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Meschede / Olpe. Die Junge Union Hochsauerland hat sich am Wochenende bei ihrer Klausurtagung in Olpe mit den Themen Sterbehilfe und Hospiz beschäftigt. Neben einer Podiumsdiskussion stand ein Besuch des Kinder- und Jugendhospizes Balthasar in Olpe auf dem Programm.

„Wir werden dieses Jahr eine breite gesellschaftliche Debatte über das Thema Sterbehilfe erleben, daher finden wir es wichtig, dass sich auch junge Menschen über solch existenzielle Fragen Gedanken machen“, erläutert der JU Kreisvorsitzende Thomas Becker.

Am Freitagabend [27. März 2015] begann die Klausurtagung mit einer Podiumsdiskussion zum Thema Sterbehilfe. Als Referenten begrüßte die JU den CDU-Europaabgeordnete Dr. Peter Liese, Pastor Martin Neuhaus und Dr. Reinhard Hunold, Chefarzt für Anästhesie am St. Martinus-Hospital Olpe und Palliativmediziner. Zu Beginn führte Liese in die aktuelle politische Diskussion ein. So haben sich im Bundestag parteiübergreifende Gruppen gebildet, die die Sterbehilfe auf unterschiedliche Weise neu regeln wollen.

Die Junge Union Hochsauerland zu Gast im Kinder- und Jugendhospiz Balthasar in Olpe. Geschäftsführer Rüdiger Barth (8.v.l.), Pressesprecherin Lisa-Marie Scherer (10.v.l.) und JU-Kreisvorsitzender Thomas Becker (9.v.l.). Foto: © Marcel Tillmann

Die Junge Union Hochsauerland zu Gast im Kinder- und Jugendhospiz Balthasar in Olpe. Geschäftsführer Rüdiger Barth (8.v.l.), Pressesprecherin Lisa-Marie Scherer (10.v.l.) und JU-Kreisvorsitzender Thomas Becker (9.v.l.). Foto: © Marcel Tillmann

Liese erklärte, dass in der CDU primär der Grundsatz gelte, dass „Hilfe beim Sterben, nicht zum Sterben“ geleistet werden muss. Er favorisiert daher das Modell des CDU-Bundestagsabgeordneten Michael Brand, welches auch von Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe unterstützt wird. Danach soll geschäftsmäßige und organisierte Sterbehilfe verboten bleiben. Angehörigen soll die Hilfe beim Suizid des schwer kranken Menschen nicht verboten werden.

Pastor Neuhaus betonte, dass der Mensch ein soziales Wesen sei und daher niemand völlig losgelöst von seinem Umfeld eine Entscheidung treffe. Wenn jemand den Wunsch zu Sterben äußere, müsse daher klar sein, dass er dies nicht auf Druck von seinem Umfeld tut. Für den Palliativmediziner Dr. Hunold ist die Frage zentral, wie die Gesellschaft mit den Schwächsten umgeht. Er warnte davor, dass Missbrauch vorprogrammiert sei, wenn Ärzte unbegrenzt Sterbehilfe leisten dürften. Ihm ist es wichtig, dass jeder Mensch in Würde sterben darf und erläuterte, wie die Palliativmedizin dabei Schmerzen lindern kann.

An die Eingangsreden schloss sich eine lange und intensive Diskussion an. Dabei gingen die JU-Mitglieder unter anderem auf rechtliche Einordnungen, Differenzierungen der Sterbehilfe und ethische Fragen ein. Viele der Teilnehmer fanden die Diskussionen sowie die Begegnungen und Erfahrungen der Referenten sehr bewegend. Während der Vorträge herrschte daher große Konzentration und Nachdenklichkeit.

Am Samstag [28. März 2015] besuchte die Junge Union das Kinder- und Jungendhospiz in Olpe. Nach einer Einführung durch den Geschäftsführer Rüdiger Barth und die Pressesprecherin Lisa-Marie Scherer, entstand eine erkenntnisreiche Fragerunde. Das Kinderhospiz Balthasar in Olpe ist das älteste Kinderhospiz in Deutschland. In einem Kinderhospiz findet nicht nur Sterbebegleitung während der letzten Wochen und Tage statt, sondern todkranke Kinder und Jugendliche kommen auch mit ihren Familien für bis zu 4 Wochen pro Jahr in das Hospiz.

Die Familien werden psychologisch begleitet und bei der Pflege entlastet. Der Geschäftsführer erläuterte einzelne Schicksale und betonte, wie sehr die Hospizarbeit auf Spenden angewiesen sei. Im Anschluss an die Fragen zu dem Jugendhospiz wurde auch noch über Sterbehilfe gesprochen. Barth machte dabei deutlich, dass der Ruf nach Sterbehilfe zumeist dann laut wird, wenn die Begleitung von Patient und Angehörigen schlecht sei. Besonders bewegend fanden die Teilnehmer die Schilderungen über das Leben und auch das Sterben in dem Haus. Dabei geht es um einen würdevollen Umgang mit dem Leben und dem Tod.

Quelle: Junge Union Hochsauerland