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Marsberg / Brilon. Das Museum „Haus Böttcher – Marsbergs Haus der Geschichte aus 1589“ kann u. a. mittlerweile 53 Kirchenfiguren sowie Modelle, 4 Altäre samt Bildern und diverse Kreuzwegstationen der Larenz-Werkstatt präsentieren. Sie stammen aus dem großen Nachlass der Marsberger Bildhauerei sowie aus zahlreichen Kirchen und Privat-Häusern der Umgebung.

An vielen dieser interessanten Exponate hat allerdings der „Zahn der Zeit“ seine Spuren hinterlassen. Sie müssen teils von Schädlingen (Wurm-, Schimmel- oder Pilzbefall) befreit werden oder zeigen sonstige Schäden auf. Die Sparkasse Hochsauerland unterstützt die Region in vielfältiger Weise und ganz besonders, wenn es um Geschichte und Kultur geht.

Jetzt konnte der Marsberger Geschichts- und Heimatverein „Marsberger Geschichten – Schlüssel zur Vergangenheit e.V.“ von einer großzügigen Spende der Sparkasse Hochsauerland profitieren. Der Geldbetrag wurde für die Restaurierung von Kreuzwegstationen der Larenz-Werkstatt eingesetzt. Die Restaurierung nahm die Marsberger Spezialfirma Scholand in Oesdorf vor.

Restauratorin Uta Scholand, Elvira Böttcher (Marsberger Geschichten - Schlüssel zur Vergangenheit e. V.) und Theresa Mund (Sparkasse Hochsauerland, v. l. n. r.) mit zwei der frisch restaurierten Kreuzwegstationen des Museums „Haus Böttcher - Marsbergs Haus der Geschichte aus 1589“. Foto: © Marsberger Geschichten

Restauratorin Uta Scholand, Elvira Böttcher (Marsberger Geschichten – Schlüssel zur Vergangenheit e. V.) und Theresa Mund (Sparkasse Hochsauerland, v. l. n. r.) mit zwei der frisch restaurierten Kreuzwegstationen des Museums „Haus Böttcher – Marsbergs Haus der Geschichte aus 1589“. Foto: © Marsberger Geschichten

Restauratorin Uta Scholand hat erst jüngst als Fachfrau den Umzug des erzbischöflichen Kirchendepots von Hardehausen in die stillgelegte St.-Josefs-Kirche nach Attendorn im Auftrag des Erzbistums Paderborn begleitet. Hier gab es eine Menge Arbeit, da die Figuren, Reliquienständer, u. a. fachmännisch begutachtet werden mussten. Einiges hiervon landete in der Oesdorfer Werkstatt zur Notrestaurierung.

Bei der nun durchgeführten Restaurierung der Larenz-Kreuzwege des Museums „Haus Böttcher – Marsbergs Haus der Geschichte aus 1589“ musste im starken Maße Schimmelansatz entfernt werden, da die Exponate, bevor sie ins Museum kamen, auf Dachböden oder in Kellern nicht fachmännisch lagerten. Die Bildnisse der eichengerahmten Kreuzwegstationen sind aus Terrakotta, Gips sowie Kupfer.

Bei einer Kreuzwegstation (I. Station – Jesus wird verurteilt) aus Terrakotta musste ein aufwändiges Sandmuster, das abbröselte, gefestigt werden. Die anderen Kreuzwege vom Museum „Haus Böttcher“ spiegeln die IV. Station (Jesus begegnet seiner betrübten Mutter), die VIII. Station (Jesus begegnet den weinenden Frauen) und XII. Station (Jesus stirbt am Kreuz) wider.

Theresa Mund von der Sparkasse Hochsauerland zeigte sich während eines Besuchs in der Oesdorfer Werkstatt von den fertiggestellten Restaurierungen beeindruckt und sah die Spende ihrer Bank gut angelegt. Die „Marsberger Geschichten – Schlüssel zur Vergangenheit e.V.“ werden nach und nach weitere Exponate aus der Bildhauerei Larenz restaurieren lassen.

Als Nächstes stehen Arbeiten an einer lebensgroßen Herz-Jesu-Figur an. Die Figur stand ursprünglich im alten Niedermarsberger Krankenhaus auf dem Altar. Auch die wissenschaftliche Aufarbeitung des Larenz-Nachlasses schreitet voran. Neben den Auftragsbüchern wurden jetzt die Kapitel zur weitläufigen Familiengeschichte und zu den Kreuzwegstationen in Niedermarsberg, Obermarsberg, Rimbeck, Philadelphia, Kiedrich und Meggen von einem Historiker abgeschlossen.

Quelle: Marsberger Geschichten – Schlüssel zur Vergangenheit e.V.