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Meschede. Das gute alte Plakat hat noch nicht ausgedient, Freunde sind und bleiben mit die wichtigste Quelle für Informationen über Veranstaltungen. Jungen Leuten ist ein vielfältiges kulturelles Angebot in der Stadt Meschede wichtig, aber zur Zeit ist für ihre Altersgruppe zu wenig und nicht immer das Richtige dabei. Das sind nur einige der Ergebnisse der Umfrage im Rahmen des neuen Kulturkonzepts der Stadt Meschede unter Jugendlichen und jungen Erwachsenen zwischen 14 und 25 Jahren.

Anne Wiegel, Mitarbeiterin im Fachbereich Generationen, Bildung, Freizeit, stellte sie bei der Veranstaltung „Jugend macht Kultur“ in der Stadthalle vor. 590 Fragebögen wurden ausgewertet, 3800 Personen in dieser Altersgruppe leben in der Stadt Meschede. 85 Prozent derjenigen, die den Fragebogen ausgefüllt haben, sind 14 bis 17 Jahre alt – wohl auch, weil die Aktion über die Schulen lief.

80 Prozent gaben an, mindestens einmal pro Jahr ins Mescheder Kino zu gehen. 20 Prozent nannten Rock/Pop/Metal, 11 Prozent Theater/Tanz, jeweils 10 Prozent Techno/House und Hip-Hop/Punk. 45 Prozent der Jugendlichen besuchten 2014 ein bis zwei Kulturveranstaltungen, 19 Prozent drei bis fünf, 4 Prozent sechs bis zehn, ein Prozent sogar mehr als zehn. Immerhin 30 Prozent jedoch nutzten kein einziges Kulturangebot. Auf die Frage, warum keine Kulturveranstaltung in Meschede besucht worden sei, kreuzten 49 Prozent „kein Interesse“ an, 34 Prozent „keine Zeit“, 27 Prozent „schlechtes Angebot“ und 24 Prozent „keine Infos“.

Das Kulturangebot in Meschede finden 28 Prozent schlecht bis sehr schlecht, 17 Prozent gut bis sehr gut – 55 Prozent haben gar keine Meinung dazu. Nach einzelnen Veranstaltungen befragt, die ihnen besonders gut gefallen haben, nannten die meisten Jugendlichen „Meschede live“ auf dem Stiftsplatz (106), weit abgeschlagen folgten das Innenstadtdinner (11), Live am See (3), die „Summersteps“ der Tanzetage (3), die Kneipennacht (2), Open Air Kino (2), das Gastspiel der Springmaus (2) und die Veranstaltung mit Luke Mockridge (2).

Die Menge der Angebote finden 30 Prozent „genau richtig“, 64 Prozent „eher zu wenig“ oder „viel zu wenig“. Besonders vermisst werden offenbar Konzerte und Partys: Techno/House, Rock/Pop/Metal und Hip-Hop/Punk wurden am häufigsten genannt. Beliebt als Veranstaltungsort ist vor allem der Hennesee (47 Stimmen), gefolgt von Stiftsplatz (19), Stadthalle und Kino (je 15).

Überraschendes Ergebnis: 60 Prozent werden durch Plakate oder Banner auf Veranstaltungen aufmerksam, 46 Prozent durch Tipps von Freunden, 32 Prozent durch Social Media, 19 Prozent durch einen Zeitungsbericht. Bei den zwecks Information genutzten Internetseiten lag Facebook (inklusive der Facebook-Seiten von Zeitung, Stadt oder Stadtmarketing) mit 119 Stimmen weit vorn. Die Internetseite der Stadt und WhatsApp kamen je auf 6 Stimmen, die Internetseite der Zeitung auf 4, Instagram, Google und Twitter je auf 3 Stimmen, die Internetseiten der Veranstaltungen auf 2. Die 14- bis 25-Jährigen sind laut Umfrage in diversen sozialen Netzwerken aktiv: 90 Prozent bei WhatsApp, 60 Prozent bei Instragam, 55 Prozent bei Facebook, 19 Prozent bei Twitter, 17 Prozent bei Google+.
Nicht nur im Netz sind die Befragten unterwegs, auch im realen Leben sind sie offenbar mobil: 29 Prozent fahren zu Kulturveranstaltungen in ganz NRW, 15 Prozent sogar deutschlandweit, 17 Prozent in Nachbarstädte, 19 Prozent nur in Meschede.

Kreative Ideen waren auch gefragt. Genannt wurden als Wunschveranstaltungen ein Manga-Workshop, Breakdance-Workshop oder ein Fotokurs; Rap, Rock, Punkrock oder Metal am Hennesee; ein Youtube-Community-Treffen auf dem Stiftsplatz, ein House-Festivel mit mehreren DJs am Hennesee (Strandparty); ein Innenstadtdinner international mit Essen aus aller Welt; ein Jungdesignermarkt. Ein vielfältiges kulturelles Angebot in der Stadt Meschede finden 74 Prozent „sehr wichtig“, „wichtig“ oder „etwas wichtig“; nur 27 Prozent kreuzten „weniger wichtig“ oder „unwichtig“ an.

Offenbar ist das kulturelle Angebot ein wichtiger Standortfaktor, um junge Leute an ihre Stadt zu binden. Kurz- oder mittelfristig planen 25 Prozent einen Wegzug aus Meschede, 44 Prozent wollen bleiben, 31 Prozent wissen es noch nicht. Gründe dafür waren zu 49 Prozent Beruf, 22 Prozent Privates. „Nichts los“ aber nannten immerhin 41 Prozent als Grund für ihren Wunsch, wegzuziehen.

Quelle: Stadt Meschede