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Meschede. Der Zugang zur „Datenautobahn“ – für Bürger wie Unternehmen gleichermaßen ist „schnelles Internet“ schon lange kein Luxus mehr, sondern ein wichtiger Standortfaktor. In der Kreis- und Hochschulstadt Meschede bekommen die Bürgerinnen und Bürger in den kommenden Monaten Schritt für Schritt eine „persönliche Auffahrt“ zum „Datenhighway“ – und „breitere Fahrspuren“ sorgen für deutlich schnelleren Datentransfer.

Das jedenfalls werden die Ergebnisse des Breitbandkonzeptes sein, das Bürgermeister Christoph Weber jetzt der Öffentlichkeit vorstellte. Durch mehrere Bausteine wird sich die Versorgung mit schnellem Internet für nahezu alle Bürgerinnen und Bürger sowie Unternehmen im Stadtgebiet deutlich verbessern. Einer dieser Bausteine: Der Eigenausbau des Glasfasernetzes, den die Deutsche Telekom seit Herbst 2015 im gesamten Bereich des Ortsnetzes mit der Telefon-Vorwahl 0291 vorantreibt. Bis Ende dieses Jahres, so kündigt Reinhard Rohleder, bei der Deutschen Telekom der Breitbandverantwortliche für den HSK, an, werde „Hochgeschwindigkeitsinternet“ im gesamten Ortsnetzbereich verfügbar sein – bis auf wenige Ausnahmen.

Die Telekom ersetzt dabei die bisherigen Kupfer- durch Glasfaserkabel. Inklusive des so genannten Vectorings – „der Turbo für das Internet“, erläutert Reinhard Rohleder – sollen dann Geschwindigkeiten von bis zu 100 Mbit pro Sekunde im Download- und bis zu 40 Mbit pro Sekunde im Uploadbereich möglich werden. Insgesamt 8.700 Haushalte und 1.000 Firmen werden von diesem Ausbau profitieren, rechnet Reinhard Rohleder vor – neben der Mescheder Kernstadt betrifft dies Enste, Eversberg, Remblinghausen, Drasenbeck, Calle, Stockhausen, Wehrstapel, Heinrichsthal und Löllinghausen. Dabei werden zahlreiche Kilometer Glasfaserkabel verlegt und 44 so genannte „Kabelverzweiger“ umgebaut. Die Telekom lässt sich das einiges kosten: Pro Kilometer Glasfaserkabel werden 70.000 Euro fällig, pro Kabelverzweiger 40.000 Euro.

Die Stadt Meschede strebt deutliche Verbesserungen bei der Breitbandversorgung im Stadtgebiet an (v.li.): Fachbereichsleiter Klaus Wahle, Bürgermeister Christoph Weber und Reinhard Rohleder, Breitbandverantwortlicher der Deutschen Telekom für den HSK. Foto: © Stadt Meschede

Die Stadt Meschede strebt deutliche Verbesserungen bei der Breitbandversorgung im Stadtgebiet an (v.li.): Fachbereichsleiter Klaus Wahle, Bürgermeister Christoph Weber und Reinhard Rohleder, Breitbandverantwortlicher der Deutschen Telekom für den HSK. Foto: © Stadt Meschede

Möglich ist dieser Eigenausbau, weil das Projekt bei der Deutschen Telekom als wirtschaftlich angesehen wird. Anders verhält es sich bei kleineren Orten: Um hier die so genannte „Wirtschaftlichkeitslücke“ zu schließen, gibt es Förderprogramme. Die Stadt Meschede will sich am GAK-Programm beteiligen, mit dem die Breitbandversorgung für Orte mit weniger als 6 Mbit/s Netzgeschwindigkeit verbessert werden soll. Die Telekom hat der Stadt Meschede ein Angebot für Blüggelscheidt, Klause, Mosebolle, Erflinghausen, Enkhausen, Mielinghausen, Schüren, Frenkhausen, Bergerhammer und Brumlingsen vorgelegt.

Sollte dieses Angebot zur Umsetzung kommen, soll es für 97 Prozent der Haushalte dort Verbesserungen geben. Wichtig sei, so Klaus Wahle vom Fachbereich, dass auch das Gewerbegebiet Brumlingsen mit dabei ist: „Hier ergeben sich deutliche Vorteile für die Unternehmen.“ 90 Prozent der Summe, die nötig ist, um die Wirtschaftlichkeitslücke zu schließen, gibt es als Fördermittel. Die restlichen zehn Prozent – 100.000 Euro – sollen in den Stadt-Haushalt des Jahres 2017 eingestellt werden. Das schlägt die Verwaltung dem Stadtrat vor.

Für die anderen Orte im Stadtgebiet, die nicht im Eigenausbau der Telekom sind und nicht unter die GAK-Förderung fallen, wird die Stadt über den HSK am Bundesförderprogramm teilnehmen. Entsprechende Förderanträge seien bereits gestellt, so Bürgermeister Christoph Weber – profitieren sollen etwa Wallen, Olpe, Berge, Bockum, Freienohl und Grevenstein: „Hier wird es in den nächsten zweieinhalb Jahren eine flächendeckende Breitbandversorgung geben.

Breitband-Fachmann Rohleder lobt das konzeptionelle Vorgehen der Stadtverwaltung: „Das ist kein Stückwerk – hier hat man das ganze Stadtgebiet im Blick.“ Unterm Strich sei dies ein Riesenvorteil beim Ausbau: „Wer zuerst kommt, mahlt zuerst.“ Klaus Wahle sieht die Ausgaben als „gut investiertes Geld in die Infrastruktur“. Letztlich gehe es um ein Stück Zukunftsfähigkeit für Meschede, resümiert Christoph Weber: „Breitband ist heute ein so wichtiger Versorgungsbestandteil wie etwa Gas oder Strom.

Quelle: Stadt Meschede