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Medebach. Innenentwicklung vor Außenentwicklung – Dies war der Leitge- danke der zweiten Zukunftswerkstatt am Samstag [16. Juli 2011] im Rahmen des LEADER-Projekts „Dörfer im Aufwind“. Ziel war es die Grundlagen für ein für ein Leerstands- und Freiflächenmanagement zu erarbeiten.

Zusammen kamen die 6 ausgewählten Modelldörfer, Fachleute aus den Verwaltungen, der Vorsitzende des Regionalvereins Heinrich Nolte, die Regionalmanagerin und Frau Prof. Schröteler von Brandt von der Uni Siegen, die die Moderation und fachliche Begleitung übernahm. Tagungsort war ein mögliches Projekt bei „Dörfer im Aufwind“, die ehemalige Schule in Marsberg-Meerhof.

Zuerst gab es einen kurzen Rückblick, was sich bisher in den einzelnen Dorfer im Rahmen der Dorfwerkstätten getan hat. Hier wurde sehr schnell deutlich, dass sich in den Dörfern bereits einiges bewegt und sich auch erste Modellprojekte heraus kristallisieren. Diese könnten dann als gute Beispiele für andere Dörfer dienen. Neben der ehemaligen Schule in Meerhof als Tagungsort, gab es auch ein Ortsbegehung, bei der ein Leerstand besichtigt wurde, sowie ein gelungene Beispiele von Umnutzungen. „Die Teilnehmer der Veranstaltung waren mit Begeisterung dabei und regten an, dass der gegenseitigen Besuch der Modelldörfer beibehalten werden soll.“ freute sich Regionalmanagerin Verena Traumann.

Foto: LEADER-Region Hochsauerland

Anhand von verschiedenen Problematiken, wurde gemeinsam ein Spektrum an Lösungsmöglichkeiten erarbeitetet. Angefangen von landwirtschaftlichen Flächen oder Gebäuden, über Umnutzung und Abriss, bis hin zu Förder- und Vermarktungs-möglichkeiten, wurden die ver-schiedenen Aspekte diskutiert. Bei allen Maßnahmen zeigte sich schnell, dass ein Konzept nur erfolgreich sein kann, wenn es bei den Maßnahmen eine enge Verzahnung zwischen den kommunalen Verwaltungen und den Dörfern gibt.

Als wichtiges Ziel wurde die weitere Sensibilisierung für das Thema durch Vorträge formu-liert. Auch eine Wanderausstellung könnte hierbei behilflich sein. Für konkrete Beispiele soll aus jedem Dorf ein typisches Thema (Leerstand, Abriss, Umnutzung, Zwischennutzung, Freifläche etc.) aufgegriffen und bearbeitet werden. Desweiteren müssen entsprechende Beratungsleistungen für Interessenten angeboten werden. Ein Aspekt ist ein kommunales oder auch regionales Informationssystem. Um ein umfassendes Angebot zu erreichen, wird es aber auch Gespräche mit Architekten und Banken geben.

Hintergrund:

Dörfer im Aufwind – aktiv für die Zukunft gestalten

Seit einigen Jahren wächst die Zahl an nicht oder unzureichend genutzten Gebäuden in Dorfzentren, während gleichzeitig Neubaugebiete auf der `grünen Wiese´ ausgewiesen werden. Dies belastet nicht nur die Natur und den Bestand an wertvollen landwirt-schaftlichen Flächen, sondern führt auch dazu, dass Ortskerne geschwächt werden. Alte, bisher intakte dörfliche Strukturen gehen allmählich verloren. Ziel ist es dem Verbrauch von wertvoller Kulturlandschaft entgegen zu wirken und die hohe Lebens-qualität in unseren Dörfern zu bewahren.

Das Projekt ist eines der Vorrangprojekte aus dem Entwicklungskonzept der LEADER-Region Hochsauerland. Es ist ein Gemeinschaftsprojekt der 6 Städte der LEADER-Region. Es wurde im Konzept als „regionales Leerstandsmanagement“ aufgenommen, mit dem Ziel der Sicherung der Attraktivität der Dörfer und Städte als Wohn und Arbeitsort. Doch die Beschäftigung mit den Leerständen ist keineswegs ausreichend, vielmehr geht es um eine aktive Gestaltung und ganzheitliche Entwicklung unserer Dörfer für die Zukunft.

Leitgedanke des Projektes ist die Begleitung und Unterstützung bei der Umsetzung der innerörtlichen Entwicklung, zur strukturellen Verbesserung der Ortskerne, sowie die Sicherstellung der Attraktivität der Ortslagen. Die wirtschaftliche, nachhaltige und naturfreundliche innerörtliche Entwicklung der Ortskerne, die in ihrem Ergebnis zu einer Verbesserung der Lebensqualität und des Ortsbildes führt, ist ebenfalls Ziel.

Das Projekt gliedert sich in zwei Teilbereiche. Der erste Bereich ist das Leerstands- und Freiflächenmanagement. Hierzu wurde als Grundlage wurde vom Hochsauerlandkreis für jeden Ort der 6 Kommunen eine Karte erstellt, aus der die aktuellen und aufgrund der Altersstruktur potenziellen Leerstände zu entnehmen sind. Desweiteren wurden Karten mit Baulücken erstellt und Karten, die die Nutzungsart der Gebäude darstellen. Diese wurden durch die Ortsvorsteher auf Richtigkeit und Vollständigkeit überprüft.

Zur weiteren Umsetzung wurde sich Unterstützung durch die Universität Siegen geholt. Im Rahmen einer gemeinsamen Zukunftswerkstatt, mit Vertretern von den 6 Modell-dörfern und Fachleuten aus den Verwaltungen, wird gemeinsam ein Konzept für ein regionales Leerstands- und Freiflächenmanagement erarbeitet. Eine erste Zukunfts-werkstatt hat bereits am 29.01.2011 stattgefunden.

Parallel dazu erfolgt die Erarbeitung von Entwicklungskonzepten für 6 ausgewählte Modelldörfer. Für die Auswahl der 6 Modelldörfer wurden die Dörfer zur Teilnahme an einem Wettbewerb aufgefordert. Die Orte wurden nach Ihrer Modellhaftigkeit für die Region ausgesucht, um somit die Ergebnisse auf andere Dörfer übertragen zu können. Für das Projekt wurden folgende Modelldörfer ausgewählt: Brilon-Wald, Hallenberg-Braunshausen, Marsberg-Meerhof, Medebach-Oberschledorn, Olsberg-Wiemering-hausen und Winterberg-Niedersfeld. Für den Auftakt in den Dörfern wurden sogenannte Dorfwerkstätten durchgeführt. In den Dorfwerkstätten entwickeln Bürgerinnen und Bürger die Zukunft ihres Dorfes selbst. Ziel ist es gemeinsam ein Dorfentwicklungskonzept zu erarbeiten, mit konkreten Zielen und Handlungsansätzen. Zunächst wird mit einer Analyse des Dorfes begonnen und die Stärken und Schwächen herausgearbeitet. Daran schließt sich die Erarbeitung von Leitzielen und ersten Handlungsansätzen/Projektideen an. Im Rahmen des Projektes „Dörfer im Aufwind“ soll auch für jedes Modelldorf ein eigenes Entwicklungsprofil erarbeitet werden.

Zielsetzung des Projektes

  • Ermittlung und Aktivierung des innerörtlichen Potenzials
  • Realistische Einschätzung des Bedarfs an Wohnungen, Geschäfts- und Bauflächen
  • Erhaltung einer funktionsfähigen und identitätsstiftenden Ortsmitte
  • Erhaltung der Unverwechselbarkeit des Ortbildes, sowie der regionalen und lokalen Baukultur
  • Erhaltung und Weiterentwicklung der Grünflächen und Vegetationsstrukturen
  • Berücksichtigung des Demographischen Wandels und Bevölkerungsprognose

Quelle: Regionalverein LEADER-Region Hochsauerland e.V.