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Meschede. Oftmals werde der barrierefreie Umbau einer Wohnung, weil deren Besitzer oder Mieter das Seniorenalter erreicht haben, als Einschränkung oder gar Makel empfunden, weiß Hartmut Köllner, Pfarrer i.R. und Mitglied der Projektwerkstatt „Wohnen im Alter“ in den „Mescheder Stadtgesprächen“. Doch bei näherer Betrachtung sei eigentlich das Gegenteil der Fall: „Es ist ein Mehr an Lebensqualität, ein Qualitätszuwachs beim Wohnen.“ Ein eigener Flyer soll nun auf das Thema Barrierefreiheit aufmerksam machen.

Barrierefreiheit bringt ein Plus an Wohnqualität: Die Verantwortlichen stellten jetzt im Mescheder Rathaus den neuen Flyer vor. Bildnachweis: Stadt Meschede

Barrierefreiheit bringt ein Plus an Wohnqualität: Die Verantwortlichen stellten jetzt im Mescheder Rathaus den neuen Flyer vor.
Bildnachweis: Stadt Meschede

Erstellt haben ihn Mitglieder der Projektwerkstatt „Wohnen im Alter“ gemeinsam mit dem Arbeitskreis „Eigene Wohnvorsorge für das Alter“ des Mescheder Seniorenbeirats und der Behinderten-Interessen-Vertretung (BIV) Meschede e.V. Die Stadt Meschede und Stadtmarketing haben das Projekt unterstützt. Ziel des Flyers: „Wir wollen Haueigentümer und Mieter für dieses Thema sensibilisieren“, bringt es Seniorenbeirat-Vorsitzender Manfred Breider auf den Punkt. Und dabei seien es keineswegs nur ältere Menschen, für die Barrierefreiheit ein Gewinn an Wohnqualität bedeute, ergänzt Heinz Arenhövel (BIV): „Auch Menschen mit Bewegungseinschränkungen, einem gebrochenen Bein oder Familien mit Kinderwagen profitieren.“

Gleichzeitig sei Barrierefreiheit mehr als nur die „Abwesenheit vom Stufen“, betont Wilhelm Spickenbom vom Seniorenbeirat: Rutschfeste Wege und Terrassen im Außenbereich, ausreichende Beleuchtung, ein genügend großes Badezimmer oder Schalter und Steckdosen in erreichbarer Höhe – wichtig seien ganzheitliche Lösungen für den Wohnbereich. Handwerkern als Ansprechpartnern für solche Bauvorhaben komme deshalb eine besondere Verantwortung zu: „Sie müssen in die richtige Richtung beraten.“

Die Verantwortlichen des Flyers haben deshalb den Kontakt mit der Kreishandwerkerschaft gesucht. Geschäftsführer Jochem Hunecke begrüßt das Engagement – bereits jetzt sei das barrierefreie Bauen ein Thema, mit dem sich die Mitgliedsbetriebe intensiv beschäftigen. „Es gibt viele vernünftige Lösungen“, so Jochem Hunecke – und dabei komme es auf mehr an als auf das reine Bauen. Zum Beispiel durch das Zusammenwirken verschiedener Gewerke: „Fachbetriebe sind in der Lage, umfassend zu beraten und Leistungen aus einer Hand anzubieten.“ Ziel müsse es sein, „älteren Menschen die Angst vor solchen Projekten zu nehmen.“ Dies unterstützt auch Hartmut Köllner – das Alter dürfe nicht tabuisiert werden: „Wir müssen im Gegenteil Lust auf solche Wohnformen machen.“

Bürgermeister Uli Hess freut sich über das bürgerschaftliche Engagement: „Das Ziel, die Menschen vor dem Bau oder Umbau für das Thema Barrierefreiheit zu sensibilisieren, ist enorm wichtig – schließlich fängt man normalerweise nur einmal im Leben solch ein Projekt an.“ Besonders erfreulich sei, dass das Projekt aus der Bürgerschaft gewachsen sei: „Das zeigt, dass die Einladung zum Mitgestalten unserer Stadt wirklich angenommen wird.“ Eine Tatsache, die auf Gegenseitigkeit beruhe, meint Heinz Arenhövel: „Zwischen den verschiedenen Beteiligten hat sich eine hervorragende Zusammenarbeit entwickelt.“

Der Flyer „Barrierefreiheit: Neubauen – Anbauen – Umbauen – Renovieren“ ist in einer Auflage von 500 Exemplaren entstanden und liegt in Kürze in Arztpraxen, Gemeindehäusern sowie allen Dienststellen der Stadt Meschede kostenlos zur Mitnahme bereit. Selbstverständlich wird der Flyer auch bei den nächsten „Mescheder Stadgesprächen“ vorgestellt: am Montag, 18. März, um 18 Uhr im Gemeinsamen Kirchenzentrum.

Quelle: Stadt Meschede