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Meschede. Etwas Wehmut schwingt mit, wenn Klaus van der Straeten vom Schulabschluss am Mittwoch [18. Juni 2014] in der Elisabethschule spricht. Etwas größer soll die Verabschiedung der neun Jugendlichen ausfallen. Denn es ist der letzte Jahrgang, der in der Mescheder Förderschule Lernen ins Berufsleben entlassen wird. Die Elisabethschule schließt zum Ende dieses Schuljahres am 04. Juli 2014.

44 Schüler bis 17 Jahre aus der Stadt Meschede und der Gemeinde Eslohe werden derzeit in vier Klassen in den Jahrgangsstufen 1 bis 10 unterrichtet. Zu wenig, um die Schule weiter zu führen. Eine Mindestgröße von 144 Schülern wurde vom Land für Förderschulen Lernen festgesetzt. „Im nächsten Schuljahr hätten wir nur noch 35“, winkt Schulleiter Klaus van der Straeten ab.

Schulleiter Klaus van der Straeten und der langjährige Fördervereinsvorsitzende Johann Wefelnberg blicken auch mit ein wenig Wehmut zurück auf die Aktivitäten im Schuljahr. Foto: Stadt Meschede

Schulleiter Klaus van der Straeten und der langjährige Fördervereinsvorsitzende Johann Wefelnberg blicken auch mit ein wenig Wehmut zurück auf die Aktivitäten im Schuljahr. Foto: Stadt Meschede

Im Juni 1949 war die Förderklasse, in der 17 Jungen und sieben Mädchen im Dachgeschoss der Emhildisschule unterrichtet wurden, eine der ersten ihrer Art, wie Johann Wefelnberg, einst kommissarischer Schulleiter und lange Jahre Fördervereinsvorsitzender, erläutert. 1959 zog sie in einen Pavillon an der neuen Marienschule an der Elisabethstraße um. 1972 zog die Elisabethschule gemeinsam mit der Mariengrundschule ins neue Gebäude in die Von-Westphalen-Straße um.
Die Stimmung unter den Eltern sei „eher positiv“, sagt Klaus van der Straeten, der zur Sekundarschule Olsberg-Bestwig wechselt. Die Schüler wissen fast alle, wie es weitergeht: Die meisten Jungen und Mädchen besuchen künftig die mit Förderschülern erfahrenen Hauptschulen St. Walburga in Meschede oder Konrad Adenauer in Freienohl, einige die Hauptschule in Eslohe. Der Schulleiter betont: „Wir haben bei jedem Kind geguckt, wohin es gehen kann. Die Eltern konnten Wünsche äußern – und die sind auch erfüllt worden.“ Die jetzigen Neuntklässler etwa werden gemeinsam eine Klasse besuchen. Für die Unterstufe sind die Schule unter dem Regenbogen in Meschede und die St.-Nikolaus-Schule in in Freienohl als Schwerpunkt-Grundschulen für gemeinsames Lernen zuständig.

Der Unterstützung der Stadt Meschede konnte sich die Schule stets gewiss sein. Bürgermeister Uli Hess ließ es sich nicht nehmen, jedes Jahr an der Schulabschlussfeier teilzunehmen. „Die Schule hat all die Jahre eine hervorragende Arbeit geleistet“, lobt er das Kollegium. Er wünsche sich, dass diese künftig in den Regelschulen fortgesetzt werde.

Ein Bild aus dem Jahre 1952. Foto: Elisabethschule

Ein Bild aus dem Jahre 1952. Foto: Elisabethschule

Am 04. Juli 2014 ist endgültig Schluss in der Elisabethschule, ganz ohne Feier. Am Dienstag [01. Juli 2014] wandert die gesamte Schule zu Matthias-Claudius-Heim nach Eversberg. Dort gibt es zum Abschluss noch einmal Abenteuerpädagogik im Klettergarten. Nachmittags sind die Eltern zum Grillen eingeladen. Die Unterrichtsmaterialien und die Ausstattung der Fachräume werden an jene Schulen verteilt, die gemeinsames Lernen anbieten. Die Räume wird die im selben Gebäude untergebrachte Marienschule nutzen, die seit Jahren unter Platzmangel leidet.

Der Blick nach vorn beinhaltet nicht nur Wehmut: „Die Eltern wussten schon, dass es den Kindern gut tut hier. Aber viele hatten Sorge wegen des Etiketts Förderschule“, weiß Klaus van der Straeten, „wenn die Kinder an die Regelschule gehen werden und dort Förderangebote bekommen, wird das viel schneller von Eltern akzeptiert.

Was die Elisabethschule auszeichnet? Da fällt dem Schulleiter, der seit 2002 im Amt ist, eines sofort ein: „Mit dem vorbildlichen sozialen Lernklima haben wir geglänzt.“ Außerdem sei man gut vernetzt mit anderen Schulen, auch in Richtung Berufsvorbereitung. Weiterer Pluspunkt: „Wir haben ein kleines, übersichtliches System, wo man jeden Schüler kennt mit seinen Problemen, wo die Lehrer vieles auffangen.

Viele Ehemalige haben ihre Schulzeit in guter Erinnerung. „Schön ist es, wenn ein ehemaliger Schüler anklopft und erzählt, was aus ihm geworden ist“, lächelt Klaus van der Straeten, „die meisten gehen doch ihren Weg.“ Zwei Drittel, schätzt er, schaffen es im Berufsleben: „Sie sind vom Sozialverhalten top – da bekommen wir positive Rückmeldungen. Dafür haben wir alle an einem Strang gezogen.“

Quelle: Stadt Meschede