Print Friendly, PDF & Email

Meschede / Arnsberg. Der Ev. Kirchenkreis Arnsberg beschließt zwei Viertelstellen für Flüchtlingsbeauftragte und die Vorbereitung einer Fusion mit dem Nachbarkirchenkreis Soest. Die Finanzsituation ist dank vorsorglicher Planungen solide und erlaubt trotz zukünftig absehbar sinkender Kirchensteuereinnahmen, in Ruhe die Zukunft zu planen.

Die Kreissynode verabschiedet sich von Oberkirchenrat Dr. Arne Kupke, den die Landessynode in Bielefeld zum Nachfolger des juristischen Vizepräsidenten Klaus Winterhoff wählte. Kupke war seit 2002 juristischer Ortsdezernent der vier südwestfälischen Kirchenkreise Arnsberg, Siegen, Wittgenstein und Soest. Die Kirchenleitung wird dieseAufgabe neu vergeben.

Anna-Franziska Pich, Studentin der Gemeindepädagogik, hat durch eine Befragung der Diakoniebeauftragten der 11 Kirchengemeinden herausgefunden: Die Ehrenamtlichen brauchen mehr fachliche Informationen, möchten untereinander besser vernetzt und über die gesamte Flüchtlingsarbeit der Region informiert sein, sie wünschen sich Supervision, um belastende Informationen bearbeiten zu können. Der Kirchenkreis muss eine Flüchtlingsbeauftragung vergeben. Superintendent Alfred Hammer aus Marsberg und der Kreissynodalvorstand schlugen der Synode vor, zwei auf drei oder fünf JahrebefristeteViertelstellendafür einzurichten.

Das Finanzteam: Matthias Tast, Sandra Weber, Bernd Göbert. Foto: © KKB

Das Finanzteam: Matthias Tast, Sandra Weber, Bernd Göbert. Foto: © KKB

Die Kosten, so die Beschlussvorlage, sollten aus den erwarteten Kirchensteuermehreinnahmen bezahlt werden. Die rund 60 Synodalen und zusätzlichenBerater und Beraterinnen begrüßten Pichs gründliche Vorarbeiten und beschlossen, auf Anregung des Vorsitzendendes Finanzausschusses Matthias Tast aus Bestwig, diese beiden Stellen für fünf Jahre einzurichten. Der Neheimer Pfarrer Dr. Udo Arnoldi schlug vor, die Kosten in Höhe von 175.000 Euro aus der kreiskirchlichen Rücklage für inhaltliche Arbeit zu finanzieren.

Die eindeutige Mehrheit der Synode folgte hingegen den vorbereiteten Beschlüssen und einigte sich darauf, 105.000 Euro aus den Steuermehreinnahmen und 75.000 Euro aus der Rücklage zu bezahlen. Nach Einbringung einer Vorlage von Pfarrrein Irene Bauer-Jungmann aus Marsberg regte die Synode bei der westfälischen Kirchenleitung an, sich in Verhandlungen mit dem Land NRW für verstärkten Schutz und verbesserte Integration minderjähriger, unbegleiteter Flüchtlinge einzusetzen. Nach der Andacht von Pfarrerin Sabine Fähnrich aus Olsberg spendeten die Synodalen 368 Euro für traumatisierte Flüchtlingskinder.

Vorarbeitender Projektgruppe legen Zusammengehen mit dem Kirchenkreis Soest nahe

In neun Sitzungen hat die Projektgruppe „Zukunft des Kirchenkreises“ unter der Geschäftsführung des Wickeder Gemeindepfarrers Dr. Christian Kleinerarbeitet, dass der Ev. Kirchenkreis Arnsberg finanziell, personell, gebäudetechnisch und organisatorisch gut aufgestellt ist. Die Sauerländer Kirchengemeinden können stolz sein. Doch zukünftig werden aufgrund der Bevölkerungsentwicklung die Anzahl der Gemeindeglieder und der Pfarrstellen sowie das Steueraufkommen zurückgehen.

v.l.n.r: Alfred Hammer, Dieter Tometten, Irene Bauer-Jungmann, Anna-Franziska Pich, Dr. Christian Klein, Peter Sinn, Dr. Arne Kupke. Foto: © KKB

v.l.n.r: Alfred Hammer, Dieter Tometten, Irene Bauer-Jungmann, Anna-Franziska Pich, Dr. Christian Klein, Peter Sinn, Dr. Arne Kupke. Foto: © KKB

Schon jetzt ist es schwierig, alle kreiskirchlichen Ausschüsse und Gremienmit Ehrenamtlichen zu besetzen. Die Projektgruppe, die Strukturausschüsse und die Kreissynodalvorstände der beiden Kirchenkreise empfehlen einmütig, ein zukünftiges Zusammengehen beider Kirchenkreise intensiv gemeinsam zu prüfen. Die Synode beschloss, eine Arbeitsgruppe einzurichten, die zu gleichen Teilen aus Arnsbergern und Soestern besteht und einen Zukunftsentwurf für einen neuen Kirchenkreis entwickeln soll.

In diese Gruppe entsandte sie den Briloner Rüdiger Strenger und formulierte auf Antrag der für die Erwachsenenbildung Zuständigen Susanne Schulze, dass die Mitarbeitervertretung an dieser Arbeitsgruppe beteiligt werden solle. Die Gruppe soll bis Sommer 2016 abstimmungsfähige Vorlagen entwickeln, die beiden Synoden und danach allen Kirchengemeinden vorgelegt werden. Im Sommer 2017 könnten Entscheidungen gefällt werden. „Ich meine, dass eine Fusion der bestmöglicheWeg für die Zukunft ist“, so Superintendent Alfred Hammer, „wenn sich im Laufe der Arbeit aber Zweifel ergeben sollten, können wir auch andereWege suchen.

Der Soester Superintendent Dieter Tometten hatte in seinem Grußwort die Kontakte zwischen den Kirchenkreisen positiv gewürdigt: Der Kirchenkreis Soest bestehe aus traditionsreichen Land- und Stadtgemeinden. „Wir können viel lernen von den selbstbewussten Sauerländer Landgemeinden. Die Arnsberger können etwas lernen von den 1000 Jahre alten evangelischen Gemeinden der Börde.

Die Evangelische Kreissynode Arnsberg im Kreishaus in Meschede. Foto: © KKB

Die Evangelische Kreissynode Arnsberg im Kreishaus in Meschede. Foto: © KKB

Finanzsituation gibt Ruhe für Weiterentwicklung

Der Vorsitzende des Finanzausschusses Matthias Tast aus Bestwig und Sandra Weber, die stellvertretende Verwaltungsleiterin, informierten über die mittelfristige Finanzplanung, brachten die Haushaltsabschlüsse 2014 und die Haushaltsplanung 2016 ein. Das Kirchensteueraufkommen in Westfalen betrug 2014 490 Millionen, wirkt damit sehr solide, ist aber preisbereinigt um ein Drittel niedriger als in den 90-er-Jahren. Nur dank Struktur-und Personalveränderungen sind die Haushalte stabil. Der kreiskirchliche Finanzausschuss und die Verwaltung sind dankbar für die aktuelle günstige Entwicklung der Kirchensteuereinnahmen aufgrund der positiven Wirtschaftslage. Der Rückgang der Gemeindegliederzahlen werde aktuell dadurch kompensiert. Ab 2018 erwartet die Ev. Kirche von Westfalen einen Rückgang der Einnahmen.

Haushalt einstimmig beschlossen

Für 2016 geht die Evangelische Kirche Westfalen von 465 Mio. Euro Kirchensteuereinnahmen aus. Die Synodalen beschlossen für den Kirchenkreis Arnsberg einen Haushaltsplan für 2016, der von einer Kirchensteuerzuweisung von 5.382.000 Euro ausgeht, rund 200.000 Euro mehr als 2015. Davon fließen 35% , also 1,85 Mio. Euro, in die Pfarrbesoldungskasse, 5,2 % in das Diakonische Werk, 778.000 Euro in Leitung und Verwaltung. Die Arbeitsbereiche des Kirchenkreises bekommen 358.000 Euro und unter den 11 Kirchengemeinden werden 1.840.800 Euro, rund 70.000 mehr als 2015, verteilt.

Quelle: Kreiskirchenbund Arnsberg