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Meschede. Im Bürgerzentrum Alte Synagoge tritt am Samstag [28. September 2013] um 20 Uhr der Berliner Sänger Hans Hegner mit seinem Ensemble auf, um an einen fast vergessenen Dichter und Musiker des Hochmittelalters zu erinnern: „Süßkind von Trimberg, den Minnesänger mit dem Judenhut“.

Süßkind, der Mitte des 13. Jahrhunderts lebte, ist der einzige jüdische Minnesänger, der uns überliefert ist. Dies allerdings an prominenter Stelle, in der bedeutendesten Handschrift des deutschen Minnesangs, der prachtvoll bebilderten Manessischen Liederhandschrift. Verkörpert wird Süßkind durch Hans Hegner, der sich seit 30 Jahren intensiv mit mittelalterlicher Musik theoretisch und praktisch auseinandersetzt. Er wird von einem kleinen Ensemble mit historischem Instrumentarium begleiten.

Sänger Hans Hegner mit dem damals typischen "Judenhut". Foto: Pressebild

Sänger Hans Hegner mit dem damals typischen „Judenhut“. Foto: Pressebild

Neben einem herrlichen Liebeslied sind die Themen der Lieder Süßkinds eher der sogenannten Spruchdichtung zuzurechnen, die in der Tradition Walthers von der Vogelweide zu gesellschaftlichen und politischen Themen durchaus kritisch Stellung bezog. In der kunstfertigen Dichtung kommt aber auch ein origineller, persönlicher Ton ins Spiel, der in der Erfahrung eines jüdischen Lebens im Mittelalter wurzelt.

Die Hintergründe zu Leben, Werk und Zeit Süßkinds erläutert der Hofgeismarer Mittelalterspezialist Dr. Lothar Jahn. Ergänzend liest Peter Will einige Passagen aus dem Roman „Süßkind von Trimberg“ von Friedrich Torberg.

Das Bürgerzentrum Alte Synagoge lädt zu diesem ungewöhnlichen Abend herzlich ein. Karten gibt es für 8 Euro (ermäßigt 5 Euro) im Vorverkauf bei den Mescheder Bürgerbüros (0291/205-136) und an der Abendkasse. Weitere Informationen im Mescheder Kulturkalender unter www.meschede.de.

Quelle: Bürgerzentrum Alte Synagoge / Ulrich Hengesbach