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Marsberg. 75 Jahre nach dem offiziellen Tätigkeitsende der bekannten Marsberger Bildhauer-Gebrüder Franz und Bernard Larenz findet in der Kundenhalle der Volksbank Marsberg eine umfangreiche Sonderausstellung mit zahlreichen Werken der „Künstler des Diemeltals“ statt.

1939 fertigten die Gebrüder Larenz für die Niedermarsberger Propsteikirche ihr letztes großes Werk, eine fast lebensgroße Schnitzerei zur Grablegung Christi. Das ursprüngliche Gipsmodell hierzu wird u.a. in der Ausstellung gezeigt. Nach 1939 bis zu ihren Tod in 1945 bzw. 1948 wurden lediglich kleinere Restaurierungen oder Arbeiten für die eigene Familie oder gute Freunde vorgenommen.

Franz Larenz in seiner Bildhauerwerkstatt in Niedermarsberg in den 1930er Jahren. Foto: Marsberger Geschichten

Franz Larenz in seiner Bildhauerwerkstatt in Niedermarsberg in den 1930er Jahren. Foto: Marsberger Geschichten

Der Marsberger Geschichts- und Heimatverein „Marsberger Geschichten – Schlüssel zur Vergangenheit e.V.“ präsentiert Exponate des Museums „Haus Böttcher – Marsbergs Haus der Geschichte aus 1589“ und weitere Leihgaben aus privater und kirchlicher Hand sowie Adelshäusern.

1887 hatte sich Franz Larenz in Niedermarsberg – nach seiner Lehre in der renommierten Bildhauer-Werkstatt Schiestl in Würzburg – selbständig gemacht. Sein erstes Werk im Jahr 1887 war eine Josefstatue für die Niedermarsberger Propsteikirche. Sein Vater Franz war bereits seit 1848 Schreinermeister (in der heutigen Klosterstraße 1) und eine bekannte Größe in der Marsberger Handwerker-Innung.

Der Bildhauer Franz Larenz nahm seinen Bruder Bernard in die Lehre. Sie machten sich einen bedeutenden Namen in allen Techniken der Kunst. Aus Materialien, wie beispielsweise Kunststein, Marmor, Holz, Terrakotta, Gips, Bronze oder Kupfer, gestalteten sie wahre Meisterwerke. Später bereicherte Josef Larenz, der Neffe der beiden Bildhauer-Gebrüder, als akademischer Bildhauer die Künstler-Werkstatt.

Blick in die Kapelle des Franziskushauses Beringhausen. Der Altar wurde von den Bildhauern Larenz erstellt. Foto: Marsberger Geschichten

Blick in die Kapelle des Franziskushauses Beringhausen. Der Altar wurde von den Bildhauern Larenz erstellt. Foto: Marsberger Geschichten

In über 50-jähriger Tätigkeit schufen die Bildhauer Larenz mannigfache Altäre für Kirchen oder Adelshäuser der Region – und weit darüber hinaus. Alle Stilrichtungen von der Gotik, der Romanik bis hin zum Barock gehörten zum umfangreichen Repertoire der Künstler Larenz. Figuren, Skulpturen, Reliefs, Kruzifixe, Kreuzwegstationen, Tabernakel, Grabdenkmäler, Kriegerehrenmäler, Notgeld oder beispielsweise bedeutende Zeichnungen zu damaligen Geschehnissen in Stadt und Land zeugen noch heute von der Kunst und der Schaffenskraft der Larenz-Werkstatt.

Zahlreiche Werke in der Stadt Marsberg, im Briloner, Warburger, Bürener oder Waldecker Raum sowie darüber hinaus in Calle, Kirchrarbach, Helbra, Tietelsen, Haaren, Kiederich oder beispielsweise in Philadelphia findet man bis heute in den jeweiligen Gemeinden.

Eine gegossene Ehrentafel für den Niedermarsberger Propst Ludwig Hagemann. Foto: Marsberger Geschichten

Eine gegossene Ehrentafel für den Niedermarsberger Propst Ludwig Hagemann. Foto: Marsberger Geschichten

In der großen Sonderausstellung in der Volksbank Marsberg wird all dieses sichtbar. Neben verschiedensten Fotografien zu Aufträgen und Werken der Bildhauer Larenz zu allen Marsberger Ortschaften sowie zu einigen Ortschaften im Waldecker Land, die schon vor 1900 mit der alten, firmeneigenen Foto-Kamera abgelichtet wurden, werden auch die Familien- und Firmengeschichte oder Restaurierungsarbeiten durchleuchtet sowie zahlreiche, originale Modelle und Werke gezeigt. Private und kirchliche Leihgaben aus beispielsweise den Ortschaften Meerhof, Westheim, Niedermarsberg, Obermarsberg, Padberg oder Beringhausen vervollständigen das Bild zur Larenz-Werkstatt innerhalb der Sonderausstellung.

Die Ausstellung kann während den Öffnungszeiten der Volksbank Marsberg besucht werden. Diese sind montags bis donnerstags von 9:00 bis 16:30 Uhr und freitags von 9:00 bis 15:00 Uhr. Die Ausstellung verweilt bis zum 25. November 2014 in der Volksbank.

Quelle: Marsberger Geschichten – Schlüssel zur Vergangenheit e. V.