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Marsberg. Die Figuren, Kreuzwegstationen, Fotos und Pläne aus der berühmten Bildhauerwerkstatt von Franz und Bernard Larenz aus Niedermarsberg, die Anfang Juni 2013 von den Eheleuten Elisabeth und Franz-Josef Larenz dauerhaft an das Museum „Haus Böttcher – Haus der Geschichte“ in Obermarsberg übergeben wurden (wir berichteten), weckten größtes Interesse in der Bevölkerung der weiträumigen Region.

Blick in die damalige Niedermarsberger Krankenhaus-Kapelle in der Hauptstraße – Das Foto ist aus 1927. Am linken Pfeiler befindet sich die Figur des Hl. Vinzenz von Paul, dem Schutzpatron der Vinzentinerinnen.

Blick in die damalige Niedermarsberger Krankenhaus-Kapelle in der Hauptstraße – Das Foto ist aus 1927. Am linken Pfeiler befindet sich die Figur des Hl. Vinzenz von Paul, dem Schutzpatron der Vinzentinerinnen.

Viele Hinweise und Informationen zu Larenz-Werken, u. a. von den Ortsheimatpflegern Norbert Becker (Padberg), Christoph Lücke (Meerhof) oder Wolfgang Becker (Westheim) sowie u. a. aus Hesperinghausen, Rhoden, Scherfede und Warburg, konnten vom Verein „Marsberger Geschichten – Schlüssel zur Vergangenheit e. V.“ entgegen genommen werden.

Auch die Adelsfamilien von Elverfeldt (Canstein) und von Waldeck und Pyrmont (Arolsen) steuerten wichtige Details und aktuelle Fotos der Werke zur Aufschlüsselung dieses großen Puzzles bei. Viele neue, unbekannte Objekte wurden ans „Tageslicht“ befördert und sogar dem Marsberger Geschichts- und Heimatverein dauerhaft übergeben. Eine ganz besondere Statue erhielt der Verein von Heinrich Lake, dem Hausoberen des St. Marienhospitals Marsberg. Er schenkte für die große Larenz-Ausstellung in „Haus Böttcher – Haus der Geschichte“ die Figur des Hl. Vinzenz von Paul (1581-1660), dem Begründer der neuzeitlichen Caritas.

Vinzenz von Paul wurde 1737 durch Papst Clemens XII. heiliggesprochen. 1885 ernannte Leo XIII. ihn zum Schutzpatron des Ordens der Barmherzigen Schwestern vom Hl. Vinzenz von Paul (Vinzentinerinnen). Sein Leitsatz war: „Liebe sei Tat!“. Die jetzt übergebene, sehr aufwendig gefertigte Figur wurde lt. Recherchen des St. Marienhospitals von den Marsberger Bildhauern Larenz angefertigt. Sie stand ursprünglich in der damaligen Kapelle des Niedermarsberger Krankenhauses in der Hauptstraße, dort angebracht an einem Pfeiler.

In Niedermarsberg gab es in früheren Zeiten 3 Häuser in denen sich Vinzentinerinnen niedergelassen hatten. Neben dem Krankenhaus war noch im Kindergarten und in der Marsberger Anstalt der Orden vertreten. Die Figur des Hl. Vinzenz von Paul zog, nachdem in Marsberg auf dem Heidenberg ein neues Krankenhaus entstand, mit um. Die Vinzentinerinnen verließen Marsberg 1990 endgültig. Die Figur blieb allerdings im Krankenhaus erhalten.

Aktuell hat das Museum sie zur Restaurierung an einen Marsberger Fachbetrieb übergeben. Die „Marsberger Geschichten – Schlüssel zur Vergangenheit e. V.“ stellen gerne Original-Larenz-Dokumente für die Ortschaften als Scan oder auch Foto zur Verfügung. Weiterhin bitten Sie die Bevölkerung, die Kirchengemeinden und Schützenvereine der Region um Mithilfe, Hinweise und aktuelle Bildnisse zu „Larenz-Werken“. Waren es anfangs etliche hunderte von Original-Zeichnungen und –Fotos, die nicht zugeordnet werden konnten, so relativiert sich die Zahl auf nun unter 200 unbekannte Objekte.

Infos: Telefon 02992-1465, info@Marsberger-Geschichten.de oder www.Marsberger-Geschichten.de

Die „Marsberger Geschichten – Schlüssel zur Vergangenheit e. V.“ möchten an dieser Stelle auch auf die Radiosendung im Bürgerfunk zum Thema „Bildhauer Larenz“, die am Sonntag, dem 30.06.2013 ab 20:00 Uhr über die Sauerlandwelle ausgestrahlt wird, hinweisen. Die einstündige Sendung ist auf der Frequenz von Radio Sauerland – also z. B. in Marsberg auf 94,8 oder 106,5 – zu hören.

Alternativ und weltweit kann sie jedermann über das Webradio von www.RadioSauerland.de empfangen.

Quelle: Stadt Marsberg