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Marsberg / Brilon / Warstein. Die Sauerländer Mundarten sind vielfältig. Verschiedenste Sprecher und Arbeitskreise aus dem Sauerland und den angrenzenden Landkreisen beteiligen sich an der immer montags auf der Hochsauerlandwelle vom Radiomoderator Markus Hiegemann und den Marsberger Geschichten – Schlüssel zur Vergangenheit e.V. initiierten Radiosendung „DO BISTE PLATT“.

Innerhalb der Sendungen wird Platt in Form von Geschichten, Anekdoten, Wissenswertem und Alltagsgesprächen gekürt. Diese zahlreichen, aufgenommenen Alltagsgespräche aus dem sauerländischen Raum wurden von der aus Hirschberg stammenden Dr. Karina Lammert ausgewertet und die Varietäten im Gespräch wissenschaftlich untersucht.

Die ausgewerteten Arbeiten stießen auf ein großes Interesse bei den zuständigen Gremien des Landschaftsverbands Westfalen-Lippe (LWL). Daraufhin hat der LWL seinen mit 3.100 Euro dotierten Förderpreis für westfälische Landeskunde in diesem Jahr an Dr. Karina Lammert vergeben und wertschätzt so die vielfältigen Engagements der Mundartpflege im Sauerland.

LWL-Kulturdezernentin und Landesrätin Dr. Barbara Rüschoff-Parzinger hat den Preis im vom LWL geförderten Museum „Haus Kupferhammer“ in Warstein persönlich überreicht. Rüschoff-Parzinger lobte: „Der Verdienst von Karina Lammert und den beteiligten Personen und Gruppen ist es, den versteckten alltäglichen Sprachgebrauch des Niederdeutschen im Sauerland ans Tageslicht zu befördern und einer genauen Analyse zu unterziehen„. „Damit werden bedeutende Impulse für künftige sprachwissenschaftliche Arbeiten gegeben.„, so die LWL-Kulturdezernentin weiter.

Nach der Übergabe des LWL-Preises für westfälische Landeskunde im Biedermeier-Zimmer des vom LWL geförderten Museums „Haus Kupferhammer" in Warstein - v. l. n. r. Bernhard Enste (Museum „Haus Kupferhammer"), Markus Hiegemann (Hochsauerlandwelle), Prof. Dr. Doris Tophinke (Institut für Germanistik und Vergleichende Literaturwissenschaft der Universität Paderborn), Dr. Karina Lammert, Landesrätin Dr. Barbara Rüschoff-Parzinger (LWL-Kulturdezernentin), Dr. Thomas Schöne (Bürgermeister Warstein) und Andreas Karl Böttcher (Marsberger Geschichten – Schlüssel zur Vergangenheit e. V.). Foto: © LWL / Ines Lammert

Nach der Übergabe des LWL-Preises für westfälische Landeskunde im Biedermeier-Zimmer des vom LWL geförderten Museums „Haus Kupferhammer“ in Warstein – v. l. n. r. Bernhard Enste (Museum „Haus Kupferhammer“), Markus Hiegemann (Hochsauerlandwelle), Prof. Dr. Doris Tophinke (Institut für Germanistik und Vergleichende Literaturwissenschaft der Universität Paderborn), Dr. Karina Lammert, Landesrätin Dr. Barbara Rüschoff-Parzinger (LWL-Kulturdezernentin), Dr. Thomas Schöne (Bürgermeister Warstein) und Andreas Karl Böttcher (Marsberger Geschichten – Schlüssel zur Vergangenheit e. V.). Foto: © LWL / Ines Lammert

Es verwundert nicht, dass Dr. Karina Lammert das Promotionsstudium 2015 mit der Dissertation „Varietäten im Gespräch. Konversationelle Funktionen des Wechsels zwischen Hochdeutsch und Niederdeutsch im sauerländischen Raum“ mit „summa cum laude“ abschloss. Die Preisträgerin dankte allen Beteiligten, die ihr auf dem Weg bis zum Landespreis bei Seite standen und gab während der Feierstunde in ihrem Vortrag „Varietäten im Gespräch – Plattdeutsch in Alltagsgesprächen aus dem sauerländischen Raum“ einen Einblick in ihre Arbeit.

Sie profitieren von ihrer genauen Kenntnis der betreffenden Region und ihrer Sprache. Ihre besonderen Leistungen sind es, dass sie für das Sauerland gezeigt haben, welche Dynamik in Alltagsgesprächen vorherrscht und wie die Gesprächsteilnehmer ihre sprachlichen Repertoires nutzen„, hob Prof. Dr. Doris Tophinke vom Institut für Germanistik und Vergleichende Literaturwissenschaft der Universität Paderborn in ihrer Laudatio hervor. Die LWL-Kommission für Mundart- und Namenforschung Westfalens und Dr. Karina Lammert werden auch in Zukunft mit dem Moderator Markus Hiegemann und den Marsberger Geschichten – Schlüssel zur Vergangenheit e.V. zusammenarbeiten.

Erste Ergebnisse und Eindrücke von der großen Preisverleihung werden bereits am Montag [23. Oktober 2017] ab 20 Uhr in der Radio-Reihe „DO BISTE PLATT“ innerhalb einer Sondersendung präsentiert. Mit von der Partie sind die LWL-Kulturdezernentin Dr. Barbara Rüschoff-Parzinger, Prof. Dr. Doris Tophinke, Dr. Thomas Schöne, Dr. Karina Lammert und Bernhard Enste. Die Radiosendung ist über die UKW-Antennen-Frequenzen 94,8, 96,2 oder 106,5 MhZ bzw. über die Kabel-Frequenz 107,4 MhZ zu hören. Alternativ und weltweit kann sie über das Webradio von www.radiosauerland.de mitverfolgt werden. Weitere Sendungen und Ankündigungen finden Sie immer im Radio- und Veranstaltungskalender unter: www.marsberger-geschichte.de.

Hintergrund:

Der LWL vergibt seinen LWL-Preis für westfälische Landeskunde (früher Förderpreis) jährlich an ehrenamtlich engagierte Personen, die einen wichtigen wissenschaftlichen Beitrag zur westfälischen Landeskunde geleistet haben. Er soll diejenigen unterstützen, die meist ohne den ideellen und finanziellen Rückhalt einer großen Universität in ihrer Freizeit wesentliche Arbeitsergebnisse erbringen.

Quelle: Marsberger Geschichten – Schlüssel zur Vergangenheit e.V.
Foto: © LWL / Ines Lammert