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Meschede. Mit der „klaren Sicht“ ist es nach ein paar alkoholischen Getränken erstmal vorbei. Beim KlarSicht-MitmachParcours in der Aula des Städtischen Gymnasiums in Meschede konnten Schülerinnen und Schüler dies jetzt selber erleben – natürlich nicht mit Alkohol, sondern mit der Promille-Brille „Drunk Buster“. Die spielt dem Auge einen Rauschwert von etwa 1,3 bis 1,5 Promille vor. Dass plötzlich die einfachsten Handlungen zu großen Hindernissen werden, haben 300 Jugendliche der umliegenden Schulen so auf eindrucksvolle Weise selber erlebt. Der „Drunk Buster“ war dabei nur eine von insgesamt sechs Stationen, die in der Aula des Gymnasiums aufgebaut waren.

Die Jugendlichen für die Themen Alkohol und Nikotin zu sensibilisieren, das ist das Konzept des MitmachParcours der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA). Dabei werden die Schülerinnen und Schüler aktiv in das speziell für Jugendliche zugeschnittene Programm mit eingebunden. Spielerisch wird das eigene Konsumverhalten an den Stationen reflektiert, ohne dass nur mit erhobenem Zeigefinger auf die Jugendlichen eingeredet wird. Bei dem Projekt gehe es nicht darum, die Jugendlichen zu tadeln, sondern vielmehr, ihnen eine kritische Sichtweise näherzubringen und sie zu betreuen, so eine Moderatorin des KlarSicht-Teams.

Begleitet werden die Schülerinnen und Schüler auf ihrem Weg durch die Stationen von einem geschulten Team der BZgA sowie Co-Moderatoren und Moderatorinnen. Dazu zählten zum Beispiel Schulsozialarbeiter, Suchtberater oder in der Jugendarbeit tätige Personen.

Die Betreuer führten die Gruppen der insgesamt 300 Schüler der beiden Mescheder Gymnasien, der St.-Walburga-Haupt- und -Realschule sowie des Berufskollegs in Meschede in 90 Minuten durch den Parcours. Begonnen wurde am „Tor der Entscheidung“. Dort mussten die Jugendlichen eine Eingangsfrage beantworten – und zwar mit ja, vielleicht oder nein. „Findest du es uncool, wenn dein bester Freund nicht raucht?“, war zum Beispiel eine von mehreren Fragen. Am Ende des Parcours konnten sich die Schülerinnen und Schüler dann noch einmal ihre Antwort anschauen – und überdenken.

Bei der „Talkshow“ diskutierten die jungen Menschen dann gemeinsam. Egal, ob es sich um eine selbst erlebte oder ausgedachte Geschichte zum Thema Drogen oder Alkohol handelte, hier konnte jeder etwas sagen. Außerdem gab es im Parcours zwei „Fakten-Stationen“ zu Alkohol und Tabak. Hier wurde den Schülern reines Fachwissen näher gebracht. Etwa, wie und wie lange Alkohol auf den Körper wirkt oder was Nikotin mit der Lunge anrichtet.
Neben der Promille-Brille-Station „Drunk Buster“ konnten die Schülerinnen und Schüler außerdem noch ihre eigene Werbung kreieren. Zudem konnten sie sich Alkohol- und Tabakwerbung anschauen und ihre Wirkung und den Einfluss auf das Konsumverhalten beurteilen.

Von den Schülern gab es für dieses Projekt viele sehr positive Rückmeldungen, so der kommissarische Schulleiter des Gymnasiums der Stadt Meschede, Reinhard Mühlenbein. Er sieht in dem Projekt eine wichtige Ergänzung zum Unterricht. Die Themen Alkohol und Drogen würden im Politik- und Biologieunterricht thematisiert. Die Prävention von Drogen- und Alkoholkonsum gehöre zum Bildungsauftrag – das Projekt vertiefe die schulische Verantwortung. Und auch Gisela Bartsch, Leiterin des Fachbereichs „Generationen, Bildung, Freizeit“, bewertet das Projekt als neue, hervorragende Möglichkeit der Auseinandersetzung mit diesem wichtigen Thema.

Von Meschede aus geht es weiter nach Brilon, wo der KlarSicht-Parcours zum 9. Mal von insgesamt 10 bundesweiten Stationen in diesem Jahr Halt macht.

Quelle: Stadt Meschede