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Meschede. Was lange währt, wird nicht nur gut, sondern sogar sehr gut: Mit dem Meschede-Center erhält die Kreis- und Einkaufsstadt einen neuen, attraktiven Besuchermagneten. Die Modehäuser H&M und Adler, Schuhpark, Medimax sowie zehn weitere Shops mit insgesamt rund 7.200 Quadratmetern Verkaufsfläche werden ab dem Herbst 2014 Besucher aus nah und fern anziehen. In Kürze beginnen die – umfangreichen – Umbauarbeiten an der früheren Hertie-Immobilie.

Gemeinsam stellten Investor Hubert Bövingloh und Meschedes Bürgermeister Uli Hess die Planungen vor. Mit der jetzt beschlossenen Bebauungsplanänderung, die für das Meschede-Center eine vergrößerte Verkaufsfläche möglich macht, sei quasi die letzte „Hürde genommen“, so Uli Hess – H&M nehme die Rolle des „Ankermieters“ ein, „und das wird gerade viele junge Menschen hier in Meschede freuen.

Mit rund 2.000 Quadratmetern Verkaufsfläche in Erd- und Obergeschoss wird sich H&M in Meschede präsentieren, informierte Investor Hubert Bövingloh. Ingesamt seien damit rund 71 Prozent der künftigen Verkaufsfläche vermietet; für weitere 20 Prozent laufen „sehr konkrete“ Gespräche. So werden noch ein Händler für Parfümerie und Drogerie in Meschede-Center einziehen, außerdem sind zwei Flächen für Gastronomen freigehalten. Ausdrücklich dankte Hubert Bövingloh dem Mescheder Bürgermeister für die bereits vierjährige gute Zusammenarbeit. Er habe immer zu dem Projekt gestanden, bekannte Hubert Bövingloh, „weil ich überzeugt war, dass es gut ausgehen wird.“ Rund 20 Millionen Euro wird der neue Besitzer in den Standort Meschede investieren.

Speziell für H&M wird das Meschede-Center in Richtung Sparkasse „wachsen“. Die Zufahrt zur Tiefgarage wird neu angelegt; parallel dazu entstehen zwölf neue Parkplätze. Auch die Stadthalle erhält einen neuen, separaten Eingangsbereich. Künftig durchzieht zudem eine Mall das Erdgeschoss des Meschede-Centers vom Winziger Platz in Richtung Fritz-Honsel-Straße; dort schließt sich eine neue Fußgängerbrücke an, die quer über die Ruhr verlaufen wird und Besuchern direkten Zugang zu den Parkplätzen bietet. Die alte Fußgängerbrücke am „Campus“ soll eine Funktion im Mescheder Stadtgebiet bekommen, erläuterte Bürgermeister Hess. Ebenso werde der Vorplatz auf der Seite der geöffneten Henne deutlich schrumpfen, aber, so Uli Hess: „Mir ist ein kleiner Platz lieber, auf dem etwas los ist, als ein großer Platz, auf dem nichts passiert.

Aus der früheren Hertie-Immobilie wird jetzt das Meschede-Center (v.re.): Hubert Bövingloh, Bürgermeister Uli Hess, Architekt Matthias Beier und Oliver Bövingloh. Foto: Stadt Meschede

Aus der früheren Hertie-Immobilie wird jetzt das Meschede-Center (v.re.): Hubert Bövingloh, Bürgermeister Uli Hess, Architekt Matthias Beier und Oliver Bövingloh. Foto: Stadt Meschede

Im Oktober 2013 soll es die Baugenehmigung für das Meschede-Center geben; zudem stimmt der Rat über einen städtebaulichen Vertrag ab. Ende Oktober 2013 könnte es dann mit den Umbauarbeiten losgehen, informierte Architekt Matthias Beier aus Berlin. Noch vor Weihnachten, so das Ziel, sollen die Pfahlgründungen für den Teil, der neu gebaut wird, im Boden sein – „dann können wir die Rohbaumaßnahmen über den Winter weiter vorantreiben“, so Matthias Beier. Das Ziel: Anfang Oktober 2014 sollen die Mieter einziehen – zum Weihnachtsgeschäft wäre das Meschede-Center „voll funktionsfähig“, erwartet Hubert Bövingloh.

Klar ist aber auch: Ohne Beeinträchtigungen werden die Bauarbeiten nicht ablaufen können. Die Stadthalle dürfte für eine längere Zeit nicht zur Verfügung stehen; zudem muss die Tiefgarage für rund ein halbes Jahr geschlossen werden. Gerade zum Weihnachtsgeschäft werde die Stadtverwaltung bestrebt sein, für „Ersatz“ zu sorgen, kündigte Uli Hess an. Letztlich ermöglichten es diese Schritte aber auch, das Bauvorhaben möglichst schnell und zielgerichtet umzusetzen, betonte der Bürgermeister. Auch Hubert Bövingloh warb um Verständnis: „Phasenweise werden rund 200 Handwerker auf der Baustelle sein“ – Lieferverkehr, Materiallager und auch Lärm seien nicht zu vermeiden. Doch auch hier werde man auf Information und Dialog mit den Anliegern setzen, so Hubert Bövingloh: „Wir können es nur gemeinsam umsetzen.

Die vergangenen vier Jahre bis zum „Startschuss“ für das Meschede-Center seien ein überaus schwieriger Weg gewesen, betonten Hubert Bövingloh und Uli Hess einmütig. Die Hertie-Insolvenz und die folgende Insolvenz der Gesellschaft Dawnay Day, äußerst komplexe Beteiligungsverhältnisse, deutsches, niederländisches und europäisches Insolvenzrecht und nicht zuletzt von der Deutschen Bank moderierte Gespräche – „hier mussten viele Probleme aus dem Weg geräumt werden“, so Uli Hess, der ausdrücklich den beteiligten Mitarbeitern und der Rechtsanwaltskanzlei Wolter-Hoppenberg dankte. Uli Hess: „Es wurde immer hart an dieser Lösung gearbeitet – auch wenn dies abseits der Öffentlichkeit passiert ist.“ Nun könne man definitiv nach vorn sehen, so der Bürgermeister: „Mit dem Meschede-Center werden wir viel Kaufkraft hier in Meschede binden.

Quelle: Stadt Meschede