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Meschede. Mit dem Lora Kostina-Trio beginnt am Sonntag [17. September 2017] die 6. Jazzsaison beim Mescheder Kulturring im Bürgerzentrum „Alte Synagoge“. Die besondere Atmosphäre dieses Raumes gibt den immer hochkarätig besetzten Konzerten dieser Reihe einen ganz eigenen Reiz, der in der hiesigen Jazzszene zu einem Begriff gewordenen ist.

Der Schwerpunkt des Trios um die Pianistin aus St. Petersburg sind die Eigenkompositionen der Namensgeberin. In ihren Kompositionen verbindet Lora Kostina oft lyrische Inhalte mit den verschiedenen Musiktraditionen. Es treffen sich die Strömungen des Modern Jazz, zeitgenössischer Musik und Klassik. Konkrete Thematik, verbunden mit improvisatorischem Feingefühl gibt den Stücken eine identifizierbare, unverkennbare Handschrift. Durch die Symbiose von komponierter und improvisierter Musik entstehen neue musikalische Formen.

„Walkürenritt“ – ein moderner Hit? Schumanns Klavierzyklus „Carnaval“ im Trio mit Schlagzeug interpretiert? Eine groovende Arie aus der Matthäuspassion von J. S. Bach, geht das? Kann man in einer sensiblen Jazzballade plötzlich einen Hauch Chopinscher Melodik und Harmonik erkennen? Wie spiegelt sich der improvisatorische Gestus einer Fantasie von Mozart in einer Jazzkomposition? Was haben das bekannte Jazzstück „St. Thomas“ und die Oper „Tannhäuser“ von Richard Wagner gemeinsam? Und wie klingen im Reformationsjahr 2017 Jazzarrangements der Kirchenlieder von Martin Luther – Melodien eines Visionärs – aus dem Blickwinkel einer der wichtigsten und einflussreichsten Musikrichtungen der Moderne?

Foto: © Lora Kostina

Foto: © Lora Kostina

In dem Programm begibt sich das Trio auf eine Entdeckungsreise und veranschaulicht, wie eng die Parallelen zurückliegender Musikepochen und des modernen Jazz – sowohl kompositorisch als auch in der „hohen“ Kunst der Improvisation – nebeneinander liegen.

Neben der Lora Kostina am Klavier gehört zum Trio der Bassist Daniel Werbach, der in der Thüringischen Rhön aufwuchs und im Alter von 16 Jahren – nach einigen Umwegen über andere Instrumente – begann, zunächst E-Bass zu spielen. Während des Studiums an der Musikhochschule Leipzig entdeckte er seine Liebe zum Kontrabass und begann die intensive Arbeit mit diesem Instrument. Ein Auslandssemester führte ihn unter anderem nach Kopenhagen, wo er bei Nils Henning Ørsted Pedersen studierte. Dritter im Bunde ist Stan Neufeld am Schlagzeug. Bereits mit 8 Jahren spielte er seinen ersten Gig und gewann mit 13 Jahren den „Best Young European Musician Competition 2002″. Vom unglaublichen Feeling, dem Talent und dem Groove des Drummers war unter anderen der weltberühmte Schlagzeuger Bernard Purdie hoch begeistert.

Seit 2008 studiert Stan an der Hochschule für Musik in Leipzig und arbeitete schon mit zahlreichen bekannten Künstlern, wie zum Beispiel Jazzlegende Richie Beirach zusammen.

Das Konzert im Bürgerzentrum „Alte Synagoge“ am Sonntag [17. September 2017] beginnt um 18 Uhr. Karten gibt für 17 Euro (es sind auch ermäßigte Karten vorhanden) im Vorverkauf in den Bürgerbüros der Stadt Meschede (Telefon: 0291-205136 und an der Konzertkasse.

Quelle: Kulturring Meschede e.V.
Foto: © Lora Kostina