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Marsberg / Obermarsberg. Geschichtsspuren und alte Relikte zum Mittelalter sowie zu den örtlichen Urzeiten gibt es in Obermarsberg viele. Brandaktuell haben die LWL-Archäologin Dr. Eva Cichy und die LWL-Altertumskommission von Westfalen in der Reihe „Frühe Burgen“ eine Publikation zur alten Sachsenfeste, der Eresburg, zum Preis von 3,50 Euro herausgegeben.

Die „Marsberger Geschichten – Schlüssel zur Vergangenheit e. V.“ als Marsberger Geschichts- und Heimatverein unterstützen natürlich deren Engagement vor Ort. Pünktlich zum 1.200. Todestag Karls des Großen am 28. Januar 2014 erinnert der Marsberger Verein an den bedeutenden Machthaber und Begründer des christlichen Europas. Schließlich verdankt Marsberg, speziell Obermarsberg, seine erste urkundliche Erwähnung Karl dem Großen bzw. dessen Geschichtsschreibern.

Im Jahr 772 wird die damals größte Volksburg der Sachsen: die Eresburg (das heutige Obermarsberg) von König Karl zu Beginn der Sachsenkriege eingenommen. Danach zerstörte er das heidnische Nationalheiligtum: die Irminsul und christianisierte die Sachsen bzw. baute Kirche und Kloster. Noch heute erinnert das „A“ als erster Buchstabe des Alphabets im Marsberger Stadtwappen hieran. Es soll laut Lokalhistorikern von Karl dem Großen vergeben worden sein.

Diese Ansichten aus der Obermarsberger Stiftskirche stammen aus der Zeit um 1925. Sie zeigenlinks Papst Leo III., der die erste steinerne Basilika Obermarsbergs im Jahr 799 geweiht haben soll. Rechts ist Karl der Große, der Erbauer der ersten Kirche, abgebildet. Die Bildnisse sind in dieser Form heute nicht mehr in der Kirche vorhanden. Foto: (c) Marsberger Geschichten

Diese Ansichten aus der Obermarsberger Stiftskirche stammen aus der Zeit um 1925. Sie zeigenlinks Papst Leo III., der die erste steinerne Basilika Obermarsbergs im Jahr 799 geweiht haben soll. Rechts ist Karl der Große, der Erbauer der ersten Kirche, abgebildet. Die Bildnisse sind in dieser Form heute nicht mehr in der Kirche vorhanden. Foto: (c) Marsberger Geschichten

Die damalige Obermarsberger Basilika aus 785 und das Kloster gelten als erste christliche Einrichtungen im heidnischen Land der Sachsen. Die „Marsberger Geschichten – Schlüssel zur Vergangenheit e. V.“ bieten ab sofort spezielle Sonderführungen durch Obermarsberg zumThema: Karl der Große und die Eresburg an. Geschichtsinteressierte können sich mit dem Verein auf Spurensuche Karls und dessen großen Widersacher, dem Sachsenherzog Widukind, begeben. Diese Spuren findet man u. a. im Museum „Haus Böttcher – Marsbergs Haus der Geschichte“.

Hier, am Aufbewahrungs- und Ausstellungsort einer Figur Karl des Großen aus der bekannten Larenz-Werkstatt, verschiedenster Münzen und Relikte aus „Karls-Zeiten“ sowie mehrerer Gemälde, Zeichnungen, und Stiche zu den damaligen Geschehnissen, beginnen die Geschichtswanderungen und führen durch den gesamten Ort, den Kirchen und der Obermarsberger Umgebung. Kritisch werden aber auch während dieser geschichtlichen Rundgänge die Absichten und die Person Karls des Großen durchleuchtet. Führende Historiker stützen nämlich die These, dass Karl nicht nur aufgrund des „Kreuzes“ nach Marsberg gekommen ist. Mit Sicherheit hat Karl auch auf die Bodenschätze Marsbergs geschielt, die u. a. in der Wüstung Villa Twissene zwischen Niedermarsberg und Westheim bereits frühmittelalterlich verhüttet wurden. Die zahlreichen, aufwendigen Kriege Karls des Großen mussten ja schließlich auch finanziert werden.

Diese Zeichnung aus der Zeit um 1910 zeigt die Zerstörung der Irminsul. Foto: (c) Marsberger Geschichten

Diese Zeichnung aus der Zeit um 1910 zeigt die Zerstörung der Irminsul. Foto: (c) Marsberger Geschichten

Der zweite Teil des Ortsrundgangs durch Obermarsberg blickt auf die Zeit des Dritten Reiches. Die Nationalsozialisten trieben ihr eigenes Gedankenspiel mit der – von der Wewelsburg unweit gelegenen – Eresburg und Karl dem Großen. Die Geschichtsführungen können unter www.Marsberger-Geschichten.de oder unter Tel. 02992-1465 gebucht werden. Darüber hinaus haben die „Marsberger Geschichten – Schlüssel zur Vergangenheit e. V.“ bei der Marsberger Druckerei Boxberger Postkarten von den o. a. erwähnten Gemälden, Zeichnungen und Stichen, die in Haus Böttcher begutachtet werden können, anfertigen lassen. Erstellt wurden die „Original-Werke“ in der wilhelminischen Kaiserzeit von heimischen Künstlern. Sie bilden natürlich die Machtstationen von Karl dem Großen ab. Aber auch Interessantes zu den Sachsen und dessen Herzog Widukind wird abgelichtet.

Die Postkarten kosten nur 0,50 Euro und können bei der Druckerei Boxberger, den Buchhandlungen Podszun sowie Schreiber erworben werden. Die „Marsberger Geschichten – Schlüssel zur Vergangenheit e. V.“ nehmen zusätzliche Bestellungen unter info@Marsberger-Geschichten.de entgegen. Der Versand ist zzgl. Porto möglich.

Quelle: Marsberger Geschichten – Schlüssel zur Vergangenheit e.V.