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Meschede. Es ist das Bild einer Wohnungsrenovierung, das Paul Köster von Adams Tabakstube wählt: „Man muss eine Zeit lang damit zurechtkommen – aber nachher ist man doch froh, weil es schön geworden ist.“ „Schön geworden“ ist es auch vor Paul Kösters geschäftlicher „Haustür“ am Winziger Platz – „ein Logenplatz am Balkon oberhalb der Henne“, freut sich Meschedes Bürgermeister Uli Hess.

Im Rahmen eines Ortstermins an der (Noch-)Baustelle kamen Einzelhändler und Bürgermeister ins Gespräch über Regionale-Projekt und Henne-Öffnung. Paul Kösters Fazit: „Es ist ein Projekt, von dem alle etwas haben.“ Der Gewerbetreibende hat in den vergangenen Monaten einen nachhaltigen Stimmungswandel ausgemacht – bei Kunden wie auch bei den Kollegen innerhalb der Kaufmannschaft: „Wenn anfangs 90 Prozent der Leute skeptisch waren und nur zehn Prozent dafür, hat sich dieses Verhältnis komplett umgekehrt.

Keine Frage: Während der Bauphase habe es natürlich zahlreiche Einschränkungen gegeben – vom Lärm bis hin zur Erreichbarkeit der Geschäfte. Allerdings sei es unrealistisch, ein solches Bauprojekt umzusetzen, ohne dass die Anlieger „etwas merken“. Und zum anderen habe es immer einen guten Dialog mit den Mitarbeitern der Stadt Meschede gegeben: „Die Zuständigen waren immer ansprechbar – und sie haben sich bemüht, die Sache so gut wie möglich zu regeln.

Überhaupt nichts hält Paul Köster vom Ansinnen eines Geschäftsmanns, von der Stadt Meschede eine Entschädigung zu erwirken: „Das macht aus meiner Sicht keinen Sinn.“ Denn zum einen gehe es gerade um eine Verbesserung des Umfeldes, von der alle profitieren. Und zum anderen könnte die Stadt Meschede dann bei einer Entschädigung für Ausfälle im Umkehrschluss ja auch eine Beteiligung an Mehreinnahmen verlangen – Paul Köster: „Wer A sagt, muss auch B sagen.

Dialog über Umbau der Mescheder Innenstadt: Einzelhändler Paul Köster (li.) von „Adams Tabakstube“ im Gespräch mit Bürgermeister Uli Hess. Foto: Stadt Meschede

Dialog über Umbau der Mescheder Innenstadt: Einzelhändler Paul Köster (li.) von „Adams Tabakstube“ im Gespräch mit Bürgermeister Uli Hess. Foto: Stadt Meschede

Bereits im vergangenen Jahr sei der Stadtrat zu der Auffassung gelangt, dass für Entschädigungszahlungen jegliche rechtlichen Voraussetzungen fehlen, ergänzt Bürgermeister Uli Hess. Wenn man den jetzigen Zustand mit dem Bild des Winziger Platzes beim „1. Hammerschlag“ im Mai 2012 vergleiche, sei in relativ kurzer Zeit viel geleistet worden – trotz eines gefühlt „überlangen“ Winters. „Es gibt keinen Kollegen, der sagen würde, dass getrödelt worden ist“, pflichtet Paul Köster bei.

Er setzt darauf, dass nach Ende der Bauarbeiten nun verstärkt wieder Kunden den Winziger Platz besuchen werden – „auch von auswärts, weil viele neugierig auf Meschede geworden sind.“ Ebenso erwartet der Einzelhändler, dass auch die Zahl der „Kunden auf zwei Rädern“ steigen wird – „allein durch die Verlegung des RuhrtalRadwegs“. Man sei mit dem Regionale-Projekt „bis hierher“ gekommen – „jetzt lasst uns auch weitermachen.“

Bürgermeister Uli Hess sieht das Regionale-Projekt – und vor allem dessen Ergebnisse, die immer sichtbarer werden – als „echte Zukunftschance“ für Meschede. Ganz persönlich freue er sich auf den „völlig anderen Charakter“ des Winziger Platzes. In den kommenden Wochen werde das restliche Mobiliar angebracht, und auch die Boden-Strahler unterhalb der Bäume an der Henne-Öffnung werden dann leuchten. Uli Hess: „Wir gewinnen hier Aufenthaltsqualität bei Tag und bei Nacht.

Paul Köster unterstreicht, dass es nun um den Erhalt und die Pflege des neu Geschaffenen gehe: „Wenn alle mitmachen, funktioniert es – schließlich haben auch alle etwas davon.“ Die Stadt Meschede werde auch ihren Beitrag dazu leisten, um die neue „gute Stube“ in der Innenstadt zu erhalten, betont Uli Hess. Sein Fazit: „Es kommt auf den richtigen Umgang miteinander an“. Auch das habe das Mescheder Regionale-Projekt – jenseits aller baulichen Maßnahmen – mehr als deutlich gemacht.

Quelle: Stadt Meschede