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Beringhausen / Oesdorf / Assinghausen. Erstmalig bereiste die LWL-Kommission für Mundart- und Namenforschung Westfalens den Altkreis Brilon. Ziel der Kommission ist die Erstellung eines Online-Atlas zu den verschiedenen westfälischen Mundarten. Auf der zukünftigen Internetseite der Mundart- und Namenforschung-Kommission können sich die Nutzer durch die Städte und Gemeinden Westfalens klicken, um sich dann die Sprachunterschiede, also die Dialekte und die verschiedenen plattdeutschen Vokabeln bestimmter Wörter und Sätze, als MP3-Datei anzuhören.

Bisher war der Altkreis Brilon noch ein weißer Fleck auf der Landkarte für die Mundart-Kommission. Um dieses Projekt auch für den Altkreis zu realisieren, nahm der Geschäftsführer der Kommission, Dr. Markus Denkler, im Vorfeld mit dem Marsberger Geschichts- und Heimatverein „Marsberger Geschichten – Schlüssel zur Vergangenheit e.V.“ und dem Moderator Markus Hiegemann Kontakt auf. Das eingespielte Radio-Team konnte sofort einige Sprecher der „Do biste platt“-Sendungen aus den Städten Marsberg, Brilon und Olsberg für die Aufnahmen der LWL-Kommission benennen und vermitteln.

Elena Haase Hermann und Margret Schlüter bei den Aufnahmen in Beringhausen. Foto: Marsberger Geschichten

Elena Haase Hermann und Margret Schlüter bei den Aufnahmen in Beringhausen. Foto: Marsberger Geschichten

Elena Haase, Mitarbeiterin der LWL-Kommission für Mundart- und Namenforschung Westfalens besuchte daraufhin in dieser Woche den Altkreis Brilon. Aus dem Olsberger Stadtgebiet stand Georg Stratmann, Ortsheimatpfleger in Assinghausen und Leiter des musealen Vermächtnisses unseres großen Heimatdichters: Friedrich-Wilhelm Grimme der Mundart-Kommission zur Verfügung.

In Marsberg steuerte Elena Haase gleich zwei Ortschaften an. In Beringhausen traf man sich bei Familie Schlüter. Margret Schlüter übersetzte für die Kommission die hochdeutschen Wörter ins „Beringhäuser Platt“. Anschließend wurde die Mitarbeiterin der LWL-Kommission in Oesdorf von Magdalene Breidenbach (Ortschronistin) und Josef Wiegers empfangen. Josef Wiegers diente mit dem „Oesdorfer Platt“ der Kommission. Insgesamt geht es um 71 Vokabeln oder Sätze, die für die Ewigkeit festgehalten werden. Bestimmte Wörter, wie z. B. „Holunder“ oder „Mädchen“, und kleine Sätze, wie z. B. „Er hat sich das Bein gebrochen“ mussten in das jeweilige örtliche Plattdeutsch übersetzt werden.

Im Frühjahr nächsten Jahres soll das Projekt abgeschlossen sein und die Internetseite der LWL-Kommission für Mundart- und Namenforschung Westfalens online gehen. Die Kommission sucht im Altkreis Brilon noch weitere kompetente, plattdeutsche Sprecher aus den Städten Winterberg, Hallenberg oder Medebach. Wer gerne dem plattdeutschen Westfalen-Atlas seine Stimme geben möchte, kann sich bei der LWL-Kommission in Münster bei Dr. Markus Denkler oder Elena Haase melden. Die Aufnahmen werden im jeweiligen Heimatort der Sprecher aufgezeichnet. Nähere Informationen zur Kommission und ihren Projekten unter www.lwl.org/komuna.

Quelle: Marsberger Geschichten – Schlüssel zur Vergangenheit e.V.