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Medebach / Dreislar. Er begegnet uns täglich, bei der morgendlichen Lektüre der Tageszeitung oder auf dem stillen Örtchen, er gibt dem Gläschen Rotwein am Abend das besondere Etwas und lässt uns vor dem Kaminofen bei flackerndem Licht und wohliger Wärme den Stress des Tages vergessen. Er begleitet uns unser ganzes Leben, von der Wiege bis zur Bahre…der geniale Rohstoff Holz.

Unseren Ur-Vorfahren war er treuer Begleiter durch die Evolution, der Wald war Schutz und Lebensraum, Refugium für Sammler und Jäger und er sicherte als Wärmelieferant das Überleben in garstigen Zeiten. Der Mensch lebte viele Jahrtausende von der Natur, mit der Natur und in der Natur. Er eroberte und formte sich Lebensräume, ohne diese zu gefährden.

Als aber im ausgehenden Mittelalter die Bevölkerung in den Städten und auf dem Lande stark zugenommen hatte wurde der Wald zum begehrten Rohstofflieferanten für den Bau von Häusern und Handelsschiffen. Er war der einzige Energielieferant für die Salzsieder und für das beheizen der Häuser. Mit der einsetzenden Industrialisierung kam ein neues Handwerk in Mode, der Köhler.

Der Vater der “Nachhaltigkeit“ Hans Carlo von Carlowitz, sein Todestag jährt sich in diesem Jahr zum Jahr zum 300. mal. Foto: Förderverein Dreislar e.V.

Der Vater der “Nachhaltigkeit“ Hans Carlo von Carlowitz, sein Todestag jährt sich in diesem Jahr zum Jahr zum 300. mal. Foto: Förderverein Dreislar e.V.

Seine Holzkohle wurde in großen Mengen zur Eisenverhüttung und in den Hammerwerken gebraucht. Um 20 Kilo Roheisen im Schmelzprozess zu gewinnen, benötigte man ca. 1 Tonne Holzkohle, für deren Herstellung aber 4 Tonnen Holz, überwiegend Birke und Buche. Dann, eines Tages, als man vor den kahlen, abgeholzten Berghängen stand kam so langsam die Einsicht, dass man die Worte der Bibel aus der Schöpfungsgeschichte wohl zu wörtlich genommen hatte. =Macht euch die Erde untertan=.

Der sächsische Oberberghauptmann Hans Carl von Carlowitz, zuständig für die Bergwerke und die Holzwirtschaft im Erzgebirge, war im Jahre 1713 der Erste, der laut auf diese Missstände hinwies. In seiner Schrift „Silvicultura oeconomica“ taucht zum ersten male der Begriff Nachhaltigkeit auf. Er war fest davon überzeugt, dass nicht mehr Holz gefällt werden darf als nachwächst, das Jeder der einen Baum fällt auch dazu verpflichtet sein muss, hierfür einen Neuen zu pflanzen. Im forstwirtschaftlichen Sinne bedeutet Nachhaltigkeit ein langfristig angelegter verantwortungsbewusster Umgang mit Ressourcen oder dass nicht mehr Holz gefällt werden darf, als jeweils nachwachsen kann. Gottlob haben sich die Verhältnisse wieder normalisiert, und gerade in der heutigen Zeit erfreut sich der geniale Rohstoff Holz wieder stetig steigender Beliebtheit.

Judit Sauerwald (l.) mit ihrem Kinderprogramm: rund um´s Thema Holz. Foto: Förderverein Dreislar e.V.

Judit Sauerwald (l.) mit ihrem Kinderprogramm: rund um´s Thema Holz. Foto: Förderverein Dreislar e.V.

Am Sonntag [24. August 2014] informiert der Förderverein Dreislar in einer Sonderausstellung die Ausstellungsbesucher über die unterschiedlichen Facetten dieses genialen, nachwachsenden Rohstoffs. In Verbindung mit der 6. Mineralien- und Fossilienbörse stehen Aussteller und Fachberater in der Zeit von 10:00 bis 17:00 Uhr den Fragen und Anregungen der Besucher rund um das Thema Holz zur Verfügung. Revierförster Jürgen Reinecke informiert über die nachhaltige Holzwirtschaft, vom Keimling bis zur energetischen Verwertung. Holzkunst und Holzdesign, Holz im Alltag und im Vorgarten, und natürlich die energetische Nutzung im Hackschnitzel, Pellet oder Holzvergaserkessel bereichern diese Sonderausstellung.Um 14:oo Uhr referiert Christoph Haaben, M.Sc. vom I. D. Holzzentrum über die unterschiedlichen Facetten der Holznutzung, im Anschluss findet eine Podiumsdiskussion statt, zu der die Fragen der Besucher herzlich willkommen sind.

Die Moderation dieser Runde übernimmt Medebachs Bürgermeister Thomas Grosche. Judit Sauerwald sorgt mit einem interessanten Kinderprogramm, natürlich zum Thema Holz, dafür dass sich die Eltern ganz entspannt alle Stände anschauen können. Da auch für das leibliche Wohl gesorgt ist, dürfte dieser Sonntag einen Ausflug nach Dreislar wert sein.
Weitere Infos unter www.schwerspatmuseum.de.

Quelle: Förderverein Dreislar e.V.