Print Friendly, PDF & Email

Marsberg. Der 01. September 2014 gilt als Weltfriedens- und Gedenktag. Denn vor genau 75 Jahren brach der II. Weltkrieg aus. In der Geschichte ist Hitlers-Spruch: „…Seit 5 Uhr 45 wird zurückgeschossen!…“, der den deutschen Überfall auf Polen rechtfertigen sollte, fest verankert. Polen wurde von den Deutschen in einem Blitzkrieg überrannt. Der II. Weltkrieg war entbrannt. Direkt oder indirekt waren 60 Staaten an diesem Krieg beteiligt, über 110 Millionen Menschen standen unter Waffen. Die Zahl der Kriegstoten beläuft sich auf an die 70 Millionen. Die Kapitulation Polens fand am 06. Oktober 1939 statt.

Schon zu Beginn des Krieges fiel der Pionier Wilhelm Böttcher (Sohn der Eheleute Wilhelm Böttcher sen. und Johanna Böttcher, geb. Frewert) aus Bredelar am 20. September 1939 im Vorwerk Jakubow in Polen. Er gilt als erster Marsberger Gefallener des II. Weltkrieges und des Altkreises Brilon. Seine Gedenkstätte ist in Pulawy, Block 3, Reihe 33, Grab 1580. Am 09. April 1940 erfolgte die Invasion der deutschen Wehrmacht in Norwegen und Dänemark. Anschließend wurde gegen die westlichen europäischen Nachbarn Deutschlands mobil gemacht. Der Westfeldzug begann am 10. Mai 1940. Die Niederlande, Belgien, Luxemburg und Frankreich wurden ebenfalls blitzartig bis zum 25. Juni 1940 besiegt. Die Kampfhandlungen mit Großbritannien führte man in der Luftschlacht um England und mit dem Seekrieg fort.

Allerdings nahm Deutschland das britische Eiland nicht ein. Unter dem Decknamen „Unternehmen Barbarossa“ wurde der Russlandfeldzug vorbereitet, um neuen „Lebensraum im Osten“ für die „arische Herrenrasse“ zu erbeuten. Auch der „jüdische Bolschewismus“ sollte vernichtet werden. Der „Ostfeldzug“ gegen die Sowjetunion begann am 22. Juni 1941. Erste Erfolge konnten auch dort verbucht werden. Während auf deutsche Großstädte anfangs vereinzelt Bomben fielen, die bei der Bevölkerung Angst und Schrecken verbreiteten, wurde der ländliche Raum zunächst verschont. Auch in Marsberg fanden zu diesem Zeitpunkt keine aktiven Kriegshandlungen statt.

Dieses Foto entstand 1940 im Trauzimmer des alten Amtshauses in Niedermarsberg. Es zeigt die Angestellten der Verwaltung beim Zusammenstellen der Feldpostpäckchen für die heimischen Soldaten, die sich an der Front befanden. Gegenstände der Päckchen waren u. a. Schreibutensilien für die Soldaten. Links ist Marlene Mühlenbein, spätere Hofmann, und rechts ist Max Busse zu sehen. Foto: Marsberger Geschichten

Dieses Foto entstand 1940 im Trauzimmer des alten Amtshauses in Niedermarsberg. Es zeigt die Angestellten der Verwaltung beim Zusammenstellen der Feldpostpäckchen für die heimischen Soldaten, die sich an der Front befanden. Gegenstände der Päckchen waren u. a. Schreibutensilien für die Soldaten. Links ist Marlene Mühlenbein, spätere Hofmann, und rechts ist Max Busse zu sehen. Foto: Marsberger Geschichten

Die Arbeit, der im Krieg befindlichen deutschen Männer, wurde von deren Frauen und Kindern übernommen. Zusätzlich wurden die Gefangenen der o. a. siegreichen, deutschen Feldzüge als Zwangsarbeiter in den heimischen Firmen, in der Landwirtschaft, usw. eingesetzt. In der Marsberger Geschichte sind Kriegsgefangene u. a. für die Arbeit in den Bergwerksstollen sowie in den Kupferhüttenwerken belegt.

Nach Licht kommt auch immer Schatten: Die anfänglichen Erfolge auf russischem Gebiet führten bis vor Moskau. Die Schlacht um Moskau Ende 1941 und die Schlacht von Stalingrad 1942/1943 leiteten Deutschlands vollständige Niederlage ein. Sie endete mit der bedingungslosen Kapitulation der Wehrmacht am 08./09. Mai 1945. Vor allem wegen der von Deutschen geplanten und ausgeführten Massenverbrechen starben auf sowjetischen Landen im Kriegsverlauf zwischen 24 und 40 Millionen Bewohner der Sowjetunion sowie etwa 2,7 Millionen deutsche Soldaten. Dieser Krieg gilt wegen seiner verbrecherischen Ziele, Kriegführung und Ergebnisse als der „ungeheuerlichste Eroberungs-, Versklavungs- und Vernichtungskrieg, den die moderne Geschichte kennt!

Quelle: Marsberger Geschichten – Schlüssel zur Vergangenheit e.V.