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Meschede. Neue Perspektiven für das Grundstück der ehemaligen Franz-Stahlmecke-Schule: Der Mescheder Stadtrat hat jetzt beschlossen, für das gesamte rund 10.500 Quadratmeter große Areal ein so genanntes „zweistufiges Bieterverfahren“ durchzuführen. Das Ziel: Eine städtebaulich sinnvolle und tragfähige Nutzung des Grundstücks zu erreichen – und einen wirtschaftlichen Verkaufspreis für die Stadtkasse zu erzielen.

Hintergrund: Bisherige Bemühungen der Stadtverwaltung, das Areal zu verkaufen, waren nicht von Erfolg gekrönt – trotz Gesprächen mit gleich mehreren Interessenten. Da die Kreis- und Hochschulstadt Meschede jedoch gute Erfahrungen mit der Vermarktung der ehemaligen Grundschule in Calle gemacht hat, soll nun ein öffentliches Interessenbekundungsverfahren neue Ideen für eine künftige Nutzung entwickeln. Dieses Verfahren gilt dabei für das Gesamtgrundstück – „mögliche Interessenten sollen ein Höchstmaß an Flexibilität haben“, so Klaus Wahle, Leiter des Fachbereichs Planung und Bauordnung.

Das Verfahren selbst enthält zwei Stufen: In einem ersten Schritt – dem so genannten Interessenbekundungs-verfahren – können sich innerhalb einer vorgegebenen Frist potenzielle Interessenten im Rathaus melden. In dieser Stufe werden zunächst nur allgemeine Anforderungen an die Bieter abgefragt – zum Beispiel die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit oder die Erfahrungen in der Entwicklung vergleichbarer Flächen. Geeignete Bewerber erhalten dann die Möglichkeit, anhand bestimmter Vorgaben einen städtebaulichen Entwurf sowie ein Kaufpreisangebot vorzulegen.

Dabei sollen Interessenten größtmögliche Freiräume haben, unterstreicht Klaus Wahle. So müsse der jetzige Gebäudebestand nicht mehr zwingend erhalten bleiben: „Die Erfahrung zeigt, dass eine Umnutzung des Gebäudes für schulische Zwecke unrealistisch ist.“ Aus Sicht des Stadtrates wäre es wünschenswert, bei einer zukünftigen Gestaltung des Geländes möglichst viel der derzeitigen Gebäudesubstanz zu berücksichtigen. Eine künftige Nutzung müsse zudem im Einklang mit der Umgebung stehen – „deshalb kommen bei einer Neukonzeption des Geländes nur solche Nutzungen in Frage, die baurechtlich in einem Allgemeinen Wohngebiet zulässig sind“, betont Klaus Wahle.

Die Haupterschließung sollte von der Straße An Klocken Kapelle erfolgen; ebenso ist die Vorgabe, dass bisherige fußläufige Verbindungen über das Grundstück von Marienstraße und Elisabethstraße zur Straße An Klocken Kapelle sowie von dort über die Treppenanlage zur Gebkestraße möglichst erhalten bleiben. „Sie sind vor allem für Schüler sowie die Besucher der Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt und der Offenen Tür von Bedeutung“, so Klaus Wahle.
Bürgermeister Uli Hess sieht in dem jetzt beschlossenen Verfahren vor allem einen „Wettbewerb der Ideen“. Der große Vorteil sei, dass die Kreis- und Hochschulstadt Meschede dabei deutlichen Einfluss auf die Planung und die zukünftige Nutzung nehmen könne. Denn die Planungen und Konzepte, die von den Bietern vorgelegt werden, sollen im Rat vorgestellt werden.

Die Bürgervertreter entscheiden dann, wer das beste Konzept erarbeitet hat. Uli Hess: „Bei einem späteren Zuschlag kann auch ein hervorragendes städtebauliches Konzept den Vorzug vor einem höheren Kaufpreis erhalten.“ Als Rahmen für die Dauer des Verfahrens, das der Stadtrat jetzt beschlossen hat, sieht die Stadtverwaltung einen Zeitraum von rund einem halben Jahr.

Quelle: Stadt Meschede