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Marsberg. Der Concordia-Chor Niedermarsberg hielt am Donnerstag die 150. Jahresversammlung seit der Gründung in 1863 ab. Die Jubiläumsfeierlichkeiten finden im Sommer 2013 statt.

Bildnis des Lehrers Jaeger aus den 1870er Jahren – Er war der erste Dirigent des Gesangvereins Concordia Niedermarsberg 1863

Bildnis des Lehrers Jaeger aus den 1870er Jahren – Er war der erste Dirigent des Gesangvereins Concordia Niedermarsberg 1863

Die „Marsberger Geschichten – Schlüssel zur Vergangenheit e. V.“ recherchierten für den Chor, der ursprünglich als Männergesangverein gegründet wurde, die geschichtlichen Ursprünge. Das Gründungsstatut des MGV Concordia Niedermarsberg befindet sich in der Vereinssammlung des o. a. Marsberger Geschichts- und Heimatvereins. Die Gründung des MGV Concordia Niedermarsberg erfolgte am 11. Januar 1863. Gründungsmitglieder waren Marsberger Persönlichkeiten, dessen Nachfahren heute noch überwiegend in Marsberg leben und somit stadtbekannt sind. Das Gründungsstatut wurde von Franz Schake, Josef Prange, Adolf Mannheimer, Anton Arnold, Johann Wegener, Philipp Kies, Franz Stark, Josef Busch, Adolf Wahle, Friedrich Degenhard, Wilhelm von Rüden, Dechant und Pfarrer Caspari, Anton Drewes, Wilhelm Lothringer, 2 x Johann Gerlach, Hubert Plöger, Franz Fleckner, Bernard Biederbeck, Lehrer Jaeger, Josef Schreiner, Karl Dröge, Johann Scholand, Josef Limpinsel, Anton Lachenicht, Anton Wegener, Franz Jesper, Anton Koch, Anton Linnenkugel, Adolf Kleffner, Karl Rosenkranz, Josef Wegener, Heinrich Löer und den Herren Baumann sowie Hoffmann unterschrieben.

Die Statuten regelten das Vereinsleben. In § 1 wurden die Männer in die Stimmlagen Tenor und Bass unterteilt. „Sopran und Alt werden von Knabenstimmen gesungen.“ Zum Präses des Vereins wurde Dechant und Pfarrer Caspari gewählt, zu seinem Stellvertreter Bernard Biederbeck. Dieser war auch zugleich Vorsitzender. Präses Caspari sollte sich „ganz besonders des Vereins annehmen“ und dem Verein einem passenden Namen geben. Zum Dirigenten des Vereins wurde Lehrer Jaeger bestimmt, der auch die Lieder auszuwählen und die Stimmen einzuüben hatte. Die Mitglieder kamen jede Woche „Mittwochs abend 8 Uhr und Sonntags abend halb 6 Uhr“ zusammen um die „Kirchen- und Gesellschaftslieder“ einzuüben, denn Zweck des Vereins war: „die Hebung und Verschönerung des Gesanges beim öffentlichen Gottesdienste und Verbannung der schlechten Straßenlieder“.

Unentschuldigtes Fehlen bei Gesangsstunden wurde mit einem Silbergroschen Strafe geahndet. Viermaliges aufeinander folgendes Fehlen konnte den Ausschluss aus dem Verein zur Folge haben. Die Vereinskosten, wie z. B. „Licht“ wurden durch monatliche Zahlung der Mitglieder von jeweils 1 Silbergroschen gedeckt. Caspari zahlte freiwillig mtl. 3 Silbergroschen. Beiträge und Strafgelder mussten an Adolph Mannheimer gezahlt werden. Die Verwendung von Überschüssen bedurfte der Mehrzahl der Stimmen der Versammlung. Stimmenmehrheit bestand nur dann, wenn sich zweidrittel sämtlicher Stimmen vereinigten. „Über die Aufnahme brauchbarer Männer“ entschied ebenfalls die Mehrheit der Stimmen. Würde ein neuer Dirigent benötigt, so hatte der Präses eine „zu dieser Stellung fähige Persönlichkeit in Vorschlag zu bringen“. Die „Wahl und Ausbildung der Knabenstimmen für Sopran und Alt“ blieb dem Dirigenten Jaeger „allein überlassen“. Die Knaben waren nicht stimmberechtigt und „frei von jeder Ausgabe für den Gesangverein“. Durch die Tatkraft des Lehrers Jaeger, ein begeisterter Musik- und Liederfreund, gelangte der Verein zu voller Blüte. Das erste Konzert mit „gutem Erfolg“ wurde am 02. Februar 1867 veranstaltet. In diesem Jahr trat der Verein auch dem neugegründeten „Sauerländischen Sängerbund“ bei.

Weitere Dirigenten aus den ersten 75 Jahren des Bestehens waren die Lehrer Hermes und Meschede, Musikdirektor Lerz aus Warburg, die Lehrer Sachse und Bürmann, Musikdirektor Aßhauer aus Neheim sowie Lehrer Wegener. Der Verein stiftete die 14. Station des im Jahre 1895 in der hiesigen Propsteikirche errichteten neuen Kreuzweges. Ab „dem Jahr 1900 bezog der Verein sein jetziges Vereinslokal im Hotel Deutsches Haus“ (Vermerk aus 1938). 1913 legte Bernard Biederbeck nach 50-jähriger Amtszeit seinen Vorsitz wegen seines hohen Alters nieder. Neuer Vorsitzender wurde Josef Prior, 1926 folgte Karl Dröge, später Lehrer Wiedenhaus.

Quelle: MGV Concordia