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Marsberg / Beringhausen / Oesdorf / Assinghausen / Eslohe. Im Spätherbst des letzten Jahres bereiste die LWL-Kommission für Mundart- und Namenforschung Westfalens in Zusammenarbeit mit dem Marsberger Geschichts- und Heimatverein „Marsberger Geschichten – Schlüssel zur Vergangenheit e.V.“ sowie den Verantwortlichen des Friedrich-Wilhelm-Grimme-Nachlasses aus Assinghausen den Altkreis Brilon, um plattdeutsche Begriffe, Wörter und Sätze aufzunehmen.

Insgesamt ging es um 71 Vokabeln oder Sätze, die für die Ewigkeit festgehalten wurden. Aus dem Altkreis Brilon standen Margret Schlüter (Beringhausen), Josef Wiegers (Oesdorf) und Georg Stratmann (Assinghausen) für die Aufnahmen der LWL-Kommission zur Verfügung. Außerdem gab es Aufzeichnungen in Eslohe. Diese vier Orte repräsentieren jetzt die plattdeutsche Sprachenvielfalt des Hochsauerlandkreises innerhalb einer Westfalenkarte, denn ab sofort ist ISA online.

ISA ist der „Interaktive Sprachatlas des westfälischen Platts“. Der Atlas gibt einen Überblick über die Vielfalt der regionalen Mundart. Zu den verschiedensten Themen veranschaulichen die Tonaufnahmen der Plattdeutsch-Sprecher, wie unterschiedlich ein Begriff in den westfälischen Dialekten klingt.

Josef Wiegers aus Oesdorf während den Aufnahmen - Magdalene Breidenbach (Ortsheimatpflegerin) und Elena Haase (LWL-Kommission für Mundart- und Namenforschung Westfalens) hören gespannt zu. Foto: © Marsberger Geschichten

Josef Wiegers aus Oesdorf während den Aufnahmen – Magdalene Breidenbach (Ortsheimatpflegerin) und Elena Haase (LWL-Kommission für Mundart- und Namenforschung Westfalens) hören gespannt zu. Foto: © Marsberger Geschichten

Unterschiede werden hier klar erkennbar: Alleine beim Wort „Honig“. Spricht man es in Oesdorf noch, wie sonst in OWL üblich, als „Hannig“ aus, wird das Wort in Beringhausen zu „Hunnig“ und im sonstigen HSK zu „Hunig, Hünig oder Honnig“. Ähnlich ergeht es dem „Frosch“. Der im Marsberger und teils im Briloner Raum als „Höpper“ und im restlichen HSK als „Fuorsk“ oder „Hüppelfuask“ bezeichnet wird.

Mit dem Angebot der LWL-Kommission für Mundart- und Namenforschung Westfalens sollen vor allem auch Schulen erreicht werden, um Kindern und Jugendlichen die lokalen Sprachen vor Augen und Ohren zu führen. Großer Wert wurde auf plattdeutsche Sprecher gelegt, die an Kreis- oder Landesgrenzen wohnen, um die Spracheinflüsse bzw. -übergänge und Vermischungen zu verdeutlichen.

Sprecher aus Warburg-Menne, Lichtenau-Kleinenberg, Bad Wünnenberg-Haaren oder Warstein-Belecke finden sich somit im Onlineatlas ebenfalls angrenzend zu den Sprechern aus dem HSK wieder. Der „Interaktive Sprachatlas des westfälischen Platts“ ist unter www.lwl.org/isa abrufbar.

Quelle: Marsberger Geschichten – Schlüssel zur Vergangenheit e.V.