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Marsberg (ots). Am Montag [14. Juli 2014] wurden der Polizei drei Fälle der Enkeltrickmasche bekannt. Gegen 12:00 Uhr rief ein Mann eine Telefonnummer in Essentho an. Gegenüber dem Angerufenen gab sich der Mann als dessen Sohn aus.

Er berichtete seinem angeblichen Vater, dass er im Krankenhaus liege und dringend Geld benötige. Das potentielle Opfer des Anrufers, ein 34 Jahre alter Mann, hinterfragte den Anruf und wollte das Alter seines „Sohnes“ wissen. Da der Betrüger dies augenscheinlich nicht wusste, beendete er das Telefonat. Ein finanzieller Schaden ist dem Angerufenen somit nicht entstanden.

Um 14:00 Uhr bekam dann eine weitere Marsbergerin einen ähnlichen Anruf. Ein angeblicher Anwalt erzählte der 61-Jährigen, ihr Sohn habe einen Unfall verursacht und dabei ein junges Mädchen schwer verletzt. Zur schnellen Regulierung forderte der Anrufer einen fünfstelligen Betrag. Da die Frau aber noch während des Telefongesprächs in Erfahrung bringen konnte, dass sich ihr Sohn an seinem Arbeitsplatz befand und keinen Unfall verursacht hatte, kam es auch in diesem Fall nicht zu einer Geldübergabe und der Täter ging leer aus.

Der dritte Fall ereignete sich wiederum nur wenige Minuten später. Ein 11-jähriges Mädchen nahm ein Telefont an. Der Anrufer begann das Gespräch etwa mit den Worten: „Mutter, ich liege im Krankenhaus und brauche Geld.“ Als er merkte, dass es sich bei seiner Gesprächpartnerin um ein Kind handelte, änderte der Betrüger sein Vorgehen und behauptete jetzt, die Mutter des Kindes befände sich im Krankenhaus. Zum Leidwesen des Betrügers war die Mutter der 11-Jährigen aber zu Hause und wohlauf, so dass der Anrufer zum dritten Mal keine Beute machen konnte.

Alle drei Telefongespräche wurden in russischer Sprache oder mit starkem russischem Akzent geführt. Das Vorgehen der Anrufer ist der Polizei in dieser oder ähnlichen Varianten bestens bekannt. Die Täter versuchen die Sorge um enge Verwandte auszunutzen und auf diesem Weg eine Geldübergabe durch die Angerufenen an einen Mittelsmann einzuleiten. Weit überwiegend wird diese Betrugsmasche bei Mitbürgern osteuropäischer Herkunft versucht.

Erhält jemand einen derartigen Anruf, so sollte keinesfalls Bargeld an Dritte übergeben werden. Es ist in Deutschland kein Fall vorstellbar, in dem nach einem Verkehrsunfall, einer Einlieferung in ein Krankenhaus oder ähnlichen Dingen irgendwelche Bargeldzahlungen erforderlich wären. Notieren Sie sich bitte die Nummer des Anrufers, soweit eine solche in Ihrem Telefondisplay angezeigt wird. Hinterfragen Sie die Angaben des Anrufers mit Details, die nur tatsächliche Verwandte wissen können. Übergeben Sie niemals einem Boten Bargeld. Lassen Sie sich auch nicht dadurch einschüchtern, dass es sich bei dem Anrufer angeblich um einen Rechtsanwalt, einen Staatsanwalt, einen Richter oder einen Polizeibeamten handelt. Informieren Sie im Falle eines solchen Anrufs bitte Ihre Polizei über den Notruf 110 oder die jeweilige Telefonnummer der örtlichen Polizeiwachen.

Quelle: Kreispolizeibehörde Hochsauerlandkreis