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Tübingen/ Meschede. Drei Geschwister aus Wetzlar haben Träume: Die elfjährige Kader möchte Kinderärztin werden, ihre Schwester Sibel (9) Anwältin und der zweijährige Mustafa träumt von einem großen Lkw, den er selbst lenkt. Doch das gemeinsame Schicksal holt sie täglich in ihre traurige Realität zurück:

Alle drei Kinder sind an Mittelmeeranämie erkrankt. Die Türkisch-Islamische Gemeinde zu Meschede e.V. hat vom tragischen Schicksal der Familie erfahren und möchte unbedingt helfen. Gemeinsam mit der DKMS Deutsche Knochen-markspenderdatei gemeinnützige Gesellschaft mbH veranstaltet die Gemeinde am 08. Mai 2011 eine öffentliche Typisierungsaktion. Bürgermeister Uli Hess unterstützt die Aktion mit seiner Schirmherrschaft. Retten Sie Leben.

Alle drei Kinder einer Familie aus Wetzlar leiden an der Krankheit Thalassämia Major, der schwersten Form der Mittelmeeranämie, einer genetischen Erkrankung des blutbildenden Systems. Wie der Name schon sagt, tritt diese Krankheit vorwiegend bei Mitmenschen auf, die aus der Mittelmeerregion stammen. So auch bei den Geschwistern. Eine Stammzelltransplantation ist die einzige Rettung der Kinder, die alle zwei bis drei Wochen zur Bluttransfusion ins Krankenhaus müssen.

Kader (11), Sibel (9) und Mustafa (2) haben Mittelmeeranämie und benötigen dringend eine Stammzelltransplantation. Foto: Pressebild

Vor den beiden älteren Kindern konnten die Eltern die Krankheit nicht lange verbergen. Immer wieder kamen die bohrenden Fragen: „Warum müssen wir so oft ins Krankenhaus? Warum können wir nicht einfach so sein wie andere Kinder?“ Auf Dauer wird ihnen nur eine Stammzelltransplantation helfen können, die möglichst im Kindesalter erfolgen sollte.

Für eine erfolgreiche Transplantation müssen die Gewebemerkmale des Stammzellspenders nahezu vollständig mit denen des Patienten übereinstimmen. Die Wahrscheinlichkeit einer solchen Übereinstimmung liegt zwischen 1:20.000 und 1: mehreren Millionen. Obwohl in der DKMS als weltweit größte Datei mehr als 2,4 Millionen Menschen als potenzielle Stammzellspender registriert sind, konnten für Kader, Sibel und Mustafa bislang kein „genetischen Zwillinge“ gefunden werden.

Aus diesem Grund engagiert sich die Türkisch-Islamische Gemeinde zu Meschede e.V.. Gülay Kahraman, Vorstandsvorsitzende der Gemeinde, ruft auf: „Das tragische Schicksal der drei Geschwister hat uns sehr mitgenommen. Wir hoffen, dass wir mit dieser Typisierungsaktion irgendwie helfen können.

Sonntag, den 8. Mai, von 14:00 Uhr bis 17:00 Uhr
Türkisch-Islamische Gemeinde zu Meschede e.V.
Jahnstr. 3, 59872 Meschede

Bürgermeister Uli Hess, Schirmherr der Typisierungsaktion, appelliert: „Durch eine Typisierung kann man mit minimalem Aufwand Maximales erreichen – nämlich das Leben von Menschen retten. Ich freue mich über das Engagement der türkisch-islamischen Gemeinde Meschede für drei lebensgefährlich erkrankte Kinder.

Dringend benötigt werden jedoch auch Spendengelder. Denn jede Typisierung kostet die DKMS 50 Euro, da die Laboruntersuchungen sehr aufwendig sind. Die Krankenkassen übernehmen diese Kosten nicht. Jeder Euro zählt!

Spendenkonto 71 282
bei der Sparkasse Meschede, BLZ 464 510 12

Mitmachen kann grundsätzlich jeder zwischen 18 und 55 Jahren, der in guter gesundheitlicher Verfassung ist. Nach dem Ausfüllen einer Einverständnis-erklärung werden dem Spender fünf Milliliter Blut abgenommen, welches dann auf seine Gewebemerkmale untersucht wird. Spender, die sich bereits in der Vergangenheit bei einer Aktion typisieren ließen, brauchen nicht erneut an der Registrierung teilnehmen. Ihre Daten stehen weiterhin für alle Patienten zur Verfügung.

Alle 45 Minuten erkrankt in Deutschland ein Mensch neu an Leukämie, darunter auch zahlreiche Kinder und Jugendliche. Für viele von ihnen ist – wie für Kader, Sibel und Mustfa – die Übertragung gesunder Stammzellen die einzige Überlebenschance.

Bereits mehr als 2,4 Millionen Menschen haben sich als potenzielle Stammzellspender bei der DKMS registrieren lassen. Sie ist die weltweit größte Datei und vermittelt täglich mindestens zwölf Stammzellspender. Dennoch kann noch immer für jeden fünften Patienten kein geeigneter Spender gefunden werden. Deshalb ist es wichtig, dass sich möglichst viele Menschen in die Datei aufnehmen lassen.

Quelle: DKMS Deutsche Knochenmarkspenderdatei