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Meschede/Eversberg. „Intensiv“ seien die drei Wochen gewesen, resümiert Hanna – intensive Arbeit, intensive Gemeinschaft, intensive Gespräche und jede Menge neue Erfahrungen. Drei Wochen lang war die 22-jährige Ukrainerin gemeinsam mit 12 weiteren jungen Leuten aus zehn Nationen in Eversberg zu Gast – um gemeinsam zu leben und zu arbeiten.

Nun neigt sich das erste Internationale Workcamp in der Schlossberghalle seinem Ende entgegen. Hanna stammt aus der zentralukrainischen Millionenstadt Dnjepropetrowsk. Dort studiert sie Energetik – für drei Wochen hat sie in diesem Sommer ihren Hörsaal mit dem Wald im Sauerland getauscht. Die Natur begeistert sie – aber auch Eversberg, wo sie gemeinsam mit den anderen jungen Erwachsenen in der Schlossberghalle untergebracht ist: „Die Häuser hier sind sehr gepflegt, und es gibt hier so viele Blumen im Ort.

Und die Natur stand auch im Mittelpunkt der Arbeitseinsätze. In Eversberg haben die Workcamp-Teilnehmer am Schlossberg ein Freiluft-Klassenzimmer sowie ein Insektenhotel errichtet und eine Streuobstwiese vorbereitet. Zudem haben die Jugendlichen aus Deutschland, Südkorea, Mexiko, Weißrussland, der Ukraine, Serbien, Spanien, Frankreich, Japan und Nordirland Waldwege im Bereich der Jugendherberge und des Matthias-Claudius-Heims aufgearbeitet. Natürlich sei die Arbeit mitunter körperlich anstrengend, meint auch die 21-jährige Polina aus der weißrussischen Hauptstadt Minsk: „Aber darum geht es nicht – schließlich ist das hier Einsatz für eine gute Sache.

Gemeinsam aktiv für Natur, Umweltschutz und die Wanderregion: Die Teilnehmer des Internationalen Workcamps sowie ihre Gastgeber im neuen „Freiluft-Klassenzimmer“ am Eversberger Schlossberg. Bildnachweis: Stadt Meschede

Das meint auch Bürgermeister Uli Hess, der dem Internationalen Workcamp jetzt einen Besuch abstattete. „Ein tolles Projekt“, freute er sich über das Freiluft-Klassenzimmer, in das die jungen Teilnehmer mehr als 300 Arbeitsstunden investiert haben. „Hier können Jugendliche nun direkt Natur erleben“, so Uli Hess – in direkter Nachbarschaft zum Altstadtpfad sowie dem Eversberger Ortskern. Organisator des Workcamps ist – in Zusammenarbeit mit den „Internationalen Jugendgemeinschaftsdiensten“ (IJGD) – die Touristische Arbeitsgemeinschaft (TAG) „Rund um den Hennesee“ – in enger Kooperation mit dem städtischen Forstamt und dem Regionalforstamt Oberes Sauerland. „Mit im Boot“ ist der Integrierte Bau- und Betriebshof der Stadt Meschede; finanzielle Unterstützung kommt vom LEADER-Verein „4 mitten im Sauerland“ sowie der Sparkasse Meschede-Eslohe. Die Kosten für ihre An- und Rückreise tragen die Teilnehmer selbst. Uli Hess: „Hier haben viele Partner mit ins Rad gepackt, damit das Workcamp so ein Erfolg werden konnte.“ Revierförster Roland Wiese, der die Arbeiten begleitet hat, lobt vor allem den Arbeitseifer der jungen Leute: „Sie wollten richtig etwas schaffen – und das ist ihnen auch hervorragend gelungen.

Aber nicht nur das. „Ich wollte Deutschland mal aus einer anderen Perspektive erleben“, erzählt Polina aus Minsk. Sie kannte das Land schon aus vorherigen Besuchen – „jetzt habe ich es mal nicht als Tourist gesehen, und nicht in einer Großstadt.“ „Wenn ich in einem Land bin, dann interessiert mich, wie die Menschen leben, ich will verstehen, was sie denken und was ihnen wichtig ist“, meint die Management-Studentin. Gerade deshalb haben ihr die Ausflüge und Unternehmungen in der Region gefallen – „doch es ist schwer, wenn der letzte Bus hier um sieben Uhr abends fährt.“ Aber auch das ist eben das Leben in der Region.

Hanna aus der Ukraine ist besonders von der guten Atmosphäre in der Gruppe angetan: „Konflikte hat es überhaupt nicht gegeben.“ Für Abwechslung haben die Tagesausflüge gesorgt – besonders nach Köln: „Das ist eine tolle Stadt mit einer fantastischen Atmosphäre“, schwärmt die 22-jährige Studentin. Auch Norbert Arens, Geschäftsführer der Touristischen Arbeitsgemeinschaft „Rund um den Hennesee“, zieht eine positive Bilanz: „Wir durften 13 ganz sympathische junge Leute kennenlernen, die als Gruppe toll harmonieren, und die es mit ihrer Arbeit auch noch ermöglichen, dass wir in Kooperation mit LEADER die Wanderwege-Ausschilderung in Meschede verbessern.“ Die Einschätzung einer harmonischen Gruppe teilen auch Polina und Hanna: „Wo sonst kann man gemeinsam mit Jugendlichen aus so vielen Ländern leben und arbeiten?“

Quelle: Stadt Meschede