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Meschede / Grevenstein. Sie ist wohl eine der ältesten „Bürgerbewegungen“ in der Region – denn im wahrsten Sinn des Wortes bringt die Tradition der Schnadezüge Bürger in Bewegung: Vor Jahrhunderten, um die Grenzen der eigenen Stadt zu kontrollieren; in der Gegenwart, um gemeinsam unterwegs zu sein, Natur zu erleben, die Heimat zu entdecken und Geselligkeit zu leben.

Denn Schnade will vor allem eines sein: Ein Tag für die Bürger und mit den Bürgern. In diesem Jahr findet der Schnadezug am Samstag [20. September 2014] statt und führt – traditionell angeführt von Stiftsjäger Lothar Fülling – nach Grevenstein. Dort feiern Einwohner und Gäste an diesem Wochenende die Verleihung der Stadtrechte vor 700 Jahren.

Freuen sich auf zahlreiche Schnadegänger, die den Weg nach Grevenstein unter ihre Wanderschuhe nehmen: Die Mitglieder des Arbeitskreises Schnade am Endrastplatz „An den Fischteichen“. Foto: Stadt Meschede

Freuen sich auf zahlreiche Schnadegänger, die den Weg nach Grevenstein unter ihre Wanderschuhe nehmen: Die Mitglieder des Arbeitskreises Schnade am Endrastplatz „An den Fischteichen“. Foto: Stadt Meschede

Beginn ist um 9 Uhr mit einer kurzen Andacht auf dem Stiftsplatz, von wo es – begleitet durch die Blasmusik der „Caller“ – durch die Fußgängerzone zum Busbahnhof geht. Gegen ein geringes Entgelt befördern Busse die Schnadegänger ins Bioenergiedorf Wallen, wo sich um 10 Uhr weitere Wanderer aus Calle und Umgebung dem Schnadezug anschließen können.
Die insgesamt rund 12,5 Kilometer lange Strecke führt zunächst am Wallenstein vorbei bis hinunter zur Wenne und zum Gut Blessenohl. Hier steht für die älteren Teilnehmer ein Planwagen bereit, der sie zum Frühstücksplatz bringt. Der wird gegen 11.30 Uhr erreicht und befindet sich auf dem Sechswegeplatz an der Burg. Hier können weitere Schnadegänger und Grevensteiner zu der Gruppe stoßen.

Gegen 12.30 Uhr startet der Weitermarsch um den Uchtenberg zum 700-jährigen Bergstädtchen Grevenstein. Ankunft am Endrastplatz an den Fischteichen im Naturpark Homert ist um 14 Uhr. Hier begrüßen Böllerschüsse die Schnadegänger – allerdings in friedfertiger und freundschaftlicher Absicht.

Dort wartet nicht nur Geselligkeit mit Musik von den „Callern“ und guter Laune, sondern natürlich auch das berühmt-berüchtigte „Stutzäsen“ – mit dem „Kontakt“ des Hinterteils mit dem Grenzstein soll den Schnadegängern so nachhaltig der Grenzverlauf „eingeprägt“ werden. Die Bewirtung übernehmen die Grevensteiner Chöre MGV „Concordia“ und der Gemischte Chor „Chorizont“, unterstützt von den örtlichen Vereinen. Die Speisen drehen sich diesmal um das Thema „Rund um die Kartoffel“ – selbstverständlich dürfen aber auch Würstchen, Steaks sowie Kaffee und Kuchen nicht fehlen. Für die kleinen Schnadegänger gibt es ein Kinderkarussell sowie weitere Überraschungen. Rückfahrmöglichkeit nach Meschede besteht – ebenfalls gegen einen geringen Unkostenbeitrag – ab 17 Uhr. Die Mitglieder des Arbeitskreises laden alle Bürgerinnen und Bürger zum diesjährigen Schnadezug ein: „Schnade trennt nicht mehr, sondern verbindet Nachbarn.

Quelle: Stadt Meschede