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Meschede. Sie sprechen nicht dieselbe Sprache, wohnen nicht gleich um die Ecke und auch architektonisch könnten ihre Städte unterschiedlicher kaum sein – und dennoch: Zwischen Le Puy-en-Velay und Meschede ist eine Freundschaft gewachsen. Seit nunmehr 50 Jahren besuchen die Menschen einander, pflegen Kontakte, tauschen sich aus – gern auch mit Händen und Füßen.

50 Jahre Städtepartnerschaft, da darf natürlich die Feier nicht fehlen, da braucht es gutes Essen und Musik, und so folgten 12 Meschederinnen und Meschedern der Einladung nach Le Puy und genossen ein Wochenende voller Herzlichkeit und Überraschungen.

Eine Wanderung auf dem Jakobsweg gehörte für die Delegation aus Meschede ebenfalls zum Programm. Foto: © Stadt Meschede

Eine Wanderung auf dem Jakobsweg gehörte für die Delegation aus Meschede ebenfalls zum Programm. Foto: © Stadt Meschede

Denn dass die Feier für die Menschen aus Le Puy kein bloßes Pflichtprogramm war, das wurde schon am ersten Abend deutlich: Vom Partnerschaftskomitee war zum lockeren Kennenlernen am selbstgemachten Buffet geladen worden und auch aus Le Puys anderen Partnerstädten Brugherio (Italien) und Mangualde (Portugal) waren die Menschen gekommen, um bei der Jubiläumsfeier dabei zu sein. Beim großen „Europaabend“ am folgenden Tag verblüffte vor allem die Liebe zum Detail: Rote Decken, gelbe Servietten und schwarze Stühle hießen die Gäste „bienvenue“. Und dann wurde bei grünen Linsen, italienischen Liedern, portugiesischem Fado und englischem Rock gefeiert, bis um Mitternacht die traumschiffgleiche Torte nebst Kerzenfeuerwerk hereingerollt wurde – passend zum 50. Geburtstag eben.

Dass so eine Freundschaft nichts Selbstverständliches ist, schon gar nicht war, damals, vor 50 Jahren, daran erinnerte Auguste Rivet beim offiziellen Festakt am Startpunkt des Jakobsweges in Le Puy. Rivet war bei der Unterzeichnung der Partnerschaftsurkunden am 31. Oktober 1965 dabei gewesen, ja hatte die Städtepartnerschaft mit auf den Weg gebracht. Er war einer der „Pioniere“ von denen Martin Eickelmann, stellvertretender Bürgermeister der Kreis- und Hochschustadt Meschede, in seiner Rede sprach:

Dieses Ziel, was damals so manchen wie eine ferne Utopie erschien, dieses Ziel ist heute erreicht. Westeuropa blickt auf die längste Friedensperiode zurück, die unser Kontinent je gekannt hat“, betonte Eickelmann, der gemeinsam mit dem künftigen Bürgermeister der Kreis- und Hochschulstadt Meschede, Christoph Weber, sowie Mitgliedern des Partnerschaftskomitees und der Freiwilligen Feuerwehr nach Le Puy gereist war. Auch Laurent Wauquiez, Bürgermeister von Le Puy, sprach von einer schönen Geschichte, und rief dazu auf „Europa ein Gesicht des Friedens und der Freundschaft zu geben“. Und so folgte den Nationalhymnen, die ganz leise auf einer Flöte daherkamen, noch die Europahymne, bei der die Menschen mitsummten, weil alle sie kannten: Franzosen, Italiener, Portugiesen und Deutsche.

Bürgermeister Laurent Wauquiez heißt die Gäste aus Meschede und den anderen Partnerstädten Le Puys willkommen. Foto: © Stadt Meschede

Bürgermeister Laurent Wauquiez heißt die Gäste aus Meschede und den anderen Partnerstädten Le Puys willkommen. Foto: © Stadt Meschede

1965 war die Partnerschaftsurkunde in Le Puy unterzeichnet worden, 1966 wurde der Festakt in Meschede wiederholt, doppelt hält besser, das ist auch bei Städtepartnerschaften so, und deshalb ließ die nächste Einladung nicht lange auf sich warten: Nächstes Jahr wird in Meschede gefeiert, voraussichtlich beim Bürgerfest im Oktober. Denn damit Städtepartnerschaften nicht nur auf dem Papier etwas hermachen, braucht es vor allem das Engagement der Menschen vor Ort – auch in den nächsten 50 Jahren.

Quelle: Stadt Meschede