahrgang mindestens 75 Kinder, für einen Teilstandort Freienohl weitere 50 – und das über einen Zeitraum von mindestens fünf Jahren. Leider sind diese Anmeldezahlen angesichts stark abnehmender Jahrgangsgrößen kaum zu erzielen“, so Gisela Bartsch, Leiterin des Fachbereichs Generationen, Bildung, Freizeit.

Hintergrund: Zum einen sinken die Schülerzahlen insgesamt – bedingt durch den demographischen Wandel – in den kommenden Jahren stetig. Zum anderen hat das Gymnasium der Benediktiner angekündigt, künftig kontinuierlich drei 5. Eingangsklassen zu bilden. So bleiben nach den Prognosen der Stadt Meschede zum Schuljahr 2014/15 nur 131 Schülerinnen und Schüler übrig, deren Eltern sich für eine Sekundarschule aussprechen können. Bürgermeister Uli Hess: „Letztlich entscheiden aber keine Prognosezahlen, sondern Menschen.“ Die Stadt Meschede setze – auch – in der Frage der Schulentwicklung auf höchstmögliche Transparenz – Bürgermeister Hess: „Eltern entscheiden hier über die Zukunft der Schullandschaft mit – und dabei müssen sie auch wissen, welche Konsequenzen ihre Entscheidungen für eben diese Schullandschaft haben.“

Sollten die Ergebnisse der Befragung deutlich machen, dass eine Sekundarschule nur mit einem Kernstandort am August-Macke-Schulzentrum gegründet werden kann, würden die Realschule der Stadt Meschede, die St.-Walburga-Hauptschule und die Konrad-Adenauer-Hauptschule auslaufen. Das heißt, dass ab dem Schuljahr 2014/15 keine Eingangsklassen mehr gebildet werden – Schülerinnen und Schüler, die die Schulen zu diesem Zeitpunkt besuchen, können dort aber auf jeden Fall noch ihren Abschluss machen.

Ein Arbeitskreis zum Thema Schulentwicklung, der sich aus Vertretern aller Fraktionen im Stadtrat zusammensetzt, hat die Pläne zu einem erneuten Vorstoß zur Gründung einer Sekundarschule ausdrücklich begrüßt. Zwar bringe eine Sekundarschule eine Abkehr von den bisherigen städtischen Schulen mit sich, so Bürgermeister Uli Hess – gleichzeitig bedeute sie aber auch eine entscheidende Qualitätsverbesserung für die Schülerinnen und Schüler der bisherigen Haupt- und Realschulen: „Das System der Sekundarschule erlaubt es, persönliche Talente und Fähigkeiten gezielt zu unterstützen. Durch Ganztagsangebote und Mittagessen wird Schule nicht nur ein Lern-, sondern Lebensraum, in dem neben Wissensvermittlung besonders auch soziale Kompetenzen im Vordergrund stehen.“

Der Ausschuss für Bildung und Sport beschäftigt sich mit dem Thema Sekundarschule in seiner Sitzung am Montag, 6. Mai, um 17 Uhr im Rathaus. Die Zusammenkunft ist öffentlich, alle Interessierten sind eingeladen.

Quelle: Stadt Meschede