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Meschede. Am Vorabend des 09. Novembers 2014 ist in der Alten Synagoge das Hörtheater „Lauschsalon“ zu Gast. Anja Bilabel gestaltet für den Mescheder Kulturring am Samstag [08. November 2014] ab 20 Uhr einen Literaturabend über das Leben und Schreiben vor allem von Mascha Kaleko, Rose Ausländer, Gertrud Kolmar und Johanna Moosdorf.

Viele Autorinnen und Autoren, die versteckt während der NS-Zeit schrieben, blieben lange unbekannt. Die von Bilabel ausgesuchten Gedichte und Romanausschnitte stammen von sechs Frauen, die durch das Schreiben ihre Stärke wiederfanden. Sie hoben nicht die Opferrolle hervor, sondern den Widerstand, den diese Frauen leisteten.

“Die Wörter diktieren: Schreib uns!“, begründet die Dichterin Rose Ausländer ihren Antrieb. Ihre Reime sind kurz, gehen in die Brüche. Mit ihrer Mutter überlebte sie versteckt in dem Ghetto ihrer Heimatstadt Czernowitz, Heimlich traf sie sich zu Lesungen mit Paul Celan.

Anja Bilabel. Foto: Pressebild / bereit gestellt vom Kulturring Meschede e.V.

Anja Bilabel. Foto: Pressebild / bereit gestellt vom Kulturring Meschede e.V.

Eine Überlebende wie Johanna Moosdorf konnte mit ihrer Montagetechnik, die Gegenwart und Vergangenheit, Erdachtes und Reales ineinander verbindet, ihrem Streben nach Gerechtigkeit und Aufklärung nachgehen. Sie schreibt: „Alles ist nur die halbe Wahrheit.“

Trotz des Hintergrundthemas ist der Abend auch hoffnungsfroh, da er neben der Historie die Phantasie, die Stärke und den Mut der Frauen, ihr Alltagsleben, ihre Liebe in den Vordergrund stellt, von ihrer Leidenschaft zum Schreiben erzählt und dem daraus resultierenden öffentlichen Widerstand.

An dem atmosphärischen Abend ist neben den Texten Musik der Violinistin und Münsteraner Konzertmeisterin Sabine Fröhlich zu hören. Karten gibt es zum Preis von 12,50 Euro (auch ermäßigte Karten) im Vorverkauf bei den Mescheder Bürgerbüros (0291/205-136) und an der Abendkasse.

Quelle: Kulturring Meschede e.V.